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Globus, 95.1909

Zugriffsbeschränkung

Für diesen Datensatz liegt keine Zugriffsbeschränkung vor.

Nutzungslizenz

Der Status des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte für diesen Datensatz wurde nicht geprüft oder ist unklar. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen an die Organisation, die das Objekt zur Verfügung gestellt hat.

Bibliographische Daten

Objekt: Globus, 95.1909

Mehrbändiges Werk

Strukturtyp:
Mehrbändiges Werk
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-715524
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-715524
Persistenter Identifier:
BV048503102
Titel:
Völkerkunde
Untertitel:
behandelnd Religion und Sprache, Sitten und Gebräuche, Charakter und Lebensweise, Kleidung und Nahrung, den physischen Typus und die geistigen Fähigkeiten der nichteuropäischen Völkerstämme
Autor:
Hellwald, Friedrich Anton Heller von
Illustrator:
Keller-Leuzinger, Franz
Erscheinungsort:
Nürnberg
Verlag:
Heerdegen-Barbeck, Antiquariat
Lizenz:
Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
Sammlung:
Allgemeiner Bestand
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Gesamtdarstellungen und Sammelwerke

Band

Strukturtyp:
Band
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-715525
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-715525
Persistenter Identifier:
BV048503137
Titel:
Völkerkunde, 1. Band
Erscheinungsort:
Berlin
Erscheinungsjahr:
1882
Signatur:
2009 A 2213
Lizenz:
Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
Sammlung:
Allgemeiner Bestand

Farbkeil

Strukturtyp:
Farbkeil
Sammlung:
Allgemeiner Bestand

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Globus
  • Globus, 95.1909
  • Vorderer Einband
  • Vorderer Buchspiegel
  • Vorsatzblatt
  • Vorblatt
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis: Inhaltsverzeichnis des XCV. Bandes
  • Korrekturen: Berichtigungen
  • Zeitschriftenheft: Nr. 1. 7. Januar 1909
  • Zeitschriftenheft: Nr. 2. 14. Januar 1909
  • Zeitschriftenheft: Nr. 3. 21. Januar 1909
  • Zeitschriftenheft: Nr. 4. 28. Januar 1909
  • Zeitschriftenheft: Nr. 5. 4. Februar 1909
  • Zeitschriftenheft: Nr. 6. 11. Februar 1909
  • Zeitschriftenheft: Nr. 7. 25. Februar 1909
  • Zeitschriftenheft: Nr. 8. 4. März 1909
  • Zeitschriftenheft: Nr. 9. 11. März 1909
  • Zeitschriftenheft: Nr. 10. 18. März 1909
  • Zeitschriftenheft: Nr. 11. 25. März 1909
  • Zeitschriftenheft: Nr. 12. 1. April 1909
  • Zeitschriftenheft: Nr. 13. 8. April 1909
  • Zeitschriftenheft: Nr. 14. 15. April 1909
  • Zeitschriftenheft: Nr. 15. 22. April 1909
  • Zeitschriftenheft: Nr. 16. 29. April 1909
  • Zeitschriftenheft: Nr. 17. 6. Mai 1909
  • Zeitschriftenheft: Nr. 18. 13. Mai 1909
  • Zeitschriftenheft: Nr. 19. 27. Mai 1909
  • Zeitschriftenheft: Nr. 20. 3. Juni 1909
  • Zeitschriftenheft: Nr. 21. 10. Juli 1909
  • Zeitschriftenheft: Nr. 22. 17. Juni 1909
  • Zeitschriftenheft: Nr. 23. 24. Juni 1909
  • Seidel, H.: B. Hacquets Reisen in der Hohen Tatra
  • Crahmer, Wilhelm: Über den indo-portugiesischen Ursprung der "Beninkunst". (Schluß)
  • Abbildung: Abb. 10. Besuch der Lusitanier am Hofe des Congokönigs. Tafel (2) aus De Bry: India Orientalis, Teil I
  • Abbildung: Abb. 11. Puppen der Kondh. Brautgabe. (Mus. f. Völkerkunde, Berlin. 1. C. 6273 c.) 1/3 nat. Gr.
  • Abbildung: Abb. 12. Puppe der Kondh. Brautgabe. (Mus. f. Völkerkunde, Berlin. I. C. 6273 a.) 1/2 nat. Gr.
  • Kaindl, R. F.: Bericht über neue Arbeiten zur Völkerwissenschaft von Galizien, Russisch-Polen und der Ukraine. (Schluß)
  • Förster, Brix: Jägers Forschungen am Kilimandscharo
  • Zeitschriftenrezension: Hermann Walser, Landeskunde der Schweiz. Heinrich Fischer, Landeskunde der Vereinigten Staaten von Nordamerika
  • Zeitschriftenrezension: Südseebilder. Nach Aufnahmen von K. J. Schaffrath
  • Zeitschriftenrezension: H. Lorin, L'Afrique du Nord. Tunisie, Algérie, Maroc
  • Zeitschriftenrezension: Wilhelm Uhl, Winiliod
  • Zeitschriftenrezension: Karl Wolff, Die Terrassen des Saaletales und die Ursachen ihrer Entstehung
  • Zeitschriftenrezension: W. R. Eckardt, Das Klimaproblem der geologischen Vergangenheit und historischen Gegenwart. (Die Wissenschaft. Sammlung naturwissenschaftlicher und mathematischer Monographien, Heft 31.)
  • Kleine Nachrichten
  • Zeitschriftenheft: Nr. 24. 1. Juli 1909
  • Sonstiges: [Inhalt, Eingesendete Neuigkeiten, Werbung]
  • Nachsatzblatt
  • Hinterer Buchspiegel
  • Hinterer Einband
  • Farbkeil

