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Zentralblatt für Anthropologie, 9.1904

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Bibliographische Daten

fullscreen: Zentralblatt für Anthropologie, 9.1904

Zeitschrift

Strukturtyp:
Zeitschrift
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-714808
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-714808
Persistenter Identifier:
BV043853516
Titel:
Zentralblatt für Anthropologie
Weitere Titel:
Zentralblatt für Anthropologie
Erscheinungsort:
Braunschweig
Verlag:
Vieweg
Erscheinungsjahr:
1904
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Allgemeines

Zeitschriftenband

Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-710891
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-710891
Persistenter Identifier:
DE-11-002123497
Titel:
Zentralblatt für Anthropologie, 9.1904
Erscheinungsjahr:
1904
Signatur:
LA 8100-9
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Vorderer Buchspiegel

Strukturtyp:
Vorderer Buchspiegel
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Globus
  • Globus, 61/62.1892
  • Vorderer Einband
  • Vorderer Buchspiegel
  • Vorsatzblatt
  • Vorblatt
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis: Inhaltsverzeichnis des LXI. Bandes
  • Korrekturen: Druckfehler im LXI. Bande
  • Zeitschriftenheft: Nr. 1. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 2. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 3. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 4. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 5. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 6. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 7. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 8. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 9. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 10. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 11. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 12. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 13. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 14. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 15. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 16. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 17. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 18. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 19. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 20. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 21. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 22. 1892
  • Hoops, Johannes: Albert Samuel Gatschet und sein Werk über die Klamath-Indianer
  • Wzn., C. M. Pleyte: Indonesische Masken. II.
  • Kapitel: 4. Die Masken in der Justiz
  • Kapitel: 5. Die Masken bei Schauspielen und Tänzen
  • Kraus, Franz: Die unterirdischen Zufluchtsstätten von Naours in der Pikardie
  • Ten Kate auf Flores und Sumba
  • Joest, W.: Der Seidenwollenbaum im Geistesleben der Neger
  • Vorkolumbische Menschengehirne am Popocatepetl
  • Aus allen Erdteilen
  • Zeitschriftenheft: Nr. 23. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 24. 1892
  • Sonstiges: [Inhalt, Eingegangene Neuigkeiten, Werbung]
  • Vorblatt
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis: Inhaltsverzeichnis des LXII. Bandes
  • Korrekturen: Druckfehler im LXII. Bande
  • Leerseite
  • Zeitschriftenheft: Nr. 1. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 2. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 3. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 4. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 5. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 6. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 7. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 8. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 9. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 10. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 11. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 12. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 13. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 14. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 15. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 16. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 17. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 18. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 19. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 20. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 21. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 22. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 23. 1892
  • Zeitschriftenheft: Nr. 24. 1892
  • Nachsatzblatt
  • Hinterer Buchspiegel
  • Hinterer Einband
  • Farbkeil

