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Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, 3.F. 1=31.1901

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Nutzungslizenz

CC BY-SA: Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bibliographische Daten

fullscreen: Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, 3.F. 1=31.1901

Zeitschrift

Strukturtyp:
Zeitschrift
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-714789
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-714789
Persistenter Identifier:
BV041701500
Titel:
Anthropos
Untertitel:
internationale Zeitschrift für Völker- u. Sprachenkunde
Weitere Titel:
Anthropos
Erscheinungsort:
Fribourg
Verlag:
Ed. St. Paul, Anthropos-Institut
Erscheinungsjahr:
1906
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Allgemeines

Zeitschriftenband

Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-709514
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-709514
Persistenter Identifier:
DE-11-001853198
Titel:
Anthropos, 21.1926
Erscheinungsjahr:
1919
Signatur:
LA 1118-21
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
21. Jahrgang 1926, Heft 1
Sonstige Person:
Schmidt, W.
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Literaturverzeichnis

Strukturtyp:
Literaturverzeichnis
Titel:
Bibliographie
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien
  • Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, 3.F. 1=31.1901
  • Vorderer Einband
  • Vorderer Buchspiegel
  • Vorsatzblatt
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis: Inhalt
  • Korrekturen: Druckfehler und Verbesserungen
  • Zeitschriftenheft: Bd. 31, 1901, Heft 1/2
  • Holl, M.: Mozarts Ohr. Eine anatomische Studie
  • Lasch, Richard: Die Verstümmlung der Zähne in Amerika und Bemerkungen zur Zahndeformierung im Allgemeinen
  • Yamasaki, N.: Ein Besuch in den Kopfjägerdörfern auf Formosa
  • Herman, Otto: Die Fängigkeit der Fischzäune und Fischreusen
  • Preen, H. v.: Opferung aus Thonkopfurnen in Haselbach bei Braunau am Inn und in Taubenbach
  • Kretschmer, Paul: Das Märchen von Blaubart
  • Nachruf: Gustav Bancalari
  • Nachruf: F. Max Müller
  • Zeitschriftenrezension: Literaturberichte
  • Zeitschriftenheft: Bd. 31, 1901, Heft 3/4
  • Zeitschriftenheft: Bd. 31, 1901, Heft 5
  • Zeitschriftenheft: Bd. 31, 1901, Heft 6
  • Autorenindex: Autoren-Register
  • Sachregister: Sachregister
  • Zeitschriftenheft: Sitzungsberichte, 1901
  • Nachsatzblatt
  • Hinterer Buchspiegel
  • Hinterer Einband
  • Farbkeil

Volltext

7) 
Nach der ermüdenden Reise durch die Wälder und über den steilen Bergpass 
Hachiman-töge kamen wir am Abend in die kleine Stadt Polisha in einer von Bergen 
ımgebenen beckenförmigen kleinen Ebene, welche ehemals ein See bedeckte. 
Es ist sehr schwer und gefährlich in das Gebiet der Eingebornen zu kommen, 
wenn man nicht einen Führer aus ihrer Mitte hat. Der Director des Colonisationsamtes 
zu Polisha hat es verstanden, sich die Eingebornen geneigt zu machen, und alle, welche 
anter seiner Verwaltung stehen, sind damals sehr freundlich gegen uns gewesen. Als wir 
dort waren, sandte er eine mündliche Botschaft an den Häuptling durch einen Ein- 
gebornen, der damals in die Stadt gekommen war. Er beanspruchte, dass seine Brüder 
in das Gebirge gehen dürften, um Quarz zu suchen, und ließ fragen, an welchem Tage 
3s ihm passen würde. Am nächsten Morgen schon erhielten wir seine gefällige Antwort. 
Wir unterließen nicht, den Eingebornen viele Geschenke mitzubringen, wie pekie (rothes 
Tuch), Nähnadeln, Scheren, Messer, Glasknöpfe u. s. w. Am festgesetzten Tage verließen 
wir am frühen Morgen, von einem Offßeier des Amtes begleitet, die Stadt und kamen 
nach einer Wanderung von ungefähr fünf Kilometern in das Dorf Gyakalun, wo wir 
»ine große Hütte fanden; diese bildet einen Tauschplatz für die Eingebornen, welche aus 
den Bergen kommen und nicht weiter gehen dürfen. Sie vertauschen dort Pelze, Nessel- 
faser (Bast der Boehmeria nivea) und vielerlei sonstige Erzeugnisse gegen Salz, Tuch und 
ındere nützliche Gegenstände. , 
Dort sahen wir viele Eingeborne, alte und Junge, Männer und Frauen. Ihr Körper 
‚st nicht größer als derjenige der Chinesen. Sie haben ein dunkelbraunes Gesicht, welches 
‚ätowiert ist, und glattes, schwarzes Haar, welches oft hinter dem Kopfe zusammen- 
gebunden ist. Ihre Kleidung ist sehr einfach, und die Füße sind ganz nackt. Viele Männer 
waren stark betrunken von dem chinesischen Brantwein, und die anderen waren noch 
vel ihrem Frühstück, welches aus Schweinefleisch und Reis bestand und für sie außer- 
ordentlich wohlschmeckend ist. Als die Mahlzeit beendigt war, verließen wir mit ungefähr 
dreißig Eingebornen die Hütte. Die Männer und Kinder tragen auf ihrem Rücken ein 
Netz mit verschiedenen Sachen, welche sie in der Hütte gegen andere Gegenstände ein- 
getauscht haben, während die Frauen dieselben in ein Tuch legen, welches von ihrer 
Stirn herab bis auf den Rücken fällt. Die männlichen Eingebornen sind außerdem mit 
allerlei Waffen, wie z. B. Gewehren, Speeren, Säbeln und dergleichen mehr, ausgerüstet. 
Ihre Gewehre sind gegen viele kostbare Sachen eingetauscht oder auch den Chinesen ge- 
raubt worden, Der Schaft jener Gewehre ist sehr schmal und halbmondförmig gebogen. 
Der Lauf ist ganz poliert und mit Messingdraht umwunden, und es ist sehr auffallend, 
dass sie alle Visire abgenommen haben. Ihre Säbel sind kurz und flach, und eine Seite 
der Scheide ist durchbrochen und mit Eisendraht bezogen. Die Speere bestehen aus langen, 
blattähnlichen Kisenspitzen an Bambusschäften und sind stumpf und etwas rostig. 
Wir giengen in dem Thal Baikei durch viele mit Gras bewachsene Sümpfe und 
Waren gezwungen, einigemale den Strom zu überschreiten, dessen Wasser oft so tief War, 
dass es bis zu unseren Knien reichte. Auf dem Wege lagen manchmal große Felsstücke, 
über welche die Eingebornen gleichgiltig hinwegschritten, wobei sie ihre Gesänge mit 
lauter Stimme ertönen ließen. Sie sind an steile Wege und an Gefahren gewöhnt und so 
geschickt wie Affen; auch sind sie so unschuldig wie Kinder und waren immer sehr 
‚reundlich, als sie mit uns zusammen giengen. 
Das Thal war lang, eng und sehr einsam. Wir trafen nur eine einzige Hütte an. 
Nach einer nordöstlichen Wanderung von ungefähr drei Stunden kamen wir an eine mit 
Gras bedeckte Klippe, auf welcher wir unser Frühstück verzehrten, während die Ein- 
zebornen auch ihre Bataten und Hirseklöße aßen. Das Thal zweigt sich dort in
	        

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