Digitalisate

Hier finden Sie digitalisierte Ausgaben ethnologischer Zeitschriften und Monografien. Informationen zum Digitalisierungsprojekt finden Sie [hier].

Suchen in

Objekt: Deutsches Jahrbuch für Volkskunde, 11.1965

Mehrstimmige Gesänge der südalbanischen Laben 
179 
12* 
dunton benutzt. 6 Hinsichtlich Ambitus und Tonbestand zeigen unsere drei 
Beispiele folgendes Bild: 
Beispiel 1: 1. Solosänger 
gab c ! 
Chor 
g 
2. Solosänger 
(d) (es) 
1 .1 
f (fis) 
1 ■■■■) 
g 
Beispiel II: 1. Solosänger 
g (a)b c ! 
Chor 
i 
g 
2. Solosänger 
(d) (es) 
11 
(f)fis 
11 
g 
Beispiel III: 1. Solosänger 
g a ( b ) 
Chor 
g 
2. Solosänger 
(d) (es) 
(f) fis 
« 1 
g 
Der Ambitus der melodietragenden i. Solostimme ist recht verschieden. Vor 
herrschend sind jedoch suboktavische Ordnungen, meist drei- oder viertönige 
Strukturen, teilweise ohne Halbtonschritte, im Quart- oder Quintrahmen. Den 
kleinsten Ambitus zeigt unser Beispiel III. Seine melodische Bewegung pendelt 
innerhalb der großen Sekunde a und dem Bordunton. Nur in Zierfiguren klingt 
gelegentlich b an. In Beispiel II bewegt sich die Oberstimme im Quartrahmen über 
dem Bordun, in Beispiel I geht sie bis zur Quinte d hinauf. 
Der Tonraum des zweiten Solisten dagegen ist in unserer Liedgruppe ziemlich 
fest Umrissen. Seine kurzen melodischen Floskeln vollziehen sich innerhalb der 
Unterquarte des Borduntons. Der Bordunton selbst und dessen kleine oder große 
Untersekunde (oder auch ein Ton der dazwischen liegt) sind seine Haupttöne. In 
der Regel werden d und es nur am Schluß der Vorsängerphrase benutzt. 
Gemeinsam ist allen labischen Gesängen eine starke Klangreibung um den Bor 
dunton, die durch die verschieden weit genommene Untersekunde des 2. und die 
e henso willkürlich angesetzte Obersekunde bzw. Kleinterz des 1. Solisten bewirkt 
^drd. Das in der Mitte des ausgenutzten Tonraumes liegende tonale Fundament 
des Borduntones bewirkt überdies einen gleichsam plagalen Klangcharakter. 
Obgleich der Charakter des labischen Melos vom jeweiligen Ambitus und Ton- 
v orrat eines Stückes abhängt, sind doch einige typische Züge feststellbar: ziemlich 
en gräumige, zuweilen kurzatmige, knappe und präzise Formulierungen in der ersten 
Solostimme, kleine kahl wirkende Bögen, lebhaftes Pendelmelos mit scharfen Ak- 
Zentuierungen u. ä. Noch geringer ist die melodische Bewegung des 2. Solisten. Da 
er sich streckenweise auf ein Pendeln zwischen dem Bordunton und dessen Unter- 
Se kunde beschränkt, wobei oft ostinatoähnliche Motive entstehen wie überhaupt 
, 6 In anderen labischen Liedern greift der zweite Solosänger auch in den Raum oberhalb 
Qes Borduntones über (vgl. die Beispiele mit Oberterz bei Sokoli, a. a. O. Beisp. 1, 2, 7, 11, 
U —18, 20, 28 — 30).
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.