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Globus, 40.1881

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Für diesen Datensatz liegt keine Zugriffsbeschränkung vor.

Nutzungslizenz

Der Status des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte für diesen Datensatz wurde nicht geprüft oder ist unklar. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen an die Organisation, die das Objekt zur Verfügung gestellt hat.

Bibliographische Daten

fullscreen: Globus, 40.1881

Zeitschrift

Strukturtyp:
Zeitschrift
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-714789
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-714789
Persistenter Identifier:
BV041701500
Titel:
Anthropos
Untertitel:
internationale Zeitschrift für Völker- u. Sprachenkunde
Weitere Titel:
Anthropos
Erscheinungsort:
Fribourg
Verlag:
Ed. St. Paul, Anthropos-Institut
Erscheinungsjahr:
1906
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Allgemeines

Zeitschriftenband

Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-709514
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-709514
Persistenter Identifier:
DE-11-001853198
Titel:
Anthropos, 21.1926
Erscheinungsjahr:
1919
Signatur:
LA 1118-21
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
21. Jahrgang 1926, Heft 3
Sonstige Person:
Schmidt, W.
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Globus
  • Globus, 40.1881
  • Vorderer Einband
  • Vorderer Buchspiegel
  • Vorsatzblatt
  • Vorblatt
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis: Inhaltsverzeichniß
  • Zeitschriftenheft: No. 1
  • Zeitschriftenheft: No. 2
  • Zeitschriftenheft: No. 3
  • Zeitschriftenheft: No. 4
  • Zeitschriftenheft: No. 5
  • Von Cayenne nach den Anden. (Jules Crevaux' zweite Reise im nördlichen Südamerika 1878 bis 1879.) V.
  • Einiges über Osseten. I.
  • Ratzel, F.: Die chinesische Auswanderung seit 1875. VII.
  • Blumentritt, Ferd.: Die Gemeindeverfassung der unter spanischer Herrschaft stehenden Eingeborenen der Philippinen. II.
  • Aus allen Erdtheilen
  • Zeitschriftenheft: No. 6
  • Zeitschriftenheft: No. 7
  • Zeitschriftenheft: No. 8
  • Zeitschriftenheft: No. 9
  • Zeitschriftenheft: No. 10
  • Zeitschriftenheft: No. 11
  • Zeitschriftenheft: No. 12
  • Zeitschriftenheft: No. 13
  • Zeitschriftenheft: No. 14
  • Zeitschriftenheft: No. 15
  • Zeitschriftenheft: No. 16
  • Zeitschriftenheft: No. 17
  • Zeitschriftenheft: No. 18
  • Zeitschriftenheft: No. 19
  • Zeitschriftenheft: No. 20
  • Zeitschriftenheft: No. 21
  • Zeitschriftenheft: No. 22
  • Zeitschriftenheft: No. 23
  • Zeitschriftenheft: No. 24
  • Nachsatzblatt
  • Hinterer Buchspiegel
  • Hinterer Einband
  • Farbkeil

Volltext

Einiges über die Osseten . 
71 
zuweilen einen Trank aus sehr reifen , gekochten Bananen , welche mit der Hand in warmes Wasser ausgedrückt werden . 
Die Nabelschnur wird mit einem Stück Bambu , welches wie ein Papiermesser aussieht , abgeschnitten . 
Einiges über 
Die Osseten waren einst alle Christen ; wann sie jedoch das Christenthum angenommen haben , ist nicht zu bestim - men . Im XI . Jahrhundert christlicher Zeitrechnung bilde - ten die Osseten ein eigenes Reich unter eigenen Königen ( Zaren ) , geriethen aber später unter die Botmäßigkeit von Grnsien . Die Einfälle der Araber in den Kaukasus be - schränkten in gewissem Sinne das Christenthum , vermochten es aber nicht völlig zu unterdrücken . Es fehlte ein ener - gischer Widerstand von Seiten der Christen gegen den an - drängenden Islam . Das ossetische Volk hatte keine in seiner eigenen Sprache abgefaßte religiösen Bücher ; die Priester gebrauchten griechische Texte , welche ihnen selbst lich blieben . Das war der Hauptgrund des Verfalles des Christenthums in Ossetien . Das Christenthum „ verwil - derte , " wenn man so sagen darf . Bei den Osseten — gesehen von den zum Islam übergetretenen — bildete sich eine in hohem Grade eigenartige Religion aus , in wel - cher allerlei Anklänge an den christlichen Kultus eng mit altem Aberglauben und mit den Resten des Heidenthums verquickt sind . 
Einige im Gedächtniß der Osseten noch lebende Heilige der griechischen Kirche fanden ihren Platz innerhalb der dunkeln Volksmythologie . Wichtige von der Kirche ge - feierte Tage vereinigten sich mit Festtagen , welche zu Ehren der heidnischen Götter begangen wurden . Mit Gebeten zu Christo oder zur Gottesmutter weihete man die Opfer , wel - che beliebigen Idolen oder Bäumen und Steinen dargebracht wurden . Wirkliche Priester hatten die Osseten nicht ; eine innere kirchliche Organisation fehlte . Das was die Kirche von ihnen verlangte , die Erfüllung gewisser Religions - gebrauche , wurde entweder den Nachkommen früherer Prie - ster oder auch anderen beliebig gewählten Personen über - tragen . Den einen wie den anderen fehlten jegliche Auf - Zeichnungen , Vorschriften und Bücher ; sie waren aus das beschränkt , was ihnen ihr Gedächtniß bot , und da ist es denn 
Die Osseten , auch Ossetinen und Ossen genannt , sind ein Gebirgsvolk , welches , nach den neuesten Bestimmungen des Herrn N . von Seidlitz 110 914 Individuen stark , die höchstge - legenen Thäler des Kaukasus um den Kasbek herum bewohnt - , der größere Theil am Nordabhang westlich von Wladikawkas und der bekannten grusinischen Militärstraße , ein kleiner Theil am Südabhang . E . Markow hat kürzlich ihre Aule besucht , und im Folgenden geben wir auszugsweise wieder , was er von seinen Erfahrungen und Studien im „ Golos " ( 1881 , Nro . 70 und 80 ) mitgetheilt hat , mit Weglassung seiner Einleitung , worin _ er unhaltbare Dinge über eine nähere Verwandtschaft der Osseten und Germanen vorträgt . Wir wissen jetzt , daß ihre Sprache zur eranischen Gruppe der indogermanischen Völker ge - hört und sich gm nächsten an das Pahlawi und Armenische anschließt . Sie selbst nennen sich Jron , welches Wort mit Eran ( ^ran ) identisch ist , während der Name „ Osseten " vom georgischen „ Osethi " stammt , der Bezeichnung des von den „ Os " bewohnten Landes . Nach ihren Traditionen und den Nachrich - ten der Georgier sollen sie einst bis an den Don ( dieses Wort selbst ist ossetisch und bedeutet „ Fluß " ) gereicht haben und in der Mitte des 13 . Jahrhunderts von Batu - Chan in die Gebirge zurückgeworfen worden sein . Vergl . Fr . Müller , Allgemeine Ethnographie , 2 . Aufl . , S . 526 f . 
die Ossete tt1 ) . 
I . 
leicht verständlich , daß von Tag zu Tag , von Jahr zu Jahr die kirchlichen Gebräuche oder Gebete sich veränderten , ja entstellt wurden . Diese Erb - oder Wahlpriester , welche ge - nau genommen nur Vorsteher der Volkstempel waren und verschiedene Namen , Dekanosen , Paparen , führten , wurden ganz allmälig , wie es selbstverständlich war , zu erbittertsten Feinden des Christenthums ; dahin brachte sie ihr Eigennutz und ihr persönlicher Vortheil , denn im Christenthume war für sie kein Platz . 
Es ist nicht ohne Interesse näher aus den originellen halbheidnischen Kultus der Osseten einzugehen : 
In jedem ossetischen Aule ist unbedingt ein Thurm , welcher den Namen „ Arw äg d " führt ; hier in diesem Thurm wohnt nach dem Glauben der Osseten ein den Aul be - wachender Geist , der Schutzgeist des Auls , welcher K a u - s a d heißt , mitunter auch selbst Arw ägd genannt wird . Ist kein Thurm vorhanden , so ist irgend ein Hans ihm geweiht und heilig . Alljährlich opfert jedes Haus eines Aules dem Kau - fad als dem Schutzpatron oder Schutzengel ein junges Lamm ; mitunter geschieht das in besonderen den Schutzengel des Auls geheiligten Tempeln . Jede Familie opfert so viel Kälber dem K a n - s a d , als im Jahre Knaben in der Familie geboren wurden . Für die Gebirgsanle hat eine andere Gottheit , „ Chnzaudsuar " ( wörtlich „ der göttliche Heilige " ) , die Bedeutung eines Beschützers . Auch zu ihm betet man , ihm opfert man , doch nur von Seiten eines Auls . Die ihm geheiligten Tempel liegen stets höher als die Anle auf den Bergen ; der Ossete nähert sich dem Tempel nur zu Fuß , meist barfüßig . Die Rolle des Opferpriesters über - nimmt der Aelteste der Gemeinde , er allein hat das Recht , in die enge Thür des Tempels zu treten , wohin die Opfer gebracht werden . Der Tempel ist klein , niedrig , dunkel , ohne Fenster und ohne jegliche Ausschmückung ; im Innern ein steinerner Opferaltar , besetzt mit einigen Gläsern Bier und verschiedenen Amnleten . Auch die Gebirgsosseteu opfern dem Chnzandsuar so viel Ziegen - oder Schafböcke als ihnen Kinder geboren sind und als sie Töchter verheirathet haben . „ O du Schutzgeist unseres Auls ! beschirme mit deinem rechten Flügel die in diesem Thal geborenen und dir darge - brachten Kiuder , damit keine Krankheit sich ihnen nahe ! " so beten die Mütter . 
Alle mit Opserdarbringnngen , mit Tanz , Gesang , Spiel und Schmansereien verbundenen Feste heißen „ Knwd " . 
Viele solcher Feste sind christlichen Heiligen gewidmet und werden an denselben Tagen wie bei den rechtgläubigen Christen gefeiert . So z . B . kennen die Osseten die Jung - frau Maria ; sie nennen sie Mutter Maria „ Mady - Mairam " und glauben , daß Maria in irgend einem hei - ligen Felsen oberhalb der Aule wohnt ; hierher führen sie die jungen Mädchen und Frauen , um sie dem Schutz Maria's anzuempfehlen . „ Mady - Mariam , gieb unserer jungen Braut soviel Knaben als Kugeln und ein einziges blauäugiges Mädchen . " Dabei werfen die Jünglinge Kugeln und kleine Kiesel an den heiligen Felsen .
	        

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