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Waldbauernblut

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Nutzungslizenz

CC BY-SA: Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bibliographische Daten

Volltext: Waldbauernblut

Zeitschrift

Strukturtyp:
Zeitschrift
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-714809
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-714809
Persistenter Identifier:
BV043891061
Titel:
Am Ur-Quell
Untertitel:
Monatschrift für Volkskunde
Weitere Titel:
Am Ur-Quell
Erscheinungsort:
Hamburg
Verlag:
Kramer
Erscheinungsjahr:
1890
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Allgemeines

Zeitschriftenband

Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-710930
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-710930
Persistenter Identifier:
DE-11-002129402
Titel:
Am Ur-Quell, 4/6.1893/96
Erscheinungsjahr:
1890
Signatur:
Po 75279:4/6:F8
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Titelseite

Strukturtyp:
Titelseite
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Waldbauernblut
  • Vorderer Einband
  • Vorderer Buchspiegel
  • Vorsatzblatt
  • Titelseite
  • Vorwort: Vorwort
  • Kapitel: Neujahrs- und Jännerbilder
  • Abbildung: "D' Stüblerbuam"
  • Abbildung: Eisschießen
  • Kapitel: Februarbilder
  • Abbildung: Faschingbilder
  • Abbildung: Im Fasching
  • Abbildung: Steirertanz
  • Kapitel: März- und Lenzbilder
  • Abbildung: Bauernhochzeit im Ausseer-Landl
  • Abbildung: Jubelhochzeiter
  • Abbildung: Alter Waldbauer
  • Kapitel: Mai- und Vorsommerbilder
  • Abbildung: Das Gebirgsdorf Donnersbachwald
  • Abbildung: Die vier Landständ
  • Abbildung: Hochzeiter
  • Abbildung: Brautpaar aus dem Ausseerlandl
  • Abbildung: Alte Weibertracht aus der Grundlseergegend
  • Kapitel: Natur- und Sommerbilder
  • Abbildung: Alte Bauernhochzeit aus der Ausseergegend
  • Kapitel: Zeit- und Herbstbilder
  • Abbildung: Rekruten
  • Kapitel: Hochlands-Vorwinterbilder
  • Abbildung: Hozeiterin mit Goldhaube
  • Kapitel: Im Christmonat
  • Abbildung: Rahmzweck
  • Kapitel: Ein Sommertag im Gebirge
  • Abbildung: D'Schadminger Volkssänger d'Stoansteirer
  • Kapitel: Almleben
  • Abbildung: Vor einer steirischen Almhütte
  • Abbildung: In einer steirischen Almhütte
  • Kapitel: Volksmedizin
  • Abbildung: Godel'ngeher. (Siehe Seite 25.)
  • Kapitel: Wildereraberglaube
  • Abbildung: Stachelschütze aus Aussee
  • Kapitel: Das Volkslied
  • Abbildung: Tracht aus Admont
  • Kapitel: Volkskomödianten
  • Abbildung: Bergmusikkapelle in Alt-Aussee
  • Kapitel: Ennstaler Volksbräuche
  • Abbildung: Tracht aus Schladming
  • Abbildung: D'Oacherstoaner Schuaplattler
  • Kapitel: Volks- und Lebensbilder
  • Abbildung: Grundlseer
  • Abbildung: Grundlseer
  • Abbildung: Freßglocke ohne Holzständer
  • Kapitel: Ein Herbsttag im Gebirge
  • Abbildung: Freßglocke
  • Abbildung: Schwammschnitzereien des Loager Cölestin in St. Martin
  • Abbildung: Schwammschnitzereien aus St. Martin a. d. S
  • Kapitel: Volks- und Murtalbilder
  • Abbildung: Modell für Schwammschnitzereien aus St. Martin a. d. S
  • Abbildung: Modell für Schwammschnitzereien vom Vater das vulgo Loagner in St. Martin a. d. S
  • Kapitel: Hügel- und Hochlandsbilder
  • Abbildung: Schuhplattler-Club "Kreutzkogel", Admont
  • Abbildung: Tracht aus Trieben. Millimann
  • Abbildung: Hakelzieher in der Ausseergegend
  • Abbildung: D' Aochalstoaner Schuhplattler
  • Kapitel: Oststeirische Bilder
  • Abbildung: Alte Tracht aus Admont. 's Pfingsklopfen
  • Abbildung: Geißglöckl
  • Nachwort: Nachwort
  • Inhaltsverzeichnis: Inhalts-Verzeichnis
  • Nachsatzblatt
  • Hinterer Buchspiegel
  • Hinterer Einband
  • Farbkeil

