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Band: Völkerkunde, 1. Band

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Für diesen Datensatz liegt keine Zugriffsbeschränkung vor.

Nutzungslizenz

CC BY-SA: Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bibliographische Daten

fullscreen: Band: Völkerkunde, 1. Band

Mehrbändiges Werk

Strukturtyp:
Mehrbändiges Werk
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-715524
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-715524
Persistenter Identifier:
BV048503102
Titel:
Völkerkunde
Untertitel:
behandelnd Religion und Sprache, Sitten und Gebräuche, Charakter und Lebensweise, Kleidung und Nahrung, den physischen Typus und die geistigen Fähigkeiten der nichteuropäischen Völkerstämme
Autor:
Hellwald, Friedrich Anton Heller von
Illustrator:
Keller-Leuzinger, Franz
Erscheinungsort:
Nürnberg
Verlag:
Heerdegen-Barbeck, Antiquariat
Lizenz:
Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
Sammlung:
Allgemeiner Bestand
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Gesamtdarstellungen und Sammelwerke

Band

Strukturtyp:
Band
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-715525
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-715525
Persistenter Identifier:
BV048503137
Titel:
Völkerkunde, 1. Band
Erscheinungsort:
Berlin
Erscheinungsjahr:
1882
Signatur:
2009 A 2213
Lizenz:
Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
Sammlung:
Allgemeiner Bestand

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
Die Tasmanier
Sammlung:
Allgemeiner Bestand

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Mehrbändiges Werk: Völkerkunde
  • Band: Völkerkunde, 1. Band
  • Vorderer Einband
  • Vorderer Buchspiegel
  • Vorsatzblatt
  • Vorblatt
  • Titelseite
  • Vorwort: Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis: Inhalt
  • Kapitel: Die Eingebornen Australiens
  • Kapitel: Die Tasmanier
  • Kapitel: Die Insulaner des Großen Oceans
  • Kapitel: Die Völker Amerikas
  • Nachsatzblatt
  • Hinterer Buchspiegel
  • Hinterer Einband
  • Farbkeil

Volltext

Die Tasmanier. 
59 
überall eindringen zu können, denn der Chinese hat einen ungeheuren Respekt vor dem 
policeman; diesem ist jeder noch so verborgene Winkel zugaͤnglich, vor ihm öffnet sich 
jede Thüre, — er herrscht förmlich als unumschränkter Despot. 
Dennoch giebt es einen Punkt, den die englische Polizei niemals zu durchdringen 
vermocht hat; es ist dies eine gewisse geheime Verbindung, welche die Chinesen« unter sich 
bilden, und der zufolge sie nicht nur eigene Oberhäͤupter erwählen, sondern auch 
Gesetze aufstellen, deren Richtbefolgung mit Strafen geahndet wird, ohne daß die öffent— 
lichen Behörden auch nur das geringste davon erfahren. Uebrigens betrifft diese Or— 
ganisation immer nur die Beziehungen der Chinesen unter sich, niemals ihr Verhältnis 
zu den Europäern. So ist es höchst wahrscheinlich, daß, wenn ein Chinese an einem 
andern einen Diebstahl begeht, der Schuldige viel früher durch seine eigenen Landsleute 
ausgemittelt und bestraft wird, als durch die englische Polizei. Dabei ist merkwürdig, 
daß ein Abgestrafter niemals an die Regierungsbehörden rekurriert, und es überhaupt 
unmöglich ist, irgend eine Auskunft darüber zu erlangen, wie, wo und durch wen jene 
summarische Gerechtigkeit ausgeübt wird. Ein ähnliches Verfahren wird gegenüber den 
Schuldnern in Anwendung gebracht, wo von hundert Flüchtigen, die etwa ohne Be— 
gleichung ihrer Verpflichtungen durchbrennen und nach China übersetzen möchten, gewiß 
— in Melbourne vor ihrer Einschiffung festgenommen und zurückgehalten 
werden. 
Die Tasmonier. 
Van Diemensland oder, wie wir jetzt sagen, Tasmanien, durch die Baß— 
straße von dem südlichsten Vorsprunge Australiens getrennt, war schon zur Zeit 
seiner ersten Kolonisierung durch die Engländer, 1803, nur spärlich bevölkert. 
Auf einem Flächenraume wie Irland hausten im ganzen 627000 Eingeborene, 
welche zu klassifizieren Schwierigkeiten macht. Gewiß ist, daß sie von den Au— 
straliern sich durch Sprache und körperliche Merkmale unterschieden. Unter den 
letzteren betrachten wir als wichtigstes das Vorkommen von Wollhaar wie bei 
den Negern oder wenigstens den Papua. Alle Beobachter, Cook, R. N. Davies, 
Lieutenant Breton und der Naturforscher Peron, betonen einstimmig das wollige 
Aussehen des kurzen, schwarzen oder sehr dunkelbraunen Tasmanierhaares, welches 
zu büschel- und korkzieherartigem Wachsstume neigt (Rev. d'Anthrop. 1872, 
S. 739) und bei mikroskopischer Betrachtung sich als flach mit elliptischem Quer— 
schnitt erweist. Ueberhaupt ist die Behaarung am ganzen Körper beim Tas— 
manier reichlich entwickelt und besitzt überall die nämliche Beschaffenheit wie 
am Kopfe. Auch sonst zeigt sich eine ziemlich starke Verschiedenheit des tas— 
manischen Typus vom australischen. 
Wir kennen die Tasmanier aus den Beschreibungen der ersten Entdecker. Nach 
Cooks Schilderung war ihre Hautfarbe schwarz, das Haar wollig, die Lippen jedoch 
nicht wulstig, die Nase auch nicht platt gedrückt, die Gesichtszüge nicht häßlich, nur 
hatten die meisten Haupthaar und Bart mit roter Salbe gefärbt. Neuere Untersuchungen 
lassen indes doch die Nase an der Basis breit und oben eingedrückt, den Zwischenraum 
zwischen Nase und Oberlippe tief, den großen aber gutmütigen Mund etwas schnauzen— 
artig vorspringend erscheinen (Rev. d'Anthrop. 1876, S. 6738). Im allgemeinen waren 
sie, nach den von Brough Smith sorgfältig zusammengestellten Nachrichten, dunkler, 
stämmiger, breitschultriger und kleiner, aber auch von weniger gefälligem Aussehen als 
die Bewohner des austraälischen Festlandes. Als mittlere Körpergröße fand der englische
	        

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