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Zeitschrift für Volkskunde, N.F.9=47.1938

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Nutzungslizenz

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Bibliographische Daten

fullscreen: Zeitschrift für Volkskunde, N.F.9=47.1938

Zeitschrift

Strukturtyp:
Zeitschrift
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-714790
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-714790
Persistenter Identifier:
BV041717830
Titel:
Zeitschrift für Volkskunde
Weitere Titel:
Zeitschrift für Volkskunde
Erscheinungsort:
Münster [u.a.] ; München ; Berlin
Verlag:
Waxmann, Deutsche Gesellschaft für Volkskunde
Erscheinungsjahr:
1929
Lizenz:
Rechte vorbehalten - Freier Zugang
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Allgemeines

Zeitschriftenband

Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-709842
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-709842
Persistenter Identifier:
DE-11-001929018
Titel:
Zeitschrift für Volkskunde, N.F.9=47.1938
Erscheinungsjahr:
1938
Signatur:
LA 8001-47
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Nachsatzblatt

Strukturtyp:
Nachsatzblatt
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Zeitschrift für Volkskunde
  • Zeitschrift für Volkskunde, N.F.9=47.1938
  • Vorderer Einband
  • Vorderer Buchspiegel
  • Vorsatzblatt
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis: Inhalt des 9. Bandes
  • Korrekturen: Druckfehlerberichtigung
  • Zeitschriftenheft: Heft 1
  • Zeitschriftenheft
  • Zeitschriftenheft
  • Zeitschriftenheft
  • Nachsatzblatt
  • Hinterer Buchspiegel
  • Hinterer Einband
  • Farbkeil