Volltext

363 
Crahmer: Über den indo-portugiesischen Ursprung der „Beninkunst“. 
allein diese einzigartige Blüte, deren höchste Vollendung 
eben Benin darstellt. Aber für diesen ganzen großen 
Kulturkreis müssen wir dieselben Einflüsse annehmen, 
die die Beninkunst liervorgebrackt haben, wenn auch 
natürlich teilweise in schwächerem Maße. Was vor der 
Blütezeit liegt, vor dem, was wir als „Beninkunst“ be¬ 
zeichnen, ist für uns in vollständiges Dunkel gehüllt. 
Wir gehen wohl nicht fehl, wenn wir für die Zeit vor 
der eigentlichen Beninkunst keine wesentlich höhere 
Kultur annehmen, als sie sonst irgendwo in Afrika er- 
reicht ist, „for the African 
Negro is everywliere very 
much alike“. Wir wissen 
nur, daß z. B. Yagba und 
Egbon, an Nupe grenzend, 
von alters her als Mittel¬ 
punkt einer Eingeborenen¬ 
industrie bekannt waren 24), 
einer Industrie wahrschein¬ 
lich, wie wir sie überall in 
Afrika antreffen. Auf eine 
Benin verwandte oder auf 
gleicher Höhe stehende 
Kunst zu schließen, sind 
wir in keinem Falle be¬ 
rechtigt. 
Da die Beninkunst nicht 
bodenständig ist, dürfen 
wir also nicht darauf rech¬ 
nen, die Entwickelungs¬ 
stufen — von den primi¬ 
tivsten Anfängen bis zur 
Ausbildung der „Benin- 
kunst“ — aufzufinden und 
das W e r d e n an den Alter¬ 
tümern verfolgen zu können. 
Sie wird uns bereits bei 
ihrem ersten Auftreteix 
dui'cli ihre relative Voll¬ 
endung auffallen, sich 
schnell zur Blüte des Benin¬ 
stiles und der Benintechnik 
entwickeln uixd demVei’fall 
entgegenschreiten, sobald 
der fremde Einfluß aufhört. 
Also so viel indische und 
portugiesische Elemente in der Beninkunst, die doch für 
rein afrikanisch galt! Aber damit nicht genug, es wird 
auch noch außerdem manches zu erforschen sein, das 
nicht den genannten Kulturen angehört. Wenn schon 
vom 7. Jahrhundert an die Araber beginnen, den Sudan 
zu durchdrungen, so werden sich auch im westlichen Afrika 
Einflüsse bemerken lassen, die auf den alles durchsetzen¬ 
den Islam zurückgehen und somit auf alle die Kulturen, 
deren Erben die siegreich vordringenden Hordeix der 
Araber wurden. Doch diese Einflüsse sind in der Benin¬ 
kunst immerhin so gei’ing, daß sie gegen die anderen 
Elemente zurücktreten und für die Entstehung der ersten, 
gewissermaßen vorbildlichen Altertümer überhaupt nicht 
in Betracht zu ziehen sind. 
Die portugiesischen Elemente gehen nun natürlich 
auf die Portugiesen selbst zurück, sie knüpfen an die 
große Entdeckungszeit an. Für die indischen müssen wir 
wieder Portugal als Vennittler in Anspnich nehmen, war 
doch der hauptsächlichste Kolonialhandel der damaligen 
Zeit in den Händen der Portugiesen. Aber außer den ge¬ 
nannten Einflüssen gibt es noch vieles andere mehr, das 
nur durch Vermittelung dieser kühnen Seefahrer und ihrer 
Nachfolger nach Benin gelangt sein kann: der gewaffnete 
Ann, der uns längst als fremdes Wappen bekannt war, 
und den Büchner25) als marokkanisches Wappen be¬ 
stimmt hat. Und diese Deutung gewinnt noch weiter 
an Wahrscheinlichkeit, wenn wir uns erinnern, daß sogar 
dieselben Seefahrer, die das Maurenreich besuchten, auch 
bis nach Benin gelangten. 1551 kommt der englische 
Schiffskapitäxx Thomas Windham 26) axxf eixxer Handels¬ 
fahrt xxach Marokko, zwei Jahre später treffexx wir ihn 
uixd Pinteado ixx Bexxixx wieder. 
