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Band: Die heutigen und die vorgeschichtlichen Menschenrassen

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Nutzungslizenz

CC BY-SA: Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bibliographische Daten

Volltext: Band: Die heutigen und die vorgeschichtlichen Menschenrassen

Zeitschrift

Strukturtyp:
Zeitschrift
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-714782
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-714782
Persistenter Identifier:
BV041216885
Titel:
Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft
Weitere Titel:
Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft
Erscheinungsort:
Berlin
Verlag:
Dümmler
Erscheinungsjahr:
1860
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Allgemeines

Zeitschriftenband

Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-707955
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-707955
Persistenter Identifier:
DE-11-001661090
Titel:
Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft, 9.1877
Verlag:
Dümmler
Erscheinungsjahr:
1877
Signatur:
LA 7999-9
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Vorderer Einband

Strukturtyp:
Vorderer Einband
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Mehrbändiges Werk: Der Mensch
  • Band: Die heutigen und die vorgeschichtlichen Menschenrassen
  • Vorderer Einband
  • Vorderer Buchspiegel
  • Vorsatzblatt
  • Vorblatt
  • Sonstiges: Allgemeine Naturkunde
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis: Inhalts-Verzeichnis. Verzeichnis der Abbildungen
  • Vorblatt
  • Kapitel: I. Die körperlichen Verschiedenheiten des Menschengeschlechts
  • Kapitel: II. Die Ur-Rassen in Europa
  • Kapitel: 9. Diluvium und Urmensch
  • Kapitel: 10. Die ältesten menschlichen Wohnstätten in Europa
  • Kapitel: 11. Menschliche Knochenreste aus dem Diluvium
  • Kapitel: 12. Die Hauptkulturperioden des vorgeschichtlichen Europa und die Pfahlbauten der Schweiz
  • Kapitel: 13. Die jüngere Steinzeit in Nord, und Mittelenropa, in Griechenland und Agypten
  • Kapitel: 14. Prähistorische Metallkulturen
  • Sachregister: Sachregister
  • Personenindex: Autorenregister
  • Leerseite
  • Nachsatzblatt
  • Hinterer Buchspiegel
  • Hinterer Einband
  • Farbkeil

Volltext

Das Alter und die anthropologische Stellung der mitteleuropäischen Diluvialrassen. 467 
wohl ausgeprägten Tori supraorbitales moderner Europäer mehr unbefangen würdigen.“ 
Der Neandertaltypus „hängt nicht von den Supraorbitalwülsten als solchen ab, die ja 
bereits innerhalb des bisher bekannten fossilen Materials, z. B. bei Spy II, Rückbildungs— 
erscheinungen zeigen. Anderseits kann jede Rasse dieses gemeinsame menschliche Erbstück 
darbieten, so auch die fossilen Rassen, z. B. von Galley-Hill, ohne daß dadurch die Zugehörig- 
keit zum Neandertaltypus gegeben wäre“. 
Broca faßt die Ergebnisse über die Cro-Magnon-Rasse in die Worte zusammen: 
„Sie zeigt eine merkwürdige Vereinigung von hohen und niedrigen Merkmalen. Das große 
Hirnvolumen, die Entwickelung der Stirngegend, die schöne elliptische Form der vorderen 
Partie des Schädelprofils, die Orthognathie der oberen Gesichtsgegend sind unbestreitbare 
Merkmale einer hohen Stufe, die man sonst nur bei den zivilisiertesten Rassen anzutreffen 
pflegt. Anderseits erzeugen die große Breite des Gesichts, die Prognathie der Alveolargegend, 
die enorme Entwickelung der Unterkieferäste, die Ausdehnung und Rauhigkeit der Ansatzflächen 
der Kaumuskeln, das äußere Vorspringen der Linea aspera des Oberschenkels, die Abplattung 
der Schienbeine und andere Merkmale die Vorstellung einer körperkräftigen, rohen Rasse.“ 
Als der ausgezeichnete französische Anthropolog im Jahre 1868 in diesen Worten seine 
Bewunderung der körperlichen Entwickelung dieser typischen Vertreter der europäischen 
Urrasse in den Bulletins der Pariser Anthropologischen Gesellschaft veröffentlichte, hatte 
man erst begonnen, die Schädelformen der modernen Europäer auf Grund großer Messungs— 
serien genauer festzustellen. Wir wissen jetzt, daß diese charakteristische Schädelform der 
Cro⸗Magnon⸗Leute noch heute eine typische Form der Schädel in Nord- und Mitteleuropa, 
z. B. in Thüringen und in den thüringisch-fränkischen Gegenden Bayerns und ganz Mittel— 
deutschlands, ist, aus denen ich zahlreiche Specimina, die der Cro-Magnon-Form ent⸗ 
sprechen, zeigen kann. Auch im Nordosten Deutschlands und in Skandinavien finden wir 
bei zahlreichen Individuen die gleiche Form. Sie ist ebenso eine typische Form unter den 
Völkerwanderungs⸗Germanen der nachrömischen Zeit Bayerns und ist auch zahlreich in 
den fränkisch-alemannischen Reihengräbern derselben Periode in Württemberg und den 
Rheinlanden vertreten, dort aber häufiger gemischt mit einem zwar sehr ähnlichen, aber 
durch ein schmäleres Gesicht ausgezeichneten Typus. Wir können denselben wohlgebildeten, 
breitgesichtigen, langköpfigen Typus bis in die jüngere Steinzeit Nordostdeutschlands und 
Mitteldeutschlands verfolgen, und mehrere der dolichokephalen Schädel der österreichischen 
und schweizerischen Pfahlbauten gehören ihm zweifellos an. In Frankreich selbst hat man den 
Cro⸗Magnon⸗Thpus in der neolithischen Periode weithin verbreitet gefunden; die germani⸗ 
schen Eroberer Galliens brachten dieselbe Form wieder zahlreich ins Land, und sie wird sich wohl 
auch dort noch heute auffinden lassen. Die Cro-Magnon⸗Form ist der eine meiner beiden euro— 
päischen Haupischädelthpen: der kurzgesichtige Langkopf, der brachyprosope Dolichokephale. 
Das Resultat der Untersuchungen der körperlichen Reste des Diluvialmenschen entsprach 
also in keiner Weise den Voraussetzungen und den scheinbaren Postulaten der wissenschaft— 
lichen Theorie. An Stelle einer einheitlichen diluvialen Rasse zeigen uns, wie das vor Jahren 
zuerst J. Kollmann festgestellt hat, die dem Diluvium zuges chriebenen Schädel und Skelett— 
reste schon Unterschiede im Körperbau unter den diluvialen Europäern, wie wir solche heute 
in Europa auf diesem Schauplatz so verschiedenartiger Völkermischungen antreffen. An 
Stelle eines affenähnlichen, vielleicht noch als halbes Klettertier auf Bäumen nistenden 
Geschöpfes mit überlangen Armen, kurzen Beinen und Kletterdaumen am Fuße, wie ihn 
30 *
	        

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