die in ihrer Gesamtheit ein regelmüssiges Muster bilden und in denen
man stellenweise feine Metallfáden gefunden hat. Die Durchbohrungen
dienten also dazu, Metallfáden durch sie hindurchzuziehen, welche in dieser
Weise ein wohldurehdachtes Ornament ergeben. In gleicher Weise werden
auch bei diesem Gefiss die im Zickzack angebrachten Durchbohrungen
zum Durchziehen von Metallfiden, die aber bis jetzt noch nicht auf-
gefunden sind, gedient haben. Wahrscheinlich sind sie oxydiert und ver-
loren gegangen. Metallsehmuck an Gefüssen ist ja auch sonst mehrfach
beobachtet, in Italien (Este), Wiirttemberg (Klein-Aspergle bei Ludwigs-
burg); Österreich (Gemeinlebarn, s. Szombathy, Die Tumuli von Gemein-
lebarn, Wien 1890; Much, Kunsthistorischer Atlas, Taf. I, Grabhiigel von
Frógg in Krain; Müllner, Argo, Oktober 1899 Gefüssfund aus der Nähe
von Laibach). Es ist nach obigem also nicht unwahrscheinlich, . dass wir
auch hier etwas ähnliches vor uns haben.
Es. folgt nun eine Gruppe von Gefässen, welche vielleicht als eine
zusammengedrängte Form der Zwillings- und Drillings-Gefässe anzusehen
ist, von welchen Fig. 62 uns ein Beispiel zeigt. Während bei den Zwillings-
und Drillings-Gefässen jeder Gefässkörper für sich ausgebildet ist und nur
durch einen hohlen oder auch soliden Ast mit dem anderen Gefässkörper
verbunden ist, bestehen diese hier zu behandelnden Gefässe nur aus einem
ringsum abgeschlossenen Gefässkörper, der durch eine, zuweilen auch durch
mehr Querwände in zwei oder mehrere getrennte Abteilungen geschieden
ist. Meist haben sie nur eine Querwand und eine länglich ovale Form
der Grundfläche (Fig. 76 und 77). Indes gibt es auch solche, welche rund
geformt sind, wie die Gebrauchsgefässe (Fig. 78). Sie haben in der Regel
zwei kleine Henkel, der Bauch ist kräftig gewôlbt, der Hals eingezogen
und deutlich von dem Gefässkärper abgesetzt. Das Ornament besteht aus
Zickzackfurchen, Triangulärverzierung usw., bei Fig. 78 einesteils aus
Fig. 80
we GR
kräftigen, horizontalen Furchen, welche an den alten Lausitzer Stil er-
innern, zum Teil aus Triangulärverzierung, Der Wechsel der Verzierungs-
weise entspricht aber nicht der inneren Teilung des Gefässkörpers durch die
Querwand, ist also wohl nur als eine zufällige Laune oder als eine irgendwie
veranlasste Absicht, einer neumodischen Verzierungsweise zu huldigen, auf-
zufassen. Ein ganz gleiches Gefáss, wie Fig. 78, besitzt das Konigl
Museum mit der Fundangabe Xanten. Es gehört aber zu den ältesten
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