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Volltext: Baessler-Archiv, 17=42.1969

GLOBUS. 
ILLUSTRIERTE ZEITSCHRIFT FÜR LÄNDER- und VÖLKERKUNDE. 
VEREINIGT MIT DEN ZEITSCHRIFTEN: „DAS AUSLAND“ UND „AUS ALLEN WELTTEILEN“. 
HERAUSGEBER: Tkof. Dr. R. ANDREE. VERLAG von FRIF.DR. VIEWEG & SOHN. 
Bd. lxxxii. Nr. 2. BRAUNSCHWEIG. 
10. Juli 1902. 
Nachdruck nur nach Übereinkunft mit der Verlagshandlung gestattet. 
Die Stromschnelle von Laufenburg. 
Von I)ipl.-Ing. Dr. Hein 
1. Vorbemerkung. Du Pasquier batte in seinem 
Werke „Über die fiuvioglazialen Ablagerungen der Nord 
schweiz“ 1891 die Erklärung der Stromschnellen unserer 
Flüsse gegeben. Über die prachtvolle Stromschnelle des 
Rheines bei Laufenburg fehlten aber genauere Aufnahmen, 
während die neuen Anschnitte durch Eisenbahnen und 
Brunnengrabungen gerade hier den Einblick seither 
wesentlich erleichterten. Auf Anregung von Herrn Prof. 
Dr. Heim unternahm ich deshalb eine geologische und 
besonders topographische Untersuchung der Stromschnelle 
von Laufenburg. Um das Gebiet zu verstehen, war es 
notwendig, das Rheinthal von Dogern bis nach Rhein- 
felden zu begehen. 
Meine Arbeit gewann besonders durch ihren wich 
tigsten Teil, die topographischen Aufnahmen in grofsem 
Mafsstab, einen sehr dokumentartigen Charakter. Die 
Aufnahmen sollen ein genaues Bild der jetzigen Verhält 
nisse der Stromschnelle geben und später dazu dienen, 
durch Vergleich allfällige Veränderungen festzustellen. 
In Anbetracht des Umfanges der graphischen Beilagen 
soll hier nur ein kleiner Auszug der Arbeit veröffentlicht 
werden, während die Gesamtarbeit der Bibliothek der 
Naturforschenden Gesellschaft in Zürich als Manuskript 
einverleibt wurde, wo sie eingesehen werden kann. Für 
Unterstützung in meiner Arbeit, besonders durch Über 
lassung von Beobachtungsmaterial, bin ich folgenden 
Herren zu Dank verpflichtet: Prof. Dr. A. Heim, Zürich; 
Ingenieur Epper, Chef des eidgenössischen hydrometrischen 
rieh Walter in Kassel. 
Bureaus in Bern; Sektionsingenieur Doser in Zürich; 
Stadtamtmann Dr. jur. Gäng in Laufenburg; Prof. Di-. 
J. Früh in Zürich; Kaufmann P. A. Streicher in Stein. 
Während der Monate Oktober 1891, August 1892, 
August 1894, August 1895 und Februar 1898 wurden 
die Vermessungsarbeiten ausgeführt. Die Dreieckspunkte 
sind in gesundem Fels versetzt und ihrer Lage nach so 
o-ewählt, dafs die Längenverhältnisse der Dreieckseiten für 
die Winkelmessung nicht ungünstige wurden. Bezeichnet 
sind dieselben wie folgt: Linkes Rheinufer (Schweizer 
seite) I, II, III; rechtes Rheinufer (badische Seite) I*, 
II*, IIP. Die Ordinaten der einzelnen wichtigeren 
Punkte über Meeresspiegel finden sich in beigedruckter 
Skizze eingezeichnet (Abb. 1). 
Die Bestimmung des Wasserspiegelgefälles wurde an 
verschiedenen Tagen vorgenommen, die Mittelwerte 
liegen der Bestimmung des mittleren Wasserspiegel 
gefälles zu Grunde: 
Länge der Beobachtungsstrecke := L— 1468 m 
Stromkilometer 0,342 bis 1,810 — 1468 m. 
Ordinate des Wasserspiegels bei km 1,810 = 295,31 111 
„ „ „ „ „ 0,342 = 291,88 „ 
Höhendifferenz der Wasserspiegel = H — 3,43 m 
Gefälle des Wasserspiegels = — = J~ 0,00233 = 2,33 °/ 0b . 
Ju 
Die wichtigsten Wasserspiegelgefälle sind tabellarisch 
zusammengestellt: 
W asserstand 
Aufserordentl. Hochwasser vom 13. Juni 
1876 
Mittelwasser der Jahre 1886 bis 1892 
Aufserordentliches Niederwasser vom Fe 
bruar 1891 
Ordinate 
bei 
Ordinate 
bei 
Höhen 
unterschied 
Länge der 
Beobachtungs- 
Gefälle = J 
km 1,810 
km 0,342 
H 
strecke = L 
0,000 . . . 
in % 
309,63 
298,41 
11,22 
1468 m 
0,00746 
7,64 
297,30 
292,34 
4,96 
1468 „ 
0,00338 
3,38 
293,65 
290,35 
3,30 
1468 „ 
0,00225 
2,25 
Diese dem sonst zu Erwartenden entgegenstehende 
Erscheinung des stärkeren Gefälles bei Hochwasser wird 
durch das enge Profil im „Hügen“ (Strafsenbrücke), sowie 
durch die massigen Pfeiler der bestehenden Rheinbrücke 
und den linksseitig vorgeschobenen Gneisfels verursacht. 
2. Die Gesteine in Laufenburg und Umgebung. 
Die Gesteinsfolge in der Stromschnelle von Laufenburg 
und Umgebung ist die folgende: Als tiefstes zu läge 
tretendes Gestein finden wir den dunkelrotbraunen, 
glimmerreichen Biotit-Gneis ( gn) der Profile u. s. w. 
(Abb. 6). Er gehört dem Schwarzwalde an und greift 
nur an wenig Stellen südlich über den Rhein. Er ist 
schieferig, etwas verworren in seiner Schieferung, hier 
und da sogar gefaltet (oberhalb der „Enge“ auf der 
„Schwabenruh“ u. s. w.). Der Gneis am rechtsseitigen Ufer 
ist von vielen granitischen Gängen durchsetzt, hier und 
da auch von blendend weifsen bis schwach rötlichbraunen 
Quarzadern. Der Gneis ist sehr fest und zähe, die Schie 
3 
Globus LXXXII. Nr. 2.
	        
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