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Dornenstrauch “ Letzterer Gebrauch ist genau der der Hottentoten, welche früher die 
Todten nicht nur banden, wie andere afrikanische Stämme, sondern förmlich einwickelten. 
Die Sprache der Hottentotten kennt Geschlechtsunterschied der Hauptwörter 
und unterscheidet sich hierdurch absolut von dem südafrikanischen Sprachstamm, 
tritt aber eben ‚dadurch den nordafrikanischen Sprachen nahe. Wallmann und 
Bleek behaupteten, sie habe Aehnlichkeit mit dem Koptischen und Altägyptischen, 
welcher Meinung neuerdings freilich widersprochen wird. Aber was über die Sprache 
der Troglodyten von Herodot gesagt wird, ist für uns bedeutsam. Es heisst hier: 
lingua nulli alteri simili utuntur, sed vespertilionum more strident. Diese Ausdrücke 
passen ganz auf die Hottentotten. Wenn auch sonst wohl ein Volk vom andern 
sagt: „es zwitschere“ (wie z. B. die Basutho von der deutschen Sprache sagen, sie 
sei ein Vogelgezwitscher), so ist doch der Ausdruck des grossen Weltkenners Hero- 
dot, „die Troglodyten haben eine Sprache, die keiner andern ähnlich ist“, und der 
Umstand, dass er das Zwitschern dieses Volkes durch den Zusatz „wie die Fleder- 
mäuse“ näher kennzeichnet, jedenfalls zu beachten. Die Hottentottensprache, wie 
auch die der Buschleute, erscheint uns wegen der später zu charakterisirenden 
Schnalzlaute, die derselben eigenthümlich sind, fremdartiger und sonderbarer, als 
irgend eine andere. Nach Perty ‘) sollen im Norden Afrikas noch heute Stämme 
leben, die eine ähnliche schnalzende Sprache haben, wie die Hottentotten; Sklaven 
mit einer Sprache, die sehr an die hottentottische erinnert, sollen auf den Markt von 
Kairo kommen. Leider giebt Perty nicht an, aus welcher Quelle diese Nachricht 
stammt. Es scheint, als ob die Hottentotten von Nord-Afrika aus nach Süden ge- 
wandert, als ob aber auch in den Ursitzen Theile des Volkes zurückgeblieben 
seien. Unter dem Volke selbst findet sich keine Tradition über seine Herkunft, die 
von Werth erscheinen könnte. Kolbe erwähnt, dass er (Anfang des vorigen Jahr- 
hunderts) von den Hottentotten gehórt habe, dass ihre ersten Eltern Noh nnd Hin- 
gnoh gewesen seien, die würen durch eine Oeffnung (des Himmels?) auf die Erde 
gekommen; sie hätten ihre Nachkommen im Süen und Ernten des Getreides unter- 
wiesen, auch im Hüten des Viehes, später aber seien ihre Vorfahren verjagt und 
vertrieben worden aus ihrem Lande und hätten so den Ackerbau wieder vernach- 
lässigt und vergessen. Die Namaqua erzählen, dass ihre Vorfahren zu Schiff nach 
Süd-Afrika gekommen seien. 
Die Hottentotten hatten, allem Anscheine nach, in früheren Zeiten einen viel 
grösseren Strich von Süd-Afrika in ihrem Besitz, als in unserm Jahrhun- 
dert es der Fall ist. Im Jahre 1677 wurde ein holländisches Schiff, de Boede, unter 
Corporal Thomas Hobma an der Westküste entlang nach Norden geschickt, um nach 
Häfen zu suchen; dies Schiff erreichte 12° 47‘ und rapportirte, Häfen seien an der 
Küste nicht zu finden, aber die Eingebornen seien überall Hottentotten. Im sieben- 
zehnten Jahrhundert erzählten die Hottentotten am Cap den weissen Ankömmlingen, 
dass im Innern ihnen ein Land bekannt sei, wo man Gold im Sande finde, wo grosse 
steinerne Häuser ständen und Reis gesäet würde. Es ist dies die Gegend im Westen 
von Sofala, wo noch heut Gold gefunden und Reis gebaut wird; die „steinernen 
Häuser“ sind entweder die Ruinen von Zimbabye oder Missionsstationen, welche dort 
im 16. Jahrhundert errichtet worden sind. Bis dahin, also etwa bis zum 20° südl. 
Breite war damals den Hottentotten die Ostküste bekannt. Das von Betschuanen 
und Basuthos jetzt bewohnte Hochland im Innern Südafrikas war in jenen Zeiten 
wahrscheinlich von Hottentotten und Buschleuten bewohnt. Noch heute nennen die 
Bapedi (Basuthos), die unter dem 24^ südl. Breite wohnen, die Himmelsgegend nach 
!) Perty, Ethnologie. S. 276, 
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