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Bibliographische Daten: Globus, 69.1896

Archäologische Höhlenforschungen in Yukatan . 
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Rinde , wie traurig es ist , und so entstellt die eben sprochene Fig . 3 . 
Die Rinde ( Fig . 4 ) zeigt eine Menge Figuren . Einige derselben sind durch das Band der Liebe verbunden , wie cl und / , m und a , b und c ; einige stehen noch allein , ohne ihre Liebe schon einem Mädchen erklärt zu haben , was aber über kurz oder lang geschehen wird ; in dieser Lage sind k , l , j und i dargestellt . Nur ein Mädchen s steht abseits und denkt ( Linie y z ) an den jungen Mann h , dessen Gedanken sich auch mit ihr beschäftigen , was durch die Linie uv angedeutet wird . Freilich steht er schon in einem Liebesverhältnis mit dem jungen Mädchen g . 
Diese Zeichnung kann man in folgende Worte fassen : „ Jeder findet sein Mädchen , nur ich allein bin bestimmt , an den zu denken , welcher schon einer anderen angehört , und mufs mich damit begnügen , dafs er mich noch nicht ganz vergessen hat“ . 
Die fünfte Rinde ist von dem Verfasser in zwei Teile geteilt . Der erste Teil dürfte nach dem Vorstehenden leicht zu erklären sein . Das einzig Neue ist , dafs die weibliche Figur in einem nicht vollständig ausgeführten Hause steht . Dadurch wollte das Mädchen ausdrücken : „ Mit deinem Weggange von hier ist mir der Ort verödet , und ich werde auch weit fortziehen , damit mich nicht die alten Erinnerungen an die glücklichen Tage quälen , die ich mit dir zusammen verlebt habe“ . 
Die Zeichnung auf dem zweiten Teil der Rinde ( Fig . 5 ) ist von einem Mädchen gemacht , das für einen Jakuten verschiedene Sachen nähte ; sie nahm dafür kein Geld , sondern Sachen , deren sie bedurfte . Da die Arbeit nicht auf einmal bezahlt wurde , so legte sie sich ein artiges Notizbuch an , indem sie vermerkte , was sie halten hatte . So stellt c einen aus gewürfeltem Zeuge gemachten Schal dar ; 0 — Tabakshlätter ; m — eine Matte ; n — einen Kamm ; 1c — einen kleinen Kamm ; das Viereck s — einen Arschin von irgend einem Zeuge ; s' einen halben Arschin von solchem Zeuge ; die Linien p — Nadeln ; t — einen Fingerhut ; v — ein Stück Seife ; die Gruppe von Kreisen mit Punkten in der Mitte r — Knöpfe ; das Viereck t — Zuckerstücke ; x — ein Stück Stahl ; g — eine Rolle Zwirn . Man sieht , wie alles der Natur nachgebildet ist . 
Die Fig . 6 zeigt , dafs g und li sich gegenseitig lieben ; auch / liebt g , aber h verhindert die Annäherung . Die Beziehungen von b zu c und a , von c zu b und d , und von d zu c und e weisen auf die leicht angeknüpften Liebesverhältnisse hin , die unter den jukagirischen jungen Leuten Vorkommen . Ein junger Mann macht gleichzeitig mehreren jungen Mädchen den Hof , bis er schliefslich sich für eins entscheidet . Auch die Mädchen lassen sich mit mehreren jungen Männern in ein verhältnis ein , ohne sich zu fragen , ob sich das geziemt . Dieses Hofmachen geschieht vollständig öffentlich unter den Augen der Eltern , denen es nicht in den Sinn kommt , den jungen Leuten darüber \ orwürfe zu machen . 
