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Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, 3.F. 13=43.1913

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Nutzungslizenz

CC BY-SA: Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bibliographische Daten

Bibliographische Daten: Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, 3.F. 13=43.1913

Zeitschrift

Strukturtyp:
Zeitschrift
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-714783
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-714783
Persistenter Identifier:
BV039673911
Titel:
Zeitschrift des Vereins für Volkskunde
Untertitel:
neue Folge d. Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft
Weitere Titel:
Verein für Volkskunde <Berlin>: Zeitschrift des Vereins für Volkskunde
Erscheinungsort:
Berlin
Verlag:
Behrend [[1906-1924]], Verein für Volkskunde, Berlin
Erscheinungsjahr:
1891
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Allgemeines

Zeitschriftenband

Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-708074
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-708074
Persistenter Identifier:
DE-11-001674394
Titel:
Zeitschrift des Vereins für Volkskunde, 11.1901
Erscheinungsjahr:
1901
Signatur:
LA 8000-11
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Hinterer Einband

Strukturtyp:
Hinterer Einband
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien
  • Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, 3.F. 13=43.1913
  • Vorderer Einband
  • Vorderer Buchspiegel
  • Vorsatzblatt
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis: Inhalt
  • Zeitschriftenheft: Bd. 43, 1913, Heft 1/2
  • Zeitschriftenheft: Bd. 43, 1913, Heft 3
  • Holl, M.: Ein Apparat zur bildlichen Darstellung des Schädelumfanges mit gleichzeitiger Festlegung der Ohrpunkte
  • Weissenberg, S.: Die „Klesmer“sprache
  • Landau, A.: Zur russisch-jüdischen „Klesmer“sprache
  • Dachler, Anton: Die bäuerliche Beheizung in Frankreich
  • Nachruf: David Heinrich v. Müller
  • Zeitschriftenrezension: Literaturberichte
  • Zeitschriftenheft: Bd. 43, 1913, Heft 4
  • Zeitschriftenheft: Bd. 43, 1913, Heft 5
  • Register: Register zum XXXXIll. Band (der 3. Folge XIII. Band)
  • Zeitschriftenheft: Sitzungsberichte, 1912/1913
  • Nachsatzblatt
  • Hinterer Buchspiegel
  • Hinterer Einband
  • Farbkeil

Volltext

Zur russisch-jüdischen „Klesmer“sprache. 
Von Dr. A. Landau in Wien. 
Die Sprache der russisch-jüdischen Musikanten ist keine vereinzelte Erscheinung. 
Wir finden ihresgleichen zwar nicht in Rußland, wohl aber in Deutschland. So erwähnt 
schon Firmenich, Germaniens Völkerstimmen, 1846, Bd. II, 110, die „Kauder“sprache 
der herumziehenden Musikanten im Fuldischen und ebenso haben die Kirchtags- 
musikanten in Niederösterreich eine Geheimsprache, von der Dr. Eugen Frischauf 
in Eggenburg gegen 200 Worte gesammelt, aber leider nicht veröffentlicht hat (Deutsche 
Mundarten, herausgegeben von Nagl, Wien, I, 331). Solche Sondersprachen entstehen 
iberall, wo eine Gruppe von Menschen sich über eine gemeinsame Beschäftigung 
ınd gemeinsame Interessen zu verständigen hat, und zwar besonders unter der 
wandernden Bevölkerung. Deshalb hat sich in Rußland, wo diese so zahlreich und 
nannigfaltig ist, eine besonders große Zahl solcher Sprachen entwickelt, so die der 
wandernden Bettler, der herumziehenden Krämer, endlich die der Kleinstädter und 
Bauern, die in,der von landwirtschaftlichen Arbeiten freien Zeit in Ausübung ihres 
Handwerkes als Ofensetzer, Hutwalker, Schneider u. dgl. umherziehen. Sie haben ihr 
Analogon (wenn wir von den überall vorhandenen Gaunersprachen absehen) in den 
deutschen Kunden- (Handwerksburschen-) und Krämersprachen (vgl. darüber Kluge, 
Rotwelsch. Straßburg 1901. Bd. I „Anhänge“. 
Diese Berufssprachen werden zu Geheimsprachen durch den Vorteil, sich über 
die gemeinsamen Angelegenheiten unverstanden von außerhalb dieses Kreises Stehenden 
aussprechen zu können, haben aber nichtsdestoweniger viel miteinander gemein 
sowohl in der Art der Wortbildung als im Wortmaterial. Auch das fahrende Völkchen 
der jüdischen Musikanten hat, wie sich zeigen wird, aus den Sprachen der russischen 
Bettler und Handwerker, mit denen es auf Landstraßen und Jahrmärkten, in Herbergen 
und Schenken oft genug in Berührung kommen mußte, viel entlehnt — etwa ein 
Viertel der im Weissenbergschen Glossar verzeichneten Wörter entstammt diesen 
Geheimsprachen — und es entbehrt nicht eines heiteren Beigeschmacks, wenn man 
.n dieser jüdischen Geheimsprache zahlreichen Ausdrücken des „Katru&nickij lemezen’“, 
der Sprache der Dribiner Hutwalker, begegnet, die von diesen, wie Romanov, Ziv. 
Star., I, 9 f., berichtet, besonders vor den Juden ängstlich geheimgehalten wird. Leider 
<onnte ich nur Glossare aus dem groß- und weißrussischen Sprachgebiete vergleichen, 
während die Klesmersprache aus dem Gouvernement Cherson, also aus Südrußland, 
stammt. Das Ergebnis meiner Vergleichung wäre ohne Zweifel noch viel reichhaltiger 
ausgefallen, wenn mir Sondersprachen aus Süd- und Südwestrußland zugänglich ge- 
wesen wären. 
Auffällig ist der Mangel an eigentlichen Berufsausdrücken, wie Namen von 
Tänzen, Bestandteilen der Musikinstrumente, Musikstücken, Melodien, Tonarten und 
3onstigen technischen Bezeichnungen, die man doch in einer Musikantensprache am 
ahesten erwarten sollte. Wie mir Herr Dr. W. mitteilt, hat er sich vergeblich bemüht, 
Solche zu erfahren. Einige wenige Worte dieser Art verzeichnet mein Nachtrag.
	        

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