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Band: Völkerkunde, 1. Band

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Für diesen Datensatz liegt keine Zugriffsbeschränkung vor.

Nutzungslizenz

CC BY-SA: Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bibliographische Daten

fullscreen: Band: Völkerkunde, 1. Band

Mehrbändiges Werk

Strukturtyp:
Mehrbändiges Werk
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-715524
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-715524
Persistenter Identifier:
BV048503102
Titel:
Völkerkunde
Untertitel:
behandelnd Religion und Sprache, Sitten und Gebräuche, Charakter und Lebensweise, Kleidung und Nahrung, den physischen Typus und die geistigen Fähigkeiten der nichteuropäischen Völkerstämme
Autor:
Hellwald, Friedrich Anton Heller von
Illustrator:
Keller-Leuzinger, Franz
Erscheinungsort:
Nürnberg
Verlag:
Heerdegen-Barbeck, Antiquariat
Lizenz:
Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
Sammlung:
Allgemeiner Bestand
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Gesamtdarstellungen und Sammelwerke

Band

Strukturtyp:
Band
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-715525
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-715525
Persistenter Identifier:
BV048503137
Titel:
Völkerkunde, 1. Band
Erscheinungsort:
Berlin
Erscheinungsjahr:
1882
Signatur:
2009 A 2213
Lizenz:
Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
Sammlung:
Allgemeiner Bestand

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
Die Völker Amerikas
Sammlung:
Allgemeiner Bestand

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
Die südamerikanischen Indianer
Sammlung:
Allgemeiner Bestand

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Mehrbändiges Werk: Völkerkunde
  • Band: Völkerkunde, 1. Band
  • Vorderer Einband
  • Vorderer Buchspiegel
  • Vorsatzblatt
  • Vorblatt
  • Titelseite
  • Vorwort: Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis: Inhalt
  • Kapitel: Die Eingebornen Australiens
  • Kapitel: Die Tasmanier
  • Kapitel: Die Insulaner des Großen Oceans
  • Kapitel: Die Völker Amerikas
  • Kapitel: Allgemeines
  • Kapitel: Nordamerika
  • Kapitel: Die Mittelamerikaner
  • Kapitel: Die südamerikanischen Indianer
  • Kapitel: Die fremden Elemente in Amerika
  • Nachsatzblatt
  • Hinterer Buchspiegel
  • Hinterer Einband
  • Farbkeil

Volltext

Sprache. Kulturstellung der Pescherah. 478 
sie zu taxieren beliebte, daß sie keine körperlichen Merkmale aufweisen, welche 
einen etwaigen Zusammenhang mit der Tierwelt erkennen ließen, ihr Kultur— 
stand sich hoch über jenen erhebe, welchen wir dem „Urmenschen“ im allgemeinen 
zuschreiben müssen. Auch die Pescheräh sind diesem Schicksale nicht entronnen. 
Man findet sie jetzt physisch gar nicht so übel und Professor Dr. von Bischoff 
hat die 1881 in Europa anwesenden in ihren körperlichen und seelischen Eigen— 
schaften einer sorgfältigen Beobachtung unterzogen, wobei er gefunden haben 
will, daß auch diese niedrig stehenden Pescheräh sehr wohl zu einer höheren 
geistigen Entwickelung befähigt seien. Daß die Pescheräh sich zweier Erfindungen, 
des Kahnbaues und ihrer Methode des Feuermachens, berühmen dürfen, die 
nur Früchte menschlichen Nachdenkens sein können, habe ich schon erwähnt; 
versteht man unter dem „Urmenschen“ den noch nicht zum eigentlichen Menschen 
potenzierten Alalen, so sind sie über diesen Urzustand schon längst hinaus, hoch 
darüber erhaben. Leugnen wird sich dagegen nicht lassen, daß die Pescheräh 
auf einer der tiefsten Stufen geistiger Entwickelung stehen geblieben sind, wie 
sie auch bei uns in der vormetallischen Zeit einmal allgemein gewesen, und mit 
Oskar Fraas darf man sie wohl als eine Reminiszenz an die sen Urzustand 
halten, wofür ja auch die Art und Beschaffenheit ihrer Werkzeuge und deren 
große Aehnlichkeit mit den bei uns aus vorgeschichtlichen Epochen gefundenen 
spricht. „Wie der Australier, der Botokude oder der Andamane und der Wedda 
auf Ceylon — die wir noch kennen lernen werden — ist der Pescheräh wohl der 
nämliche Primate,“ sagt ungemein treffend Abel Hovelacque, „welcher vor Jahr— 
tausenden das westliche Europa durchstreifte.“ Er lebt in der nämlichen umher— 
irrenden, ausgehungerten Weise, mit den nämlichen Waffen bewehrt, die näm— 
lichen Steine dazu schlagend, das nämliche Obdach benutzend, den nämlichen 
Gewohnheiten ergeben und die nämlichen Sitten übend. Ehe nun diese so weit 
zurückgebliebenen Naturkinder einen ihre Erhaltung nach unsrem Ermessen sichernden 
Grad der Ausbildung erreichen, wird die ihnen aufgedrängte Kultur sie früher 
wohl unfehlbar vernichtet haben. In der That sind von den elf nach Europa ge⸗ 
brachten Exemplaren binnen kurzer Zeit sechs zu Grunde gegangen, so daß nur 
zwei Männer, ein Weib und zwei Kinder in ihre Heimat zurückgeführt werden 
konnten. Welche Keime der in Europa eingesogenen „Gesittung“ dieselben in 
ihrem Vaterlande verbreiten werden, wenn sie dasselbe überhaupt lebend er— 
reichen, dafür besitzen wir ein ganz schlagendes Beispiel. Die unlängst unter 
uns weilenden Pescheräh waren nämlich nicht die ersten, welche mit europäischer 
kultur in Berührung kommen. Dasselbe Kriegsschiff „Beagle“, auf dem Darwin 
sich befand, als er das Feuerland besuchte, hatte drei Bewohner jenes Landes 
an Bord, welche wenige Jahre vorher durch den Kapitän Fitzroy nach England 
gebracht und dort auf Kosten der englischen Regierung erzogen und unterhalten 
worden waren. Einer dieser Pescheräh, Jemmy Button getauft, war sogar eine 
Zeitlang in vornehmen Gesellschaften als Schoßkind verhätschelt worden, hatte in 
Europa stets Handschuhe und blankgeputzte Stiefeln getragen und sprach sogar 
englisch. In seine Heimat zurückgebracht und mit seinen Verwandten vereinigt, 
wurde er aber bald wieder der frühere nackte, ungewaschene und ungekämmte 
Hellwald, Naturgeschichte. J. 40
	        

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