Volltext

346 
C. M. Pleyte Wzn.: Indonesische Masken. 
seine Beine weit ausspreizte, seine Arme horizontal aus 
streckte, die Backen aufblies und so zu gestikulieren anfing, 
wie einer, der von einem heftigen Fieberanfall geschüttelt 
wird. Dabei begleiteten ihn die Niedcrsitzenden mit Geschrei 
und Geheul und nachdem dies eine kleine Weile gedauert 
hatte, endete die ganze Szene mit einem besonders kräftigen 
durchdringenden Schrei ich. 
Einen fast identischen Schweinetanz kennen die Bewohner 
der Letiinseln unter dem Namen Poreke, womit sie auch 
andere Tiertänze benennen. Bei diesem Tanz benutzen sie 
eine Maske, die, statt daß sie über den Kopf des Tänzers 
geschoben wird, von ihm im Munde gehalten wird. Die 
Maske selbst ist von Holz gemacht, stellt einen Schweinskopf 
vor, mit Augen aus Muschelplatten und natürlichen Hauern, 
während die Ohren ans Schildpatt sind. Die Borsten find 
auf der Stirn natürlich, am Unterkiefer durch Korallen 
schnüre von gelben Glasperlen, sogenannte Muti Salah. 
Diese Maske war die einzige, welche noch ans den Letiinseln 
vorhanden war, weil die alten Tiertänze mehr mtb mehr 
außer Mode kommen. Das abgebildete Exemplar ist schon 
sehr alt und wurde mit viel Mühe von Herrn Leutnant z. See 
1 . Klasse H. O. W. Planten, dem eine wissenschaftliche Sen 
dung nach den Keiinseln von der Königlich Geographischen 
Gesellschaft anvertraut wurde, mitgebracht 19 ) (Fig. 7). 
Es sind aber nicht allein die weniger zivilisierten Völker, 
welche Tiermasken benutzen, die Makassaren und Buginesen, 
die Dajaks, ja sogar die Sundanesen verhüllen sich bei 
Festlichkeiten damit. Die Maske der Makassaren heißt 
Karungknng -°), die der Buginesen Laru iobo 21 ), beide 
bestehen aus einer einfachen Tierhaut, worin sich der Tänzer 
versteckt und dies oder jenes Tier nachahmt. So hieß diese 
Maske, wenn er einen Hund vorstellt, z. B. Larn kodo asu. 
Bei den Tringdajaks, einem Stamm im Norden von Südost- 
Borneo, die als Kannibalen sehr gefürchtet sind, sah Carl 
Bock eine Krokodilmaske im Gebrauch, womit getanzt wurde 22 ). 
Das Leidener Museum besitzt eine derartige Tigermaske, die 
leider ohne genauere Herkunftsangabe als „aus Borneo" in 
die Sammlung kam 23 ) (Fig. 8 ). 
Die Sundanesen endlich, speziell die Bewohner der Ab 
teilung Kutoardjo, Distrikt Wonorotto, benutzen bei 
Hochzeitsfesten eine Maske, Barongan, die aus einem Sack 
von Palmblättern besteht und mit zwei Augenlöchern an der 
Brustseite versehen ist. Zwei Tänzer stülpen sich den Sack 
über den Kopf, durch dessen obere, dicht genähte Seite ein 
Bambu läuft, der vorn und hinten aus dem Sack hervorsteht. 
Am vorderen Ende des Bambu ist ein monströser Pferdekopf 
angebracht mit losem Unterkiefer, der während des Gebrauchs 
auf- und zugeklappt wird, und am hinteren Ende ein 
Schwanz befestigt (Fig. 9). 
Der Barongan wird gebraucht zusammen mit zwölf 
Kuda Kopang (aus Bambus gestochtenen flachen Pferden), 
die durch einige Festgenossen als Steckenpferde bestiegen 
werden, und mit einigen Angklung, ein Schüttelmusik 
instrument aus Bambu. Diese Truppe, der Barongan, die 
Kuda Kopang und die Angklung, zieht der Brautprozession 
hier voraus. In der Regel gehört die ganze zusammen 
gehörige Ausrüstung einem oder dem andern Dorfe, das 
sie gegen Vergütung denjenigen, die es nötig haben, ver 
mietet 2 ch. Hiermit sind die Tiermasken abgehandelt. Ich 
schließe daran die 
Gesichtsmasken. Wie wir schon im vorigen Abschnitt 
bemerkten, kommen Gesichtsmasken zu allererst auf der Nord 
westküste Neu-Guineas vor. Während der Reise des nieder 
ländischen Dampfers „Tromtz" längs der Nordwest- und 
Nordküste von Neu-Guinea, schreibt Herr Zimmermann, 
Leutnant zur See 2 . Klasse, „sah ich bei den Papuwa 
(zwischen Geelvink- und Humboldtsbai) Masken ans weichem 