Volltext

Hinterzeug machen, die Halfter wichsen, schwärzen und schmieren. 
Die Bäuerin giftet sich nicht wenig, wenn sie zum Kummetansbesseru 
eine gute Leinwand hergeben muß. Die Schuster bringen die Leisten 
mit, 's Schneidbrett und 's hölzerne Glachter (die Keile) muß der 
Bauer im Haus haben. Das Drahtgarn und Wachs gibt die 
Bäuerin her. Die „Viehleut" (Halter und Brenntlerin) kriegen vier 
Paar Schuhe, die andern nur drei. Der Binder richtet alle Schaffeln 
her, die Gsottsechter, Melchsechter, Sausechter, Krautbrenntln, Sau- 
brenntln, Futlerbrenntln usw. Den Bindern folgen die Mühlzurichter. 
Im Gebirge hat jeder eine Hausmühle. Bei dieser muß er bis 
Ostern hinaus eing'mahl'n hab'n, mitten im strengen Winter friert 
alles zu. Man sagt zu Andrä geht's: „Mag neama meh(r)." Am 
Thomastag: „Domini, domini, domini." Die Wagner verfertigen 
neue Schlitten für den Winter, oder bessern Halbschlitten, Hand 
schlitten, Heuziehschlitten usw. ans. Als letzte kommt die Näherin. 
Sie macht Jahrhemden, rupferne oder reisterne; der Unterstock ist 
oft rupfen, der Oberstock reistern. Die „rasier" Leinwand ist die 
gröbste. Aus dieser werden Schürzen gemacht, Hosen oder Gilets, 
die Schürzen für die Mägde, Hosen oder Gilets für Knechte. Auch 
die Decken müssen die Näherinnen ausbessern, das Bettgewand, 
ferner die Polster. Alle diese Hantierer wollen gut verköstigt sein; 
besonders die Schneider. Wenn der Meister alle Augenblicke in die 
Küche kommt, „Stachel" Hitzen, dann weiß die Bäuerin: „Aha, der 
Schneider möcht einen Kaffee." Ist die Störarbeit fertig, kriegt 
jeder Meister einen Störlaib, den der Lehrbub tragen darf und die 
Meisterin daheim ausschneid't. Daher der Spottvers: „Schneid' auf 
und brock' ein, es wird dein Schaden nit sein." 
Das Bergsuttermäh'n ist vorüber. Bei dieser Arbeit haben die 
Leute nichts zu lachen, denn man nimmt es vor, wenn es regnet, 
weil bei herrschender Trockenheit das Gras an den Bergen zu spröd 
ist und abspringt. Man kommt mit der Sense kaum dazu. Die 
Hausmutter gibt den Leuten die Jause mit, sie mißt soviel Portionen 
in die Gefäße, als Leute auf die Mahd geh'n. Das Unterdirndl 
raitet: „Wozu messen? 's G'wäg'ne und 's G'mesi'ne ist bald gess'n." 
Der Hans aber denkt: „Recht hat die Bäuerin; Maß und Gewicht 
geht vor Gottesgericht, aber Handel und Wandel ist frei." Aus 
dem Wege zur Hochwiese pfeift das Unterdirndl. Das paßt dem 
griesgrämigen Hans Glicht. Er sinnt: „Den pfeifenden Weibern 
uno den krähenden Hühnern soll man 'n Krag'n umdreh'n." 
Auf 'm Mahd angekommen, geht die Arbeit an. Die Knechte stellen 
sich schräge auf, denn man muß talumi*- mäh'n; dabei ist der eine 
'■) In die Quere.
	        

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