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Günter Smolla
von Standlager VI im Ssandauwe-Land 4 ) in reicher Auswahl vorliegt, jünger sein
muß, als die Mehrzahl der übrigen Gattungen. Diese kommen meist so untereinan
der vermischt vor, daß noch nicht deutlich genug erkannt werden kann, ob es sich
nicht um Varianten weniger Gruppen handelt, deren anteilmäßige Unterschiede
nur auf geringe zeitliche oder lokale Verschiedenheiten zurückzuführen sind. Hier
über wird erst genaueres ausgesagt werden können, wenn das Gesamtmaterial —
einschließlich der mitgefundenen Steinartefakte, geschliffenen Steinbeile, Steinscha
len, Scheibenperlen aus Straußeneischalen und Muscheln, der wenigen Metallgegen
stände aus der Mumba-Höhle und vor allem der Grabbeigaben — bearbeitet ist.
Dann auch kann vielleicht gesagt werden, ob — wie in Südafrika 5 ) — Unterschiede
zwischen den Funden aus Höhlen mit Felszeichnungen und solchen die keine ent
hielten, bestehen. Dagegen hat sich bei der Bearbeitung der Steingeräte aus der
Mumba-Höhle bereits ergeben, daß sich mit dem ersten Auftreten von Keramik in
Schicht III auch das zahlenmäßige Verhältnis der einzelnen Typen verändert. So
erhöht sich der Anteil von Kratzern und ausgeprägten mikrolithischen Formen;
ferner wird Obsidian jetzt in stärkerem Umfang verwendet.
II.
Unter den vorliegenden keramischen Resten nimmt die schon erwähnte Gattung,
für die wir nach ihrer Hauptfundstelle 4 ) den Namen „Ssandauweland-Typus“ Vor
schlägen, eine Sonderstellung ein (Fig. 1, Phot. 14, 15). Sie wurde in einzelnen Stük-
ken auch an anderen Stellen gefunden, von denen hier nur die aus der Mumba-
Höhle (Fig. 3, Nr. 18, 19, 20. Phot. 16, Nr. 1, 2.) vorgelegt werden.
Leicht gemagert und gut gebrannt, im Bruch meist schwarz, macht sie wegen der
Sorgfalt der Oberflächenbehandlung und Verzierung in ihren besten Stücken kaum
noch den Eindruck „prähistorischer“ Keramik. Eher möchte man sie einer „Hoch
kultur“ — im afrikanischen Sinne — zuordnen, in der handwerkliches Schaffen
noch nicht zur Herstellung von Massenwaren verflachte. Dieser unmittelbare Ein
druck bestätigte sich beim Versuch einer Einordnung in weiträumigere Zusammen
hänge.
Der Formenschatz ist gering. Da unter dem Material kein Bodenstück vorliegt,
und das einzige ergänzbare Bruchstück (Fig. 1, Nr. 11; Phot. 14, Nr. 2) einen runden
Boden hat, wird man mit hoher Wahrscheinlichkeit annehmen dürfen, daß alle
Gefäße rundbodig waren. Bei den, wie noch gezeigt werden wird, engen Beziehun
gen, die den Ssandauweland-Typus mit der „dimple-based pottery“ Kenyas ver
bindet, läge es zwar nahe, auch hier omphalosartige Bodendellen anzunehmen.
Hätte sich aber ein solches Bodenstück dabei gefunden, so wäre es der Aufmerk
samkeit des Ausgräbers sicher nicht entgangen.
Am häufigsten sind die Randstücke flacher Schalen, deren Ränder — zum Teil
verdickt — mehr oder weniger einziehen — (Fig. 1, Nr. 3, 8, 9, 11. Phot. 14, Nr. 2,
3., Phot. 15, Nr. 1.). In etwas geringerer Zahl liegen Randstücke vor, die zu weitmun-
digen, llachkonisch-auslaufenden Schalen oder Näpfen gehören dürften (Fig. 1,
Nr. 5, 6, 7.). Als dritte Gefäßform, die in ihrer Häufigkeit etwa zwischen den