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Sartori :
Gre sell . d . d . Sprache I , 137 . Aura . Zurückgehen in den eigenen spuren macht geistersichtig : Bartsch a . a . 0 . II , S . 236 .
Die Spur , welche ein Ehebrecher getreten , heisst eine quade ; wer hineintritt , dem wird dadurch etwas angethan ( Ostfriesland ) : Kuhn und Schwartz , Nordd . Sagen , 444 . Ygl . Wuttke § 628 . Wer in die stapfen eines Bären tritt , dem schält sich nach dem Glauben der Kamt - schadalen die Haut von den Sohlen : Kohn - Andree , Sibirien u . d . gebiet II , 191 . In die im Stein zurückgelassene Fussspur des hl . Rat - peronius setzte man gerne seinen Fuss , um nicht müde zu werden . Auch in dem Kirchlein von Rethsee lag ein Stein mit einer ähnlichen Fussspur . Wer seinen Fuss da hineinlegte , genas , er mochte , was immer für leiden haben : Birlinger , Yolkstüml . a . Schwaben , I , 409 f . Aus den „ Herrgottstritten " Christi auf dem Rosenstein und Scheuelberg pflegten die abergläubischen Leute Augenwasser zu trinken : Laistner , Nebelsagen , 179 . Wenn man im frischgefallenen Schnee Fussstapfen findet und in denselben genau geht , so kann die Person , von der sie herrühren , nicht mehr weiter , wenn sie eine Hexe ist ( Iselthal ) : Zingerle , Sitten des Tiroler Yolkes , 66 .
Endlich müssen wir auch der alten Sitte der Blutbrüderschaft hier gedenken . Im nordischen Altertum pflegten zwei , welche Brüderschaft schlössen , ihr Blut in die Fussspur rinnen zu lassen : Grimm , Gesch . der dtschn . Sprache I , 137 . In merkwürdiger Übereinstimmung übrigens mit dem Gedanken , der jenem nordischen Brauche zu Grunde liegt , schneidet der Basuto die Rasenerde aus , auf der sein Verbündeter sass , hebt sie auf und hat damit eine Bürgschaft , dass jener treu zu ihm steht : Ausland , 1890 , 573 .
2 . Der Fuss befruchtet die Erde .
Wenn der Psalmist ( 65 , 12 ) von seinem Gotte sagt : „ Du krönest das Jahr mit deinem Gut und deine Fussstapfen triefen von Fett " , so mag das eine poetische Ausdrucksweise genannt werden . Oder wenn es im mecklenburgischen Aberglauben ( Bartsch II , 160 ) heisst : „ Des Herren Fusstritt düngt den Acker ; des Herren Fusstritt mästet das Yieh " , so mag man diesem Ausspruch eine rationalistische Deutung geben . Ygl . holz , Naturmythen , 25 . Zu Grunde liegt aber in beiden Fällen doch eine Anschauung , die wir als eine echt volkstümliche bezeichnen müssen , nämlich die , dass an den Fuss eine die Erde befruchtende , segenbringende Kraft geknüpft wird . Wenn , wie im vorigen Abschnitt gezeigt , an der hinterlassenen Fussspur noch immer ein Teil des Wesens ihres Urhebers haftet , so ist es folgerecht , dass die Spur eines freundlichen Dämons Fruchtbarkeit , Glück und Heil , sowie die eines feindlichen Unsegen und Unfruchtbarkeit zurücklässt : Creuzer , Symbolik IY , 56 f . Bachofen , Yersueh über die Gräbersymbolik der Alten , 231 . 389 . Wo der Böse