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Volltext: Globus, 65.1894

Joachim von Brenners Reise durch die Batakländer. 
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Morgens ist er meist ruhig und von schön dunkelblauer, 
an den Ufern grüner Farbe, gegen Mittag wird er blei- 
grau und am Nachmittage erscheint er bewegt und mit 
Schaum bedeckt. Die von Südost nach Nordwest ge 
richtete Hauptaxe des Sees mifst 80 km. Das Gesamt- 
mafs beträgt nach Brenners Aufnahme (die Insel mit 
564 qkm eingerechnet) 1749 qkm. Das ist ungefähr 
Schnittstemperatur betrug früh sieben Uhr -f- 20° C. und 
Mittags -j-27°C. i m Schatten. In den kühlen Nächten 
sank das Thermometer bis auf -j- 15 0 C. Regen war 
sehr häufig; kurze Güsse gingen regelmäfsig Nachmittags 
zwischen zwei und drei Uhr nieder. Wind und Wolken 
kamen fast stets aus Ost und Südost. Bei den günstigen 
Bodenverhältnissen und dem Fehlen von Malariafieber 
Totenhaus (Griting) in Suka-Piring. 
dreimal so grofs wie der Genfer See. An Zuflüssen ist 
der See aufserordentlich arm. 
Da die gesammelten Steinproben auf der Reise ver 
loren gingen und Herr v. Brenner nicht Geologe ist, so ist 
auch der geolo 
gische Bericht 
über die Hoch 
ebene nur sehr 
kurz ausgefallen. 
Wir erfahren da 
wieder die be 
kannte Thatsache, 
dafs es sich um 
ein ausgeprägt 
vulkanisches Land 
handelt. Heifse 
Quellen sind jnelir- 
fach vorhanden, 
und von Metallen 
sind dem Ein 
geborenen Gold, 
Silber, Kupfer, 
Zinn, Blei und 
Eisen bekannt. 
Das Gold wird 
in geringen Men 
gen gewaschen. 
Das Klima der batakschen Hochebene ist ein aufser 
ordentlich angenehmes, denn einerseits ist es dank der 
bedeutenden Höhe ein mildes, anderseits aber durch 
die geographische Lage, wenige Grade nördlich vom 
Äquator, ein sehr gleichmäfsiges, so dafs das ganze Jahr 
über keine nennenswerten Temperaturschwankungen 
Vorkommen. April und September sind die heifsesten 
Monate. Die von Herrn v. Brenner beobachtete Durch- ' 
hält Herr v. Brenner die Bataklande zur Besiedelung 
durch Europäer für geeignet. 
Besonders reichhaltig ist der ethnographische 
Teil des Werkes ausgefallen. Über den Namen des 
Volkes herrscht 
verschiedene An 
sicht, beziehungs 
weise Schreibart. 
Brenner entschei 
det sich für Batak 
gegenüber dem 
auch gebräuch 
lichen Bata oder 
Batta. Es sind 
kleine Leute, die 
Männer im Durch 
schnitt 1610 mm 
hoch, die Frauen 
nur 1500 mm. Ihr 
Körperbau ist 
kräftig, mitunter 
schön, Hautfarbe 
vorwiegend licht- 
kaffeebraun. Bei 
Mädchen und jun 
gen Frauen schim 
mert nicht selten 
das Blut durch die Wangen, was ihnen ein frisches, 
anmutiges Ansehen giebt. Auch eine gute Anzahl 
anthropologischer Messungen hat Herr v. Brenner aus 
geführt und mitgeteilt, wobei er, ebenso wie beim 
Photographieren, auf grofse Schwierigkeiten stiefs, nach 
dem bekannten Aberglauben der Naturvölker, dafs ihnen 
durch die Aufnahme des Bildes die Seele geraubt würde. 
Neben dem Haupttypus, der ein einheitlicher ist, liefen 
Leichenbestattung in Pernambejn.
	        
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