182 Herta Haselberger
Lederfärbung ist bei Fr. de Zeltner 1915 genau beschrieben, so wie sie damals
in Nioro du Sahel ausgeübt wurde.
Um die fertigen Ledergegenstände mit einer glänzenden Oberfläche zu
versehen, poliert man sie mit Baumwolltüchern und Lederstreifen, feuchtet
sie mit Wasser an oder reibt sie mit Wachs ein. Von den Lederarbeitern wurden
und werden die folgenden Gegenstände angefertigt: Sättel aus Holz, die
an der Innenseite mit Ochsenhaut, außen mit verzierter Schafhaut überzogen
werden; Satteldecken; Pferdegeschirre; Fächer; Gürtel; Messer-, Dolchund
Schwertscheiden, auf deren Anfertigung sich besonders die Mauren verstehen;
Stiefel, genannt ,filali, segu, thioro", für Reiter meist rot, gelb und
grün eingefárbt und mit Zeichnungen bzw. mit Stickereien bedeckt; Pantoffel
,muke’ fiir Manner in verschiedenen Farben; Pantoffel , deyman, dipante,
kuke, naudore, sabara" fiir Frauen, die z. B. bei den Bambara oft reich bemalt
und bestickt sind und durch den Bräutigam der Braut gegeben werden,
die sie während der Hochzeitsfeierlichkeiten anlegt und die als Hochzeitspantoffel
symbolische Bedeutung haben, die auf den Schôpfungsmythus hinweist,
wie G. Dieterlen 1954 ausführt; Amulett- und Buchbehälter, ,nyedele” oder
,yYeme" genannt; Geldbehàálter ,,danga"; Ledertaschen, die bisweilen auch von
zugewanderten Haussa hergestellt werden; Nadelbehälter; Kissen ,,talamara”,
rund oder rechteckig und meist maurischer Herkunft, die bei den Tukulôr
oft der Bräutigam als Hochzeitsgeschenk seiner Braut gibt; Wassersácke ,,karnisere",
die nur nórdlich vom Senegal und Niger vorkommen und die bisweilen
Stickereien tragen; Schachteln aus Kamelmagen, in denen — man kann diese
kleinen Behálter fast überall auf dem Markt kaufen — der Tabak aufbewahrt
wird. Sie werden über einem Tonkern geformt und sind bisweilen mit gebatikten
roten Ornamenten verziert.
In den Stádten werden schon seit vielen Jahren von den Lederarbeitern
Souvenirartikel für europáische Touristen erzeugt.
Literatur:
Dieterlen, G.
1954 Les rites symboliques du mariage chez les Bambara, in: Zaïre.
Monteil, Ch.
1915 Les Khassonke, Paris.
S an tara; Y.
o.J. Monographie de San, Cahier W. Ponty XII-S-499, Manuskript im IFAN, Dakar.
de Zeltner, Fr.
1915 Notes sur quelques industries du Soudan Français, in: L'Anthropologie 26.
Textiles Kunsthandwerk in Wolle
Die Wollweberei ist im Macina bei den Peul und nordóstlich davon verbreitet,
besonders im Issa-Ber. Die gekasteten Weber der Peul werden meist
,mabube'" genannt; sie sind auch Sänger und Musikanten, Aber es gibt im
Macina daneben auch Markaweber. Gewebt werden hier vor allem Wolldekken,
die aus 20 bis 30 cm breiten Streifen zusammengesetzt sind, und Gewänder.
Die Muster, mit denen diese Decken und Kleidungsstücke verziert sind, vererben
sich in den Weberfamilien. Die Zierbänder in Tapisserietechnik bestehen
aus Dreiecken, Vierecken bzw. Rhomben in Rot, Gelb, Schwarz und Blau. Rot