Volltext

Dr . Mchwald : Die Härings - und Brislingsstscherei cut der Küste Norwegens . 
3L5 
Die Mrings - und Irislingsfischerei an der Lüste Norwegens . 
Von Dr . Mehwald . 
II . 
Die ersten Züge jedes Winters enthalten die größten und fettesten Heiringe . Deshalb rudern die Fischer oft bis fünfzehn Meilen in die See hinaus den Fischen entgegen , harren im Unwetter viele Tage und Nächte , verrichten die schwerste Arbeit fast ohne Nahrung und müssen am Ende all ihr Thun für vergeblich erachten , wenn entweder keine Häringe in ihre Stell - und Treibnetze gingen , oder diese Fische nicht besser waren , als sie dieselben an den Küsten mit weniger Mühe hätte fangen können . 
Da die Häringe sämmtlich mit Milch oder Nogeu ans Land kommen , so ist es klar , warum sie nicht im Innern fett sein können , denn alle Nahrung ist der Milch refp . dem No - gen zugegangen . Wenn sie aber gemilcht und gelaicht haben , bekommen sie ein schwindsüchtiges Ansehen . Kurze Zeit darauf nehmen sie wieder zu und werden dann am fettesten und schmackhaftesten , wenn sie zurück in die Tiefe gehen . Man kann also an : Häringe in der Tonne sehen , ob er auf der Reise zur Laichstätte , oder während der Milch - und Laich - Verrichtung , oder aus seiner Reise uach dem Nordseebecken gesangen wurde . 
Die Behaudluugsweife nach dem Fange ist auf allen Fischplätzen dieselbe . Es sind nämlich an den Fischereiküsten eine Menge Salzereien , d . h . lange hölzerne Schuppen er - baut , worin eine Masse Franenzinnuer , welche aus dem hal - bot Lande zusammenströmen , um einen Winter - Verdienst zu suchen , das Halsabschneiden , das Ausnehmen und das Ein - salzen besorgen . In der Regel arbeiten immer drei Frauen - zimmer zusammen und bringen durchschnittlich täglich bis dreißig Tonnen Häringe ins Salz und Faß . Bon dem aus Italien geholten Salze legt die Salzerin zuerst auf den Bo - den der Tonne eine Lage ; darauf wird eine Lage Fifche ge - legt und dies alternirend so fort , bis die Tonne voll ist . Obenauf werden noch ein paar Lager Fische über die Tonnen - kante herausgelegt und dann wird die Tonne beiseite gesetzt . Nach einigen Tagen ist der Fisch ins Salz gekrochen ( wie der Normann sagt , was aber umgekehrt richtiger sein dürfte ) , dabei hat sich die Tonne gefackt , d . h . der Fisch hat sich ge - senkt , worauf die „ Dixelmänner " die Tonnen „ höhen " , d . h . übervoll machen , zuschlagen und zur Abschiffnng nach den Küstenstädten beiseite rollen . Die Häringshändler in den Städten „ höhm^ die Tonnen nochmals , bevor sie die - selben ins Ausland senden , müssen sich aber oft , wenn der Fisch sehr „ schwindet " , gefallen lassen , daß man ans den ausländischen Handelsplätzen die Tonnen auf ihre Kosten nochmals „ höhet " , d . h . voll macht , woher beimHäringshan - del die Ausdrücke : Hamburger , Stettiner , Königs - berger , Breslaner : c . Höhung kommen . — Es ist nicht gleichgültig , ob die Häringe beim Einsalzen in der Tonne ans die Seite oder aus den Rücken gelegt werden . Letztere Methode ist die bei Weitem beste . — 
Oft kommt es vor , daß in abgelegenen Buchten , wo län - gere Zeit nur schwacher Fang war , weuig oder keine Auf - käuferschiffe erscheinen , Plötzlich HäriugszUge deu Segen in die Fischergarue strömen , wie z . B . vor einigen Jahren bei Skudesnäs , wo uach langjährigem schwachen Fange binnen drei Tagen über hunderttausend Tonnen Häringe ans Land gezogen wurden . In solchen Fällen haben die 
Fischer weder Tonnen , noch Zeit , noch helfende Arme geuug , ihren Segen auf die oben angegebene Weife behandeln zu köuueu . Sie wenden daher die sogenannte Ruudsalzuug an , d . h . die Häringe werden nuausgeuommeu iu große» Bottichen , oder in mit Brettern ausgeschlageneu Erdvertie - sungen , oder in Felscisternen , oder Silen eiugesalzen und erst später , wenn Tonnen herbeigeschafft sind , auf die oben be - fchriebene Weise behandelt . 
Außer der Methode , deu Häriug iu Salzlauge zu cou - servireu und zu versenden , trocknet man denselben auch an der Luft , oder räuchert ihn und genießt denselben im Lande selbst häufig frisch . Unter verschiedener Behandlung nehmen die Häringe verschiedene Namen an . Haben sie Rogen und Milch , so heißen sie Voll häringe , ohne dieselben Hohl - häringe . Sehr fette Häringe werden am Rücken und Bauche aufgeschnitten , auf Hölzer gespannt und geräuchert und heißen dann Speckbücklinge . In schwacher Salzlange gährende Häringe heißen Sanerhäringe ; lufttrockene heißen Stock - häringe . Das Häringsränchern geschieht mit sogenannter Ruudsalzuug , d . h . man bestreut unausgeuommene Häringe entweder leicht mit Salz , oder legt sie kurze Zeit ( d . i . einen bis zwei Tage ) in mäßig starke Salzlange , stößt ihnen dann eine Holzspließe durch den Hals , und wenn die Spließe mit Häriugeu vollgereihet ist , kommt sie in die Räucherhütte . Eine solche Hütte saßt in der Regel zwölftausend Häringe oder Bücklinge . Norwegen hat großen Ueberfluß des besten Rauchmaterials — Wachholder — , weshalb die norwegischen Pöklinge viel besser riechen und schmecken , als diejenigen aus anderen Ländern , wo man genöthigt ist , mit Seetang , Kiefer - nadeln und dergleichen Unrath zu räuchern . Fast sämmt - liche Häringe gehen durch die Hände der Bergenser nach allen Ländern um die Ostsee , um das Schwarze Meer , nach Madeira n . s . w . ; nach England aber nur „ rundsalzene " zur Räucherung . Wie groß die Menge Häringe ist , welche in Norwegen bei der sogenannten Frühlingsfischerei jedes Jahr oder durchschnittlich gefangen wird , läßt sich nicht geben , da das Fischen eine freie Beschäftigung ist , um welche man sich von obrigkeitswegen nicht kümmert . Doch dürfte nach den Ausfuhrregistern und der Schätzung des inländi - schen Verbrauchs für Menschen und Vieh die Annahme , daß durchschnittlich eine Million Tonneu Winter - , oder wie der Norman» sagt , Frühlingshäringe jedes Jahr gefangen wer - den , wohl richtig sein . — 
Wenige Monate nach beendeter Frühlingshäringsfifcherei , nämlich vom Juli bis September , kommt der Sommerhäring nördlich vou deu Küsteu , welche der Winter - oder Frühlings - häring besuchte , ans Land , um fein Fortpflanzungsgeschäft zu verrichten . Obschon dieser Fisch kleiner und fetter ist , auch später laicht , als der Winterfisch , so gehört er dennoch zu derselben Häriugsgattuug und zeigt nur eine kleinere Race . Im Handel ist der Sommerhäring sehr beliebt und wird die Tonne vou 4 bis 10 Speciesthaler bezahlt . Es geht von diesem Häringe nicht nur sehr viel durch das Drontheimsjord nach Jemteland und weiter , sondern auch nach Holland , Frank - reich und Italien ; namentlich aber nehmen Bremen , Ham - bürg , Stettin und andere deutsche Städte ihren großen Be - darf am liebsten von der Sommerfischerci . — Im Klein -
	        

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