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fullscreen: Tribus, 22.1973

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Buchbesprechungen 
lebten, sich der vegetarischen Kost der Ein 
heimischen anpaßten und das vermieden, was 
ihre Außenseiterrolle hätte hervorkehren kön 
nen, wie z. B. den Konsum von Alkohol. 
Die Autoren betonen im Vorwort, daß ihr 
Material ein empirisches ist. Aussagen lokaler 
Informanten sind im Text durchgehend typo 
graphisch abgehoben. Ihrer Publikation haben 
sie die Form eines catalogue raisonné gegeben, 
der zunächst in zehn Abschnitten im wesent 
lichen den verwendeten Werkstoffen folgt: 
Stein, Ton, Farbpigmente, Holz, Textilien und 
Leder. Drei Kapitel behandeln ergologischc 
Themen: Metallgcgenständc, die durchwegs 
nicht lokal gefertigt sind, Bodenbaugeräte so 
wie abschließend Spielzeug und Spiele und 
Haartracht und Schmuck der Haut. Beim letz 
ten Punkt vermißt man Hinweise auf die 
Technik des Tätowierens. 
Innerhalb der einzelnen Kapitel werden je 
weils die Rolle des Handwerkers, seine Ar 
beitsbedingungen sowie Werkzeug und Roh 
material beschrieben. Als Dokumentation für 
den Katalogteil standen 3800 Fotos und 400 
exakte Objektbeschreibungen zur Verfügung. 
Typische Produkte (basic types) werden als 
cultural motives nach ihren funktionalen und 
strukturellen Aspekten analysiert. Produk 
tionsprozesse werden in ihrem zeitlichen Ab 
lauf geschildert, meist mit exakten Zeitanga 
ben. 
Bei den Beschreibungen der Einzclobjekte 
— Werkzeuge wie Produkte — fehlen hin 
gegen weitgehend Maßangaben. Das Gehöft 
des Töpfers ist durch einen Grundriß illustriert, 
der inhaltlich wie formal vollauf befriedigt. 
Hingegen kann man sich von der Töpferschei 
be aufgrund der rein verbalen Darstellung 
nur mühsam ein zufriedenstellendes Bild ma 
chen. Die kleinen Fotos geben über Details 
der Konstruktion keinen Aufschluß. Dieser an 
einem Beispiel illustrierte Mangel, der schon 
eingangs angesprochen wurde, erschwert die 
Verwendung des Materials für vergleichende 
Untersuchungen. 
Insgesamt besehen ist die vorliegende Ar 
beit ein hervorragendes und nachahmenswer 
tes Beispiel einer regionalen Studie auf dem 
Gebiet der völkerkundlichen bzw. im konkre 
ten Fall der volkskundlichen Technologie und 
Ergologie. Das einleitende Kapitel über „Das 
Dorf Ratadi und seine Bewohner“ gibt, mit 
für das Thema ausreichenden Details, eine Be 
schreibung der natürlichen und sozialen Um 
welt, die eine Einordnung des Materials in den 
weiteren kulturellen Rahmen zuläßt. 
Weit über ihre rein akademische Bedeutung 
hinaus sind derartige Arbeiten — global be 
trachtet — geeignet, den Blick auf die kultu 
relle und nationale Bedeutung dieses For 
schungsgegenstandes zu lenken, wie Alfred 
Bühler in seinem Vorwort andeutet. Sie kön 
nen dazu beitragen, die verständlicherweisc 
auf den zivilisatorischen Fortschritt konzen 
trierte Intelligenz der Dritten Welt auf bc- 
wahrenswertes Heimisches aufmerksam zu ma 
chen, ehe es — wie weitgehend im Bereich 
unserer vielfach überbewerteten Zivilisation — 
zu spät ist. Um das jeweils nationale kulturelle 
Erbe zu erhalten, ist es nötig, es so vollständig 
wie möglich zu dokumentieren. Auch in diesem 
Sinn ist die Gemeinschaftsarbeit des deutschen 
und des indischen Autors, wieder mit Bühler, 
„ein Beispiel für ähnliche zukünftige Publika 
tionen“. 
Alfred Janata 
K. ISHWARAN (ed): 
Change and Continuity in India’s Villages. 
New York and London: Columbia Univer- 
sity Press. 1970. 296 S. 
Dieser Sammelband enthält Originalbei 
träge, und zwar, neben der Einleitung des 
Herausgebers und einem „Prologue“ von S. N. 
Eisenstadt (Some Remarks on Patterns of 
Change in Traditional and Modern India), 10 
Fallstudien aus einzelnen Dörfern: „The Pro- 
cess of Social Change in Himachal Pradesh“ 
(W. H. Newell), „Urban Influence and Change 
in Southern Mysore“ (A. R. Beals), „Diversity 
and Change in the Lower Himalayas“ (G. D. 
Berreman), „Change in the Jajmani System of 
an Uttar Pradesh Village“ (]. W. Eider), „So 
cial and Religious Change in Central Kerala“ 
(K. Cough), „Internal Dynamics of Change in 
a Mysore Village“ (K. Ishwaran), „Changing 
Socioeconomic Structure in Madras State“ 
(J. P. Mencher), „The Changing Political Sys 
tem of a Maharashtrian Village“ (H. Oren- 
stein), „Cultural Change in Eastern Uttar 
Pradesh“ (Y. Singh), „Koya Social Organisa 
tion, Change and Persistcnce in Andhra Pra 
desh“ (S. A. Tylor). 
Dieser Überblick kann die Vielfalt der The 
matik nur andeuten. Die meisten Autoren ha 
ben ihr Material unter anderer Themenstellung
	        
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