Zum Schlufs mag noch eine gewisse Art von nungen der Männer erwähnt werden . Letztere haben die Gewohnheit , Marschrouten anzufertigen , nach welchen sie sich bei ihren Zügen zum Fischfang und zur Jagd richten . Die wirtschaftlichen Verhältnisse veranlassen die Jukagiren , im Frühjahr ihre Wohnsitze zu verlassen . Wenn auch die Jassatschnaja ein sehr fischreicher Flufs ist , so liefert er doch den Jukagiren nicht den für das ganze Jahr ausreichenden Bedarf an Fischen . Einmal verzehren sie mit ihren Hunden eine ungeheure Menge , dann sind aber auch ihre Fischereigeräte nicht genügend und befinden sich in einem schlechten stande , so dafs sich der Ertrag der Fischerei sehr 
mindert . Dazu kommt , dafs der Sommer oft ungünstig ist , wenn infolge des niederen Wasserstandes der Kolyma die Lachsforellen und Omulen ( Herbstlachse ) nicht in die Jassatschnaja kommen können . Ebenso hat aber auch ein hoher Wasserstand der beiden Flüsse einen ungünstigen Einflufs auf die Fischerei , indem die kleinen Netze den Boden nicht erreichen , und die Fische sich denselben entziehen . In günstigen Jahren fischt der Jukagire bis Ende Februar , höchstens bis Anfang März zu Hause , obwohl auch dann noch bisweilen die Kälte 30 bis 35° C . erreicht . Dann ist der Jukagire zwungen , Nelmenoje zu verlassen . Die gesamte völkerung zieht fort , aber nicht alle zusammen , sondern in einzelnen Gruppen , um sich leichter ernähren zu können . Die eine Gruppe zieht an die Kolyma und weiter nach der Korkodona zu , eine andere längs der Jassatschnaja nach ihrem oberen Lauf , eine dritte nach der Popowka , einem Nebenflufs der Jassatschnaja . Jede Gruppe schneidet ihre Marschroute in Birkenrinde ein , ebenso wie die Mädchen , mit Hilfe des Messers . Auf der Rinde wird das Haus der Hauptperson der ziehenden Gruppe als Ausgangspunkt markiert , und ebenso ein allen bekannter Punkt , eine Hütte oder lassene Unterkunft , ein Bach oder See u . s . w . Dadurch erfährt jeder , welche Gruppe an einen bestimmten Ort gelangen will . Ferner werden alle kleinen Flüsse , Bäche oder Seen auf der Rinde vermerkt , welche auf dem Wege angetroffen werden . Diese Marschrouten legt man an einer bestimmten Stelle auf dem Wege nieder , für den Fall , dafs einer seine G nippe verloren hat und sich wieder mit ihr vereinigen will ; die aufgesuchte Marschroute zeigt ihm den Weg . Diese an bestimmten Stellen zurückgelassenen Marschrouten sind sehr wichtig , wenn eine der Gruppen beim Fischfang oder auf der Jagd kein Glück hat und so dem Hungertode nahe kommt . Um sich an eine andere Gruppe , die vielleicht glücklicher ist , anzuschliefsen , sucht man nach der Marschroute und folgt den Zeichen . 
Auch die jakutischen Händler benutzen diese routen , um die Jukagiren aufzufinden , welche sie mit Ziegelthon , Tabak , Baumwollenzeug zu Hemden und Branntwein versorgen . 
Archäologische Höhlenforschungen in Yukatan . 
Während man in Europa schon seit Jahrzehnten mit Eifer systematische Durchforschungen der Höhlen genommen und überaus wichtige Anzeichen für das Vorhandensein des vorgeschichtlichen Menschen zuweisen im stände war , haben die amerikanischen Altertumsforscher erst in jüngster Zeit diesem Zweige prähistorischer Forschung sich zugewandt . Namentlich die Höhlen in Pennsylvanien , Westvirginien und in den Thälern des Ohio und Tennessee haben bereits wichtige Ergebnisse in Bezug auf die vorgeschichtlichen Völker ( vorgeschichtlich hier stets im amerikanischen Sinne ! ) dieser Gebiete geliefert . In den Monaten Januar bis März 1895 hat nun Henry C . Mercer , der Kurator des Museums für Archäologie an der Universität von sylvanien , auf Kosten und in Begleitung eines Herrn John White Corwith eine Untersuchung der Höhlen von Central - Yukatan vorgenommen ] ) . Die Höhlen finden sich in einer niedrigen Hügelkette , Sierra de Yucatan , die , beim Schnittpunkt des 21° nördl . Br . mit dem 89° westl . von Gr . beginnend , sich nach Nordwesten hin bis 
x ) The Hill - caves of Yucatan , a search for evidence of man’s antiquisity in the Caverns of Central America , hy Henry C . Mercer . Philadelphia , 1896 .
	        
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