378
Von China nach Paläftina
Singapore.
Eine nach dem Stillen Weltmeer f{trebende englandfeindliche Flotte
wird fich, wenn nicht fchon vorher, bei Singapore mit Großbritannien
auseinanderzufetzen haben. Durch feine glückliche Lage am Meer
[owie durch Klima und Bauart ift Singapore unbeftreitbar eine der
fchönften Städte im fernen Often. In feinen Straßen wimmelt es
von Europäern, Chinefen, Malaien, Indiern und Singhalefen; der
Chinefe überwiegt. Wo man auch hinblickt, fieht man Söhne des
Reiches der Mitte eifrig tätig. Für die verfchiedenen Raffen find
befondere Viertel angelegt. Vom Hafen kommend hat man das
chinefifche Viertel zu durchqueren, um ins europäifche zu gelangen.
Hier läßt das Straßenbild an Großzügigkeit und reizender Mannig-
jaltigkeit nichts zu wünfchen übrig. In den breiten, fauberen Ver-
kehrsadern reiht fich Schaufenfter an Schaufenfter, Kaffeehaus an
Hotel; in. den prächtigen Anlagen mit tropifchem Pflanzenwuchs
drängt fich an Nachmittagen die europäifche Welt. Wie müffen
die aus dem Hinterland kommenden Eingeborenen ftaunen, wenn
fie zum erften Male die reizende Stadt mit ihren Bogenlampen,
„fahrenden Häufern“ (Straßenbahn) und Dampfifchiffen fehen!
Unter den 210000 Einwohnern Singapores befinden fich bloß
3800 Weiße. Die im Verhältnis zur weißen Bevölkerung über-
große Zahl europäifcher Gefchäfte läßt vermuten, daß fie einen
großen Kundenkreis in andern afiatifchen Befitzungen haben. Die
Abficht, in Singapore die Kamera zu gebrauchen, konnte nicht
ausgeführt werden. Schon auf dem Schiff war bekannt gemacht