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Volltext: Zeitschrift für Ethnologie, 35.1903

die in ihrer Gesamtheit ein regelmüssiges Muster bilden und in denen 
man stellenweise feine Metallfáden gefunden hat. Die Durchbohrungen 
dienten also dazu, Metallfáden durch sie hindurchzuziehen, welche in dieser 
Weise ein wohldurehdachtes Ornament ergeben. In gleicher Weise werden 
auch bei diesem Gefiss die im Zickzack angebrachten Durchbohrungen 
zum Durchziehen von Metallfiden, die aber bis jetzt noch nicht auf- 
gefunden sind, gedient haben. Wahrscheinlich sind sie oxydiert und ver- 
loren gegangen. Metallsehmuck an Gefüssen ist ja auch sonst mehrfach 
beobachtet, in Italien (Este), Wiirttemberg (Klein-Aspergle bei Ludwigs- 
burg); Österreich (Gemeinlebarn, s. Szombathy, Die Tumuli von Gemein- 
lebarn, Wien 1890; Much, Kunsthistorischer Atlas, Taf. I, Grabhiigel von 
Frógg in Krain; Müllner, Argo, Oktober 1899 Gefüssfund aus der Nähe 
von Laibach). Es ist nach obigem also nicht unwahrscheinlich, . dass wir 
auch hier etwas ähnliches vor uns haben. 
Es. folgt nun eine Gruppe von Gefässen, welche vielleicht als eine 
zusammengedrängte Form der Zwillings- und Drillings-Gefässe anzusehen 
ist, von welchen Fig. 62 uns ein Beispiel zeigt. Während bei den Zwillings- 
und Drillings-Gefässen jeder Gefässkörper für sich ausgebildet ist und nur 
durch einen hohlen oder auch soliden Ast mit dem anderen Gefässkörper 
verbunden ist, bestehen diese hier zu behandelnden Gefässe nur aus einem 
ringsum abgeschlossenen Gefässkörper, der durch eine, zuweilen auch durch 
mehr Querwände in zwei oder mehrere getrennte Abteilungen geschieden 
ist. Meist haben sie nur eine Querwand und eine länglich ovale Form 
der Grundfläche (Fig. 76 und 77). Indes gibt es auch solche, welche rund 
geformt sind, wie die Gebrauchsgefässe (Fig. 78). Sie haben in der Regel 
zwei kleine Henkel, der Bauch ist kräftig gewôlbt, der Hals eingezogen 
und deutlich von dem Gefässkärper abgesetzt. Das Ornament besteht aus 
Zickzackfurchen, Triangulärverzierung usw., bei Fig. 78 einesteils aus 
Fig. 80 
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kräftigen, horizontalen Furchen, welche an den alten Lausitzer Stil er- 
innern, zum Teil aus Triangulärverzierung, Der Wechsel der Verzierungs- 
weise entspricht aber nicht der inneren Teilung des Gefässkörpers durch die 
Querwand, ist also wohl nur als eine zufällige Laune oder als eine irgendwie 
veranlasste Absicht, einer neumodischen Verzierungsweise zu huldigen, auf- 
zufassen. Ein ganz gleiches Gefáss, wie Fig. 78, besitzt das Konigl 
Museum mit der Fundangabe Xanten. Es gehört aber zu den ältesten 
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