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Volltext: Baessler-Archiv, 14/15.1930/32

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FRANZ TERMER 
sind an dem flach geböschten Hang über derselben aufgeführt worden. Soweit sich über 
blicken ließ, waren sie regellos im Gelände zerstreut. Diese Tumuli, sofern sie bis jetzt von 
dem Inhaber einer benachbarten Plantage angegraben wurden, weichen in ihrer Konstruk 
tion von sämtlichen mir bekannten ähnlichen Bauwerken im Hochlande von Guatemala ab. 
Denn sie bestehen aus einem teils in dem gewachsenen Erdboden teils auf ihm angelegten 
rechteckigen Grabgewölbe von fast quadratischem Grundriß. Wände und Decke sind aus 
Kalksteinen aufgemauert, wogegen der Boden aus festgestampfter Erde besteht. Die Decke 
ist in der bekannten Art des Mayagewölbes konstruiert und ragt über das Niveau des ge 
wachsenen Bodens auch in den Fällen empor, wo das Gewölbe zum Teil in diesem aus 
geschachtet wurde. Uber dem Gewölbe ist aus lockerem Erdreich der kuppelförmige Tu 
mulus aufgeschichtet, dessen Außenseite mit behauenen Steinquadern belegt ist. Von außen 
führt ein niedriger, schmaler Gang in das Gewölbe. Man muß ihn auf allen Vieren kriechend 
passieren, um in das Innere zu gelangen. Als Verschluß diente eine größere Steinplatte. 
Diese Konstruktion findet ihre Parallele in den Grabgewölben von Palenque, wie sie 
Frans Blom dort freigelegt hat. 1 Ferner ist ihr Vorkommen im Mayagebiet von Britisch 
Honduras bedeutsam, wie die soeben erschienene Arbeit von EricThompson zeigt. 1 2 Zwischen 
beiden Arten der Grabkammern besteht eine solche Übereinstimmung, daß man sie für die 
Werke eines und desselben Volkes odereiner und derselben Kulturperiode halten möchte. 
Wir müssen daher annehmen, daß als Erbauer der Gräber von Xacbal ebenfalls Maya 
stämme in Frage kamen. Damit hätten wir hier den am weitesten nach Süden in die Ketten 
gebirge von Guatemala vorgeschobenen Punkt jener typischen Architektur, der sicher in eine 
weit zurückreichende Vergangenheit zu setzen ist, wie die geborgenen Altertümer beweisen. 
Schon zu Anfang des 20. Jahrhunderts war ein schön bemaltes Figurengefäß von 
echtem Mayastil mit der Herkunftsbezeichnung aus Nebaj bekannt geworden, das Herr 
C. L. Fleischmann von den indianischen Behörden jenes großen Dorfes erhalten hatte. 3 
In den folgenden Jahren gelangten noch weitere Stücke aus jenem Gebiet in seinen Besitz 
nach London, die zum Teil dem Britischen Museum überwiesen wurden. 4 Ich glaube nicht, 
daß diese Stücke aus Nebaj selbst stammen. Tatsächlich liegen nun in unmittelbarer Nach 
barschaft des Dorfes einige Erdhügel, und einen Tagesritt entfernt im Nordwesten trifft 
man auf den größeren Ruinenplatz von Salquil Grande. Von beiden Stellen sollen aber, 
wie mir in Nebaj versichert wurde, nur unbedeutende Überreste geborgen worden sein. 
Anlage und Baustil dieser Ruinen stellen sie in die Reihe der für das zentrale Guatemala 
charakteristischen Bauten einer verhältnißmäßig jungen Zeit mit mexikanischem Ein 
schlag. Ich möchte sogar annehmen, daß wir es hier mit dem Zentrum jenes Teilreiches zu 
tun haben, über das uns vage Nachrichten in dem Tanzschauspiel des Rabinal Achi über 
liefert sind und das dort geradezu mit den „Yaqui“, den mexikanischen Einwanderern, in 
Verbindung gebracht wird. Ließe man also die Herkunftsangabe „Nebaj“ bei diesen früher 
bekannt gewordenen Stücken als zu Recht bestehen, so müßte man bei diesen Gefäßen an 
dorthin durch Handel oder als Beutestücke verschleppte Gegenstände denken. 
Der Besuch der Ruinen von Xacbal hat mir gezeigt, daß aller Wahrscheinlichkeit nach 
das Hieroglyphengefäß und die anderen Stücke der Sammlung Fleischmann ebenfalls aus 
dieser Gegend stammen dürften. Das Gleiche ist mit dem Zackengefäß der Fall, das Seler 
aus „Nebaj“ beschrieben hat und das, wie wir sehen werden, ebenfalls auf die Gegend von 
Ilom hinweist. 5 Dieses Dorf gehört in der Verwaltungseinteilung des Landes zum Distrikt 
1 Tribes and Temples. New Orleans 1926. Vol. 1. S. 180 bis 
188. 
2 J. Eric Thompson, Archaeological Investigations in the 
Southern Cayo District British Honduras. (Field Mu 
seum of Natural Flistory. Publication 301. Anthro 
pological Series, vol. 17, no. 3.) Chicago 1931. — Vgl. 
besonders Fig. 3, 8 b und 10a. 
Ed. Seler, Gesamm. Abhandl. Bd. III. S. 717ff. 
Vgl. Th. A. Joyce, Mexican Archaeology, 2. A. (1920), 
Fig. 71 (S. 314) u. Fig. 72 (S. 316). 
Ed. Seler, Gesamm. Abhandl. Bd. III. S. 626.
	        
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