Holz geschnitzt, bemalt und von langen Grashalmen umgeben". 
Leider ist dieser Bericht äußerst dürftig, hoffentlich erfahren 
wir später Näheres über diese Masken 24 ). Zweitens sind 
es die Keiinsulaner, welche sich das Antlitz maskieren und 
zwar mit thönernen Masken (Fig. 10 ), rot und schwarz be 
malt, welche bei Tanzfesten vielfach von den jungen Leuten 
getragen werden. Dasselbe thun die jungen Männer bei 
Gelegenheit des Mulndfestes auf Tidore. Diese Masken, 
Tjakaibah, sind ans Holz gemacht und ziemlich schwer. 
„Das Holzstück", so schreibt Dr. Bäßler, „stellt einen mensch 
lichen Kopf dar, der Mund und die schräg stehenden Angen 
sind erhöht geschnitzt, die Nase stark ausgebildet, ebeüso die 
großen Augenbrauen, die über denselben zusammenstoßen. 
Der ganze Kopf ist zuerst mit einer feinen Kalkschicht über 
zogen und dann mit buntem Papier beklebt; Augen und 
Mund mit schwarzem und weißem Papier und rotem Zeug, 
das übrige meist mit gelbrotem Papier, auf dem noch Streifen 
und Tupfen von schillerndem Gelatinepapier hasten." Das 
Aussehen der Maske erkennt man am besten aus der Dr. 
Bäßler entlehnten Abbildung (Fig. 11 ). Am Ende des 
Kopfes ist ein großer dicker Busch von Palmfasern befestigt, 
der die Haare darstellen soll. Beim Tragen der Maske 
verbirgt dieser Busch den Hinterkopf des Trägers und reicht 
bis über die Schultern herab 25 ). 
Bei den Makassaren und Buginesen sind ebenfalls Ge 
sichtsmasken bekannt, die nur für Tänze gebraucht werden. 
Erstere nennen sie Dondo oder Doudoko, letztere Dodo. 
Leider müssen wir uns auf diese dürftigen Angaben be 
schränken, denn soweit uns bekannt, kamen Masken dieser 
Art noch nie nach Europa 2 ch. 
Der Tabuka, auch Tebuka genannt, den wir schon 
beim Tiwah der Dajaks unter dem Namen Sabuka kennen 
gelernt, kommt bei ihnen auch als Frendenmaske vor. Dr. 
Andres giebt eine sehr ausführliche Beschreibung dieser Maske, 
worauf wir hierbei verweisen (Fig. 12 ). Die Dajaks kennen 
aber noch andere. So gebrauchen die der Abteilung Sampit 
weiß bemalte, mit schwarzen Figuren verzierte und mit 
einer langen spitzen Nase versehene Masken (Fig. 13). Possen 
treiber maskieren sich damit bei Festen und reißen hinter 
diesen Masken die gewagtesten Witze. Auch weibliche Masken, 
diesen ähnlich, kommen dort vor (Fig. 14) 2 ch. Auf Java 
endlich giebt es noch Masken, ebenfalls Barongan genannte, 
die ans einem Sack bestehen, worin der Träger sich versteckt. 
Sie sind mit einem riesigen Kopf versehen und haben in der 
Mitte des Sackes ein viereckiges Loch, wodurch der Träger- 
sehen kann (Fig. 15). 
Die Masken bei Schauspielen. Von Bedeutung 
sind diese nur ans Java, wo sie sonst vorkommen, auf Bali, 
Timor und Sumatras Westküste, sind sie eingeführt. 
Auf den erstgenannten Inseln von Java, auf der letztgenannten 
aus Malakka. Eine Vorstellung mit Masken heißt To peng, 
obwohl Topeng selber Maske bedeutet. Allmählich breitete 
dieser Begriff sich aus, so daß Topeng jetzt auch maskierter 
Aufzug, maskierte Vorstellung bedeutet. Es giebt zwei Arten 
von Topeng, der Topeng dalang und der Topcng baba- 
kan oder barongan. 
Der Topeng dalang, um hiermit zu beginnen, ist ein gut 
organisiertes Bühnenspiel, die Maskierten spielen hierbei die 
Rolle von Wajangfiguren (Marionetten). Der Dalang, der 
Leitcr, trägt also gerade wie beim Wajang purwü rc. 
das in der Aufführung begriffene Stück vor, dessen Hand 
lungen genau durch die Maskierten vorgestellt werden. Die 
Masken, welche hierbei zur Verwendung kommen, sind meist 
sehr schön geschnitzt, obwohl die menschlichen Züge immer sehr- 
übertrieben erscheinen. Auch sind sie bemalt, vergoldet oder 
lackiert, je nachdem die Person, die sie vorstellen müssen, 
Mensch, Held, König oder Gottheit ist.
	        

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