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Kerl mit vortrefflichem Maulwerk seine Klage vor, unö er ver
setzte ernsthaft: „Da habt Ihr Recht!" Aber nun sprang Ser
verklagte vor, Ser auch nicht auf Sen MunS gefallen war, und
auch ihm sagte er am Schluffe: „Da habt Ihr Recht!" Da
zupfte ihn sein neuer Gerichtsschreiber, Ser seine Eigenheiten
noch nicht kannte unS sein eignes Licht gern leuchten lassen
wollte, leise am Ärmel Ser Robe unö flüsterte: „Aber i?err
Justizrat, beiSe können öoch unmöglich Recht haben!" — „Da
habt Ihr auch Recht!" stimmte ihm Ser wohlwollenöe Richter
bei unS stellte so, sollt man Senken, alle Welt zufrieSen. Im
Urteile selbst war Sies freilich unmöglich.
Linen guten Riffen liebte er ebenfalls unS einen guten
Trunk nicht min-er, unS öas wußte feine Schwägerin wohl. Sie
Frau Ses reichen Kaufmanns Berg; Seshalb sprach sie eines
Morgens zu ihrem neuen Reöienten: „Johann, weißt öu, wo
Ser Herr Richter wohnt? Lauf schnell hin, unS wenn Su ihn
nicht mehr zu brause triffst, so such ihn in Ser Sitzung auf
unS laö ihn noch rasch für heut zum Mittagessen bei uns ein,
er würSe auch noch einen guten FreunS finöen. weißt öu's
nun?"
„wie sollt ich nicht?" brummte Johann.
„wie sagst Su Senn?"
„Li, er sollt auf einen Löffel Suppe kommein, es gab
Gänsebraten, Ser Sicke Schmitz käm auch!."
„Nein!" rief Frau Berg, trotz ihres Ärgers lachen-, „son-
Sern so: Line schöne Lmpfehlung von Herrn Kommerzienrat
Berg unS Frau, unö sie gäben sich Sie Lhre, Sen Ferrit Justiz
rat zum Mittagessen Punkt ein Ahr einzulaöen; Ser ^err Kett*
Sant hätte schon zugesagt."
„Auch gut!" murrte Johann unS ging. Zur Wohnung.
Der Richter war fort. In Sen übervollen Sitzungssaal. Der
Richter vereiöigte unö verhörte eine Menge Leute unS war,
einen heißen Tag voraussehen-, in gereizter Stimmung. Johann
örängte sich vor.
„was fällt Sem Kerl ein?" rief -er Richter, „wartet
bis Ihr an Sie Reihe kommt!"
„Aber, ijerr Unterstützungsrat —"
„Still, sag ich!"
Johann zuckte Sie Achseln unS harrte in Geöulö. Lnölich
kam er vor unS begann: „Ich sollte —"