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folg seiner bösen Umtriebe zu erleben. Doch hat er den Kon
flikt auf die Spitze getrieben. Arnkel erschlägt einen Knecht
Snorris, ohne dafür Buße zu leisten.
Snorri wird durch seine Ziehbrüder, die ehrgeizigen Thor
brandssöhne, vorwärts getrieben. Auch sie leitet dabei nur
persönlicher Haß gegen Arnkel. Sie glauben sich von diesem
in einer Erbschaftssache benachteiligt. Sie wollen die Snorri
von Arnkel zugefügte Beleidigung benutzen, um jenen als
ihren Helfer sich dienstbar zu machen. Thorleif Kimbi, der
heißspornigste unter ihnen, schleudert gegen Snorri den Vor
wurf der Feigheit. Der schlaue und zielbewußte Snorri kehrt
die Sache um. Sie müssen ihm das edle wild in die Arme
treiben. Dann führt er den vernichtenden Schlag gegen
Arnkel.
Der Plan zu Arnkels Erschlagung wird auf einem Gastmahl
entworfen, das Snorri den Thorbrandssöhnen gab. Die Er
schlagung selbst erfolgt bei einem Überfall auf jenen, der arg
los mit ländlicher Hcuarbeit beschäftigt ist. Diese beiden Vor
gänge bilden den Höhepunkt der Darstellung. Meisterhaft ist
dort die souveräne Überlegenheit des klugen Snorri, hier der
heldenhafte Mut des allein gegen die Übermacht kämpfenden
Arnkel geschildert.
Snorri wie Arnkel sprechen vom Gegner immer mit großer
Hochachtung. Beide lassen unverblümt durchblicken, daß sie
ihn höher einschätzen als die sie zum Rachewerk anspornen
den Gefährten. Jenen leitet dabei mehr seine Klugheit, diesen
sein Gerechtigkeitsgefühl. Der Sagaerzähler ist ganz partei
los. Er berichtet einmal, daß man Snorri der versuchten Auf
stachelung zum Meuchelmord gegen Arnkel bezichtigte. Er
sagt kein Wort dawider. Auch Snorri selbst ließ ja die Leute
reden,was sie wollten.DerNachrufaufArnkel wirkt in unserer
nüchternen Saga fast romantisch. Die ganze übrige Erzählung
aber zeigt, daß der Sagaschreiber auch hier nur das allge
meine Urteil wiedergibt.
Sehr vielseitig ist das Kulturbild in diesem ersten Hauptteil
der Saga. Es fehlt in ihm kaum ein Zug altisländischen Le
bens. Besonders interessant ist der Kechtögang. Selbsthilfe