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Das Problem der Völkerverwandtschaft

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Nutzungslizenz

CC BY-SA: Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bibliographische Daten

Inhalt / Download : Das Problem der Völkerverwandtschaft

Zeitschrift

Strukturtyp:
Zeitschrift
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-714817
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-714817
Persistenter Identifier:
BV044415258
Titel:
Tribus
Untertitel:
Jahrbuch des Linden-Museums
ISSN:
0082-6413
Erscheinungsort:
Stuttgart
Verlag:
Linden-Museum
Erscheinungsjahr:
1953
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Allgemeines

Zeitschriftenband

Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-711720
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-711720
Persistenter Identifier:
1506583909690
Titel:
Tribus, 17.1968,N.F.
Erscheinungsjahr:
1968
Signatur:
LA 6621
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Titelseite

Strukturtyp:
Titelseite
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Das Problem der Völkerverwandtschaft
  • Vorderer Einband
  • Vorderer Buchspiegel
  • Vorsatzblatt
  • Titelseite
  • Widmung: Den Manen seines Schwiegervaters Dr. Fr. Leopold George weil. ord. Professors der Philosophie an der Universität Greifswald (gest. d. 24. Mai 1873) und seiner Schwiegermutter Auguste George zum 84. Geburtstage (d. 25. November 1904) gewidmet vom Verfasser
  • Vorwort: Vorwort
  • Kapitel: Erster Abschnitt. Das Zerstreut· und Durcheinanderwohnen der kleinen ethnischen Gebilde nach geographischen Individuen
  • Kapitel: Zweiter Abschnitt. Die Entstehung und Entwickelung der ethnischen Gebilde im allgemeinen
  • Kapitel: Dritter Abschnitt. Die durch die Ebenen vermittelte Verwandtschaft der Völker
  • Kapitel: Vierter Abschnitt. Die durch das Hochland begründete Völkerverwandtschaft
  • Nachsatzblatt
  • Hinterer Buchspiegel
  • Hinterer Einband
  • Farbkeil

Volltext

Die durch das Hochland begründete Völkerverwandtschaft. 301 
(Smith)? Und wie kann ein Volk Reminiscenzen aus seiner vor— 
volklichen Vergangenheit besitzen und trotzdem keine Geschichte 
seiner eigenen Entstehung haben? Letztere fehlt dem baby— 
lonischen Volke aber durchaus. 
Zu jenen Reminiscenzen aus seiner vorvolklichen Vergangenheit 
gehört jene oben (S. 211) erwähnte Sage von den beiden Sieben. 
Denn ihr Inhalt betrifft das Verhältnis, in welchem die sieben im 
großen Hause zu den sieben außerhalb desselben stehen. Somit haben 
wir hier die beiden Elemente vor uns, die überall zur Bildung der 
Familien und dann weiter zur Stammesbildung erforderlich gewesen 
sind, und können auf Grund der allgemeinen Völkerbeobachtung 
schließen, daß die sieben Bösen vom Gebirge, welche den sieben im 
Sumpfe bezw. im See wohnenden entgegengesetzt sind, einen Zustand 
charakterisieren, welcher erst zur Völkerbildung hinführt. Folglich kann 
auch das Volk, dem diese Sage angehört, nicht als Volk nach Baby— 
lonien eingewandert sein. Damit haben wir für unsere Erkenntnis 
des babylonischen Volkes schon etwas gewonnen. 
Nach Sayce 17) soll aber die altbabylonische Kultur auf akkadisch— 
sumerischer Grundlage gebaut sein: „Akkader und Sumerier waren 
nicht Semiten; zu welcher Rasse sie gehörten, ist ganz ungewiß. Sie 
hatten in einer Hieroglyphenschrift umfangreiche Bibliotheken, darin 
auch teils Zauberformeln zur Abwendung der Angriffe böser Geister, 
teils Hymnen an die Gottheiten. Die Babylonier übersetzten diese alte 
Literatur und gaben auch grammatische Schemate als Mittel zur Er— 
— D 
Darnach könnte es scheinen, als ob die Babylonier sich nur in 
„das gemachte Bett“ der Akkader und Sumerier gelegt und deren Kul— 
tur übernommen hätten. Kann man denn die Kultur eines Volkes ohne 
weiteres ererben und hinfort benutzen? Ich sollte meinen, daß ein 
Volk, um die Kultur eines andern fortsetzen zu können, auf derselben 
Stufe stehen muß, wie das Volk, das ihm die Kultur vererbt hat. 
Wenn ein Vater seinem Sohne ein angefangenes Werk über Astrono— 
mie hinterläßt, von der der Sohn nicht so viel versteht als sein Vater, 
wie will er dessen Werk fortsetzen? Hier liegen Unklarheiten vor. 
„Akkader und Sumerier waren nicht Semiten, zu welcher Rasse sie 
gehörten, ist ungewiß.“ Hat denn bisher ein Ethnograph festgestellt, 
wer die Semiten waren? Das Volk der Semiten ist eine ebensolche 
Fiktion wie das Volk der Indogermanen. Man kann wohl eine Anzahl 
17) A. H. Sayce, Alte Denkmäler im Lichte neuer Forschungen. Deutsche 
vom Verfasser revidierte Ausgabe. Leipzig. 
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