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fullscreen: Zeitschrift für Ethnologie, 16.1884

Archäologische Forschungen im Bezirk des Terek 
(Nordkaukasus). 
Von 
W. Dolbescheff. 
Oberlehrer am Gymnasium zu Wladikawkas. 
I. In Digorien (Kaukasus, Ossetien) 1882, im Juni. 
Hóhlen !). 
In Gesellschaft des hier aus Moskau eingetroffenen Docenten der An 
thropologie, D. N. Anutschin fuhr ich, Anfang Juni, in das ossetische Dorf 
Jelchott, um in der Umgegend einige Hohlen zu besichtigen. 
Etwa 2 Werst oberhalb benannten Dorfes, am linken Ufer des Terek, 
mündet in das Terek-Thal eine weite Schlucht, die sich von W. nach 0. 
zieht. Nach langem Herumsuchen fanden wir am südlichen Abhange dieser 
Schlucht die Mündungen zweier Hóhlen, die nicht weit von einander ge 
legen sind, auch nicht fern vom Wasser des jetzt bloss periodisch fliessenden 
Baches im Thalgrunde. Das Erdreich, in dem diese Höhlen sich befinden, 
ist Sandstein, in dem hie und da Spuren von Gerölllagern zu bemerken sind; 
es stellt demnach durchaus kein dauerhaftes Material vor, in dem durch 
Jahrtausende die Spuren des Menschen aufbewahrt bleiben konnten. 
Vor der Mündung der grösseren der beiden Höhlen, die einige Faden 
westlicher und etwas niedriger, dem Wasser näher, liegt, hat sich aus 
herabgeschwemmten Erdreich ein erhöhter Vorsprung gebildet, der durch 
das Herabfallen von Theilen des über ihm befindlichen Höhlenbogens noch 
mehr erhöht wurde. In Folge davon verschwemmt gegenwärtig das herabströ- 
mende Wasser die Höhlenöffnung immer mehr und führt den aufgelösten Sand 
bis tief in die Höhle, Die Endpunkte des Höhlenbogens stehen 4—5 Faden 
von einander ab, seine grösste Höhe aber, etwa in der Mitte, ist so gering: 
dass man nur stark gebückt hineingelangen kann. Gleich vom Eingange 3° 
geht es steil nach unten. Der Boden besteht aus feuchtem, weissem, Sande 
Hier eröffnet sich eine ziemlich geräumige und hohe Vorhalle; die Boden- 
senkung geht nicht mehr so steil nach unten und führt in einen, im ôst- 
1) Hôhle auf ossetisch — Laghet, d. h. Zufluchtsstátte, Asyl.
	        
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