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Volltext: Zeitschrift für Ethnologie, 107.1982

Buchbesprechungen und Bibliographien 
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Neun Genera der lebenden Cercopithecinen und die Beschreibung jeden Genus enthalten die fol 
genden Informationen: Nummer, Species, Synonyme, taxonomische Probleme, Morphologie, Reihe, 
Ökologie, Sozialverhalten und Fortpflanzung; zusammen mit den Schlüsseln der Species und Subspe- 
cies. Anhänge bringen die Messungen der Species, die Schädelmessungen von Cercopithecus und ver 
wandten Genera und eine Tabelle der Merkmale aller Genera der Cercopithecinae; außerdem Land 
bzw. Dorf bzw. Stadt bzw. Region, geographische Namen, Datum des Fangs, Geschlecht und Alter 
(Kind, Jugend, Erwachsen). Vermerkt ist die Natur des Species: Haut, Schädel, Skelett; und sonsthin 
Weichteile, Registernummer und Zitate. Die Registernummer geht zurück auf Gray, 1837 (Zoologi 
sche Museumsabteilung). Diese Berichte stützen sich auf den „Catalogue of the Bones of 
Mammalia“ von Gerrard (1962). Der osteologische Katalog scheint allmählich eingeschlafen zu sein, 
und zwar seit Gray’s „Catalogue of Monkeys, Lemurs and Fruit-eating Bats“ (1970). Seitdem gibt es 
keinen definitiven Katalog mehr. Aber Gray's Registrationssystem überstand die Zeit. Dann scheint 
es 1939 eine Doppelregistration gegeben zu haben, die Verwirrung angerichtet hat. Nachdem 1970 die 
elektronische Umgestaltung durchgeführt wurde, sind jedoch keine Modifizierungen mehr vorge 
nommen worden. 
Die Familie der Cercopithecidae zerfällt in die Cercopithecinae und in die Colobinae, getrennt 
von sieben Merkmalen. Innerhalb der Subfamilie Cercopithecinae unterscheidet man an Hand von 
fünf Merkmalen zwischen den Cercopithecini und den Papionini. Andrews behandelt den Ursprung 
der Cercopithecoidea und kennt drei Hauptgruppen, nämlich einmal die Colobinae, dann die Papio 
nini und die möglicherweise abgeschiedene Gruppe der Theropithecus. Die frühest vermuteten fossi 
len Cercopithecoidae stammen aus dem Oligozän und Untermiozän. Simons (1974) beschreibt eine 
Spezies Parapithecus aus dem ägyptischen Fayum im Oligozän, von Delson (1975) und Delson & An 
drews (1975) im Miozän bestritten. Definitive cercopithecoide Affen entstammen zwei Lokalitäten 
aus dem Frühmiozän. In das Mittelmiozän gehören zwei Spezies von Victoriapithecus (von Koenigs- 
wald 1969). Es wäre deshalb zu vermuten, daß im Miozän eine Scheidung in Colobinae und Cercopi 
thecinae stattfand. Für das Spätmiozän sind die Colobinae klar erkannt (Mesopithecus, Dolichopi- 
thecus). Die ersten bekannten Papionini stammen aus dem Spätmiozän und dem Pliozän (Macaca). 
Karl H. Roth-Lutra 
Zerries, Otto: Unter Indianern Brasiliens. Sammlung Spix und Mar- 
tius 1817 — 1820. Pinguin-Verlag Innsbruck, Umschau-Verlag Frankfurt/M. 1980. 282 
Seiten, 104 Bildtafeln. 
Dieses Werk hat mich traurig gestimmt. Wenn je das Wort vom »versunkenen Glanz« nicht nur 
Klischee ist, dann hier. Versunkener Glanz einer Wissenschafts-Tradition, in der Dr. Johann Baptist 
von Spix und Dr. Carl Friedrich Philipp von Martius 1817-1820 versuchten, ein humanistisches Ge 
samtbild einer Kulturwelt einzufangen — wie kümmerlich nehmen sich heute dagegen die »Fallstu 
dien« (zu »Entwöhnungspraktiken der Arara aus der Sicht der Aktionsethnologie« oder ähnlich 
wichtigem) aus, zu denen die Generation des Rezensenten allenfalls noch fähig ist. Versunkener 
Glanz aber vor allem der Indianer, der Juri-Taboca, der Arara, der Camacan und wie die ausgestor 
benen oder zur Zivilisation verelendeten Stämme alle heißen. 
Die Brasilienreise von Spix und Martius gehört zu den klassischen Ereignissen der Südamerika 
forschung. Für den Ethnologen, der sich mit Indianern des brasilianischen Amazonasgebietes befaßt, 
ist der 1823-1831 in München erschienene Reisebericht schon lange eine der wichtigsten Quellen. Spix 
und Martius haben aber nicht nur einen Reisebericht und zahlreiche bildliche Darstellungen aus Bra 
silien heimgebracht, sondern auch eine umfangreiche ethnographische Sammlung. Doch während der 
Reisebericht seit langem in Bibliotheken leicht zugänglich ist, war die Objektsammlung jahrzehnte 
lang größtenteils in Kisten weggepackt. 
Diesem Zustand hat das Münchner Museum für Völkerkunde nun ein glückliches Ende bereitet. 
Der neuen Ausstellung »Die Brasilien-Sammlung Spix und Martius 1817-1820« hat Otto Zerries einen
	        
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