Wenn nuxx auch vieles, worauf ich hixxdeuten konnte, 
nur dexx Wert von Analogieix haben mag, so ist in 
der Hauptsache doch schon heute mit Bestimmtheit 
die Tatsache festzustellen, daß die sogen. „Beninkunst“ 
als ein Produkt des portugiesischen Kolonialhandels an¬ 
zusehen ist. Hierbei bleibt die Frage, welcher Anteil 
den indischen, portugiesischen oder welchen sonstigen 
europäischen Gießern hei der Herstellung der ersten 
Beninplatten nun im einzelnen einzuräumen ist, ungelöst 
und wird wohl nie mit Sicherheit aufgeklärt werden; sie 
ist ja auch von untergeordneter Bedeutung, genau so wie 
die andere, welche Stücke den fremden „Lehrern“ und 
welche ihren Negerlehrlingen zuzuschreiben sind. 
Die große Masse der Gußwerke stammt von den ein¬ 
geborenen Gehilfen, auf die natüi-licli alle rein afrikani¬ 
schen Elemente zurückgehen. In ängstlicher Anlehnung 
an die gegebenen ersten Voi’lagen mögen die späteren 
Stücke entstanden sein, sich immer mehr verschlechternd 
und nur da, wo es sich um die Darstellung der einheimi¬ 
schen Trachten usw. handelt, für uns von Wert. Und 
so sind denn die meisten Platten direkt nach dem Schema 
angefertigt: Dubletten, wie der terminus technicus in 
den Museen lautet. Außerdem dürfen wir nicht ver¬ 
gessen, daß das Arbeiten in einem bestimmten Material 
eine besondere Darstellungsweise verlangt und dadurch 
dann eine Stileinheit vortäuscht. Hierzu kommen noch 
die Einförmigkeit der Darstellungen und die immer 
wiedex-kelirende äußere Ausstattung als besondere Mo¬ 
mente hinzu, die übrigens gleichfalls darauf hindeuten, 
daß es sich ixx der Beninkunst um bestellte Arbeit 
handelt, gleichgültig dabei, wer die Stücke gegossen hat 
und wo sie verfertigt sind. 
Als rein afrikanisch dürfen wir den Beninstil nicht 
bezeichnen, ebensowenig als indischen, trotz der indischen 
Vorbilder und der indischen Elemente in ihm; ii’gend 
ein europäischer ist er axxf keinen Fall. 
Wir haben es ixx der Beninkunst mit einem Misch¬ 
stil zu tun, der sich in der Kolonialzeit heraus¬ 
gebildet hat, aus dem Verkehr Portugal — Indien 
— Afrika, und den ich „indo-portugiesischer 
Mischstil“ nennen möchte; ein Stil, der außer den 
indischen, portugiesischen und rein afrikanischen Ele¬ 
menten noch viele andere in sich birgt: vielleicht auch 
deutsche, die mit Nürnberger Geschützgießenx nach 
Afrika gelangt sein mögen (wie es denn auch gar nicht 
ausgeschlossen ist, daß der erste Anlaß zur Beninkunst 
diesen Nürnberger Gießern zuzuschreiben ist), neben den 
rein portugiesischen vor allen Dingen jüdisch-portugie¬ 
sische, müssen wir doch auch die portugiesischen Juden 
als die Lieferanten des notwendigen Matei’ials betrachten, 
deren wohlgetroffene Konterfeie uns übrigens oft genug 
axxf den Beninplatten entgegentreten. Hier im westlichen 
Afrika ist die kleine Insel S. Thome im Meerbusen von 
Benin ja auch der Vei'bannungsplatz der Juden, die, aus 
Spanien nach Portugal flüchtend, dorthin verwiesen wur- 
25) A. a. O., S. 984. 
28) Kai'l Falkenstein: Geschichte der geographischen Ent¬ 
deckungsreisen, Bd. 2, S. 79/80. Dresden 1828. 
47* 
Abb.12. Puppe der Kondh. 
Brautgabe. (Mus. f. Völker¬ 
kunde, Berlin. I. C. 6273 a.) 
% nat. Gr. 
24) Bead und Dalton: Antiquities etc., S. 1.
	        

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