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dern, Schafen, Ziegen und Bibern nährte, und wie es die Beschaffenheit der
Scherben zeigt, cinen schon höheren Culturgrad besass,
Wenn wir alle diese Funde in der ByCiskäla-Höhle und die Lage-
rungsverhältnisse, sowohl einzeln als im Ganzen, betrachtem, so kann man
nicht umhir, sich an die am Schussenried in Schwaben und in einigen
Höhlen Deutschlands und Frankreichs zu erinnern, Vergleiche angestellt,
lassen eine Parallele zwischen jenen uud diesen unwillkürlich zu,
Obwohl das Material aus der By&Ciskäla-Höhle noch viel zu gering
ist, um eine vollkommene Uebereinstimmung anzuerkennen, so ist doch das
gleiche Vorkommen der Thierarten nicht zu unterschätzen ; wir finden hier
wie dort das Pferd, den Ochsen oder Bison und das Rennthier haupt-
sächlich vertreten, Denen gesellten sich Wolf, Vielfrass, Katze, Hase und
kleine Säugethiere hinzu; ebenso sind die analogen Steinwaffen theils aus
Steinarten, die in unserer Gegend nicht gefunden werden, wie der Flint,
‚Jaspis. Chalcedon u s, W.
Ferner sind sowohl die Bearbeitung, als auch das vollendete Werkzeug
durchaus ähnlich; wir finden hier wie dort Pfeilspitzen, Lanzenspitzen und
Aexte aller Art, und die Formen, welche den von Fraas angegebenen Stein-
sägen entsprechen, ferner bearbeitetes Rennthierhorn — und wenn wir diese
letzteren Stücke betrachten, so scheinen dieselben auf eine und dieselbe Art
zugehauen, die keinen Zweifel zulässt, dass das bearbeitende Instrument eine
Steinaxt oder ein Steinmesser war, Wenn es auch nicht ein und dasselbe
Volk war, wie in den Stationen der Dordogne, Namur, Feengrotte von Arci,
Höhle von Mas d’Azil, Oberschwaben u. s. w., so hatte das Volk aus der
ByCiskäla-Höhle in seinem Gebahren doch eine grosse übereinstimmende
Aehnlichkeit ; sie schlugen die Röhrenknochen auf, öffneten die Kiefer, um
das Mark daraus zu verzehren, und benützten das Rennthiergeweih zu
Werkzeugen und Waffen.
In Betreff der Lagerungsverhältnisse finden wir eine auffallende
Analogie in den Höhlen der Dordogne, Jonne, Ariege u. s. w.; besonders
ist es die Feengrotte bei Arcy zur Cure in der Jonne, in welcher Herr von
Vybraye drei eben solche Ablagerungen fand, wie sie in der ByCiskäla-
Höhle vorkommen, und zwar als unterste Schichte ein die Unebenheiten
des Bodens ausgleichendes Diluvium mit Höhlenbärenknochen, eine mittlere
mit aufgeschlagenen Knochen von Pferd, Rennthier und Ochs, mit Stein-
messern und Steinwaffen, welche durch Schläge bearbeitet waren, und eine
oberste Schichte, bestehend aus sandigem Mergel mit Knochen jetzt
lebender Thiere.
Wir können daher die Zeit, in welcher der Rennthiermensch der ByCi-