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Volltext: Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, 1.1870/71(1871)

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dern, Schafen, Ziegen und Bibern nährte, und wie es die Beschaffenheit der 
Scherben zeigt, cinen schon höheren Culturgrad besass, 
Wenn wir alle diese Funde in der ByCiskäla-Höhle und die Lage- 
rungsverhältnisse, sowohl einzeln als im Ganzen, betrachtem, so kann man 
nicht umhir, sich an die am Schussenried in Schwaben und in einigen 
Höhlen Deutschlands und Frankreichs zu erinnern, Vergleiche angestellt, 
lassen eine Parallele zwischen jenen uud diesen unwillkürlich zu, 
Obwohl das Material aus der By&Ciskäla-Höhle noch viel zu gering 
ist, um eine vollkommene Uebereinstimmung anzuerkennen, so ist doch das 
gleiche Vorkommen der Thierarten nicht zu unterschätzen ; wir finden hier 
wie dort das Pferd, den Ochsen oder Bison und das Rennthier haupt- 
sächlich vertreten, Denen gesellten sich Wolf, Vielfrass, Katze, Hase und 
kleine Säugethiere hinzu; ebenso sind die analogen Steinwaffen theils aus 
Steinarten, die in unserer Gegend nicht gefunden werden, wie der Flint, 
‚Jaspis. Chalcedon u s, W. 
Ferner sind sowohl die Bearbeitung, als auch das vollendete Werkzeug 
durchaus ähnlich; wir finden hier wie dort Pfeilspitzen, Lanzenspitzen und 
Aexte aller Art, und die Formen, welche den von Fraas angegebenen Stein- 
sägen entsprechen, ferner bearbeitetes Rennthierhorn — und wenn wir diese 
letzteren Stücke betrachten, so scheinen dieselben auf eine und dieselbe Art 
zugehauen, die keinen Zweifel zulässt, dass das bearbeitende Instrument eine 
Steinaxt oder ein Steinmesser war, Wenn es auch nicht ein und dasselbe 
Volk war, wie in den Stationen der Dordogne, Namur, Feengrotte von Arci, 
Höhle von Mas d’Azil, Oberschwaben u. s. w., so hatte das Volk aus der 
ByCiskäla-Höhle in seinem Gebahren doch eine grosse übereinstimmende 
Aehnlichkeit ; sie schlugen die Röhrenknochen auf, öffneten die Kiefer, um 
das Mark daraus zu verzehren, und benützten das Rennthiergeweih zu 
Werkzeugen und Waffen. 
In Betreff der Lagerungsverhältnisse finden wir eine auffallende 
Analogie in den Höhlen der Dordogne, Jonne, Ariege u. s. w.; besonders 
ist es die Feengrotte bei Arcy zur Cure in der Jonne, in welcher Herr von 
Vybraye drei eben solche Ablagerungen fand, wie sie in der ByCiskäla- 
Höhle vorkommen, und zwar als unterste Schichte ein die Unebenheiten 
des Bodens ausgleichendes Diluvium mit Höhlenbärenknochen, eine mittlere 
mit aufgeschlagenen Knochen von Pferd, Rennthier und Ochs, mit Stein- 
messern und Steinwaffen, welche durch Schläge bearbeitet waren, und eine 
oberste Schichte, bestehend aus sandigem Mergel mit Knochen jetzt 
lebender Thiere. 
Wir können daher die Zeit, in welcher der Rennthiermensch der ByCi-
	        
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