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Volltext: Zeitschrift für Ethnologie, 107.1982

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Buchbesprechungen und Bibliographien 
„Bauform als Zeichen und Symbol“ ist ohne Zweifel eine wichtige Leistung im Felde der japani 
schen Yolksreligion, vor allem als ein Pionierwerk der bauethnologischen Betrachtung des Fackelfe 
stes. Besonders hervorzuheben ist das reiche Bildmaterial mit vielen Zeichnungen (Vertikal- und Ho 
rizontalschnitte) der Kultmale selbst sowie der Art und Weise ihrer Errichtung. Dies gibt vom enor 
men Fleiß des Autors kund. Der besondere Wert des Buches liegt darin, daß der Autor nicht stichpro 
benartig Material aus ganz Japan zusammengetragen hat, sondern in einem begrenzten Gebiet syste 
matisch Feldforschung betrieben hat. Es ist auch durchaus zu begrüßen, daß das alte Problem des ja 
panischen Feuerfestes von einem ganz neuen Gesichtspunkt eine Untersuchung erfahren hat, und es 
enthält auch manche interessante Ansichten. Andererseits wäre es wünschenswert gewesen, wenn der 
Autor die religionsgeschichtlichen Hintergründe und Zusammenhänge dieses Gebietes im Vergleich 
zu anderen Gebieten Japans berücksichtigt hätte. 
Dies Buch ist keine leichte Lektüre. Nicht-Japanologen werden Glossarium und Register vermis 
sen, da manche japanische Termini oder Begriffe ohne Erläuterung im Text stehen oder aber mit ei 
ner solchen an einer ganz entfernten Stelle: z.B. für das Wort ,,Go-shintai“ (86) muß man eine Erläu 
terung auf S. 38 suchen, und es gibt keine Erläuterung für den Begriff „das kleine Neujahr“, was das 
Fest am 15. Januar des Lunarkalenders bedeutet. Das Wort „Köminkan“, was ein Gesellschaftshaus 
der Gemeinde bedeutet, ist falsch als „Agrarkooperativ“ (142 et passim) erläutert. 
Taryo Obayashi 
Ibrahim, Hayder: The Shaiqiya; the cultural and social change of a 
Northern Sudanese riverain people. (Studien zur Kulturkunde 49). Wiesbaden: 
Steiner 1979. 
Dieses Buch ist die Druckfassung einer Frankfurter Dissertation, die der aus dem Sudan stam 
mende Autor über seine eigene Ethnie verfaßt hat. Er wählte seinen Geburtsort, das Dorf Gureir, aus 
und stellte ihn als beispielhaft für den gesamten Stamm hin. Die Berechtigung zu solcher Verallgemei 
nerung ist zwar nicht nachgewiesen; es gibt aber andererseits auch auf den ersten Blick kaum Gründe, 
diese Generalisierung abzulehnen. Die Shaiqiya (von anderen auch Shaikije geschrieben) leben an bei 
den Nilufern südlich der Danagla(-Nubier) stromaufwärts bis fast zum 4. Katarakt. Ihre Existenz 
grundlage ist der Anbau, vorwiegend Bewässerungsfeldbau, durch eine geringe Viehzucht ergänzt, 
die nicht einmal halbnomadisch betrieben wird. Der Verfasser stellt am Anfang die Frage, ob es nicht 
ein Risiko sei, sein eigenes Heimatdorf zum Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung zu 
machen. Er hat es dann schließlich doch gewagt, und man darf ihm zugestehen, daß er kein schönfär- 
berisches Bild einer vermeintlich heilen Welt am Nil mit lobenswert fester Verankerung in den Tradi 
tionen gezeichnet hat. Natürlich hat er sich betont an ältere Informanten gehalten, die ihm das All 
tagsleben seiner Ethnie in einer Epoche schildern konnten, in der für die Bewässerung noch nicht die 
Dieselpumpe und für den Absatz oder Ankauf landwirtschaftlicher Produkte noch nicht die Genos 
senschaft bestimmend waren. 
Nach einem einleitenden Kapitel über geographische Gegebenheiten, einem historischen Rück 
blick und einer Skizze der Gegenwartssituation der Shaiqiya, behandelt er die politische Organisa 
tion, die wirtschaftlichen Aktivitäten, die Gesellschaftsordnung einschließlich der deutlich von 
Brauchtum und Religion bestimmten Wendepunkte im Lebenslauf. Diese Kapitelfolge schließt er mit 
einem Beitrag über die Kultur seiner Dorfbewohner ab, in der auch der Volksislam dargestellt wird. 
Ein vom vorwiegend deskriptiven ersten Teil abgehobener zweiter Teil ist mit „Social Change“ über 
schrieben. Er geht von allgemeinen Reflexionen zu den Theorien des Kulturwandels aus, um die Ver 
hältnisse im Shaiqiya-Gebiet zu analysieren. Hier einbezogen sind die Eingriffe der britischen Verwal 
tung, die Auswirkungen der Erziehung und der Abwanderung in die Städte. 
In vielen Abschnitten wirken die Ausführungen beinahe distanziert, fast kritisch gegenüber land 
läufigen Ansichten in der eigenen Ethnie. So, wenn er beispielsweise die Ethnogenese der Shaiqiya be 
spricht. Er nennt alle bisherigen Ausführungen ‘guesswork for scholars’ und fordert die Einbezie 
hung der Ergebnisse der archäologischen Ausgrabungen in letzter Zeit. Während nicht wenige Be 
wohner des Niltals sich überbieten in hypothetischen Nachweisen ihrer puren arabischen Herkunft,
	        
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