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Zehn Jahre Gesellschaft für Ethnographie - Europäische Ethnologie in Berlin

Zugriffsbeschränkung

Für diesen Datensatz liegt keine Zugriffsbeschränkung vor.

Nutzungslizenz

CC BY-NC-ND: Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bibliographische Daten

fullscreen: Zehn Jahre Gesellschaft für Ethnographie - Europäische Ethnologie in Berlin

Monographie

Strukturtyp:
Monographie
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-747651
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-747651
Persistenter Identifier:
BV048452359
Titel:
Zehn Jahre Gesellschaft für Ethnographie - Europäische Ethnologie in Berlin
Untertitel:
Wolfgang Jacobeit zum 80. Geburtstag
Herausgeber:
Scholze, Thomas
Scholze-Irrlitz, Leonore
Erscheinungsort:
Münster ; Hamburg ; London
Verlag:
LIT Verlag
Erscheinungsjahr:
2022
Titel der Serie:
Berliner Blätter ; Jubiläumsheft 23 (2001)
Größe der Vorlage:
192 Seiten
Signatur:
LB 14032 B515-23+2
Lizenz:
Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International (CC BY-NC-ND 4.0)
Sammlung:
Allgemeiner Bestand
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Bibliografien und Nachschlagewerke
Sozial- und Kulturanthropologie > Forschungsgeschichte

Impressum

Strukturtyp:
Impressum
Sammlung:
Allgemeiner Bestand

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien
  • Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, 3.F. 2=32.1902
  • Vorderer Einband
  • Vorderer Buchspiegel
  • Vorsatzblatt
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis: Inhalt
  • Zeitschriftenheft: Bd. 32, 1902, Heft 1-3
  • Zeitschriftenheft: Bd. 32, 1902, Heft 4/5
  • Zeitschriftenheft: Bd. 32, 1902, Heft 6
  • Erdweg, Mathias Josef: Die Bewohner der Insel Tumleo, Berlinhafen, Deutsch-Neu-Guinea [Teil 2]
  • Lew, Henri: Der Tod und die Beerdigungsgebräuche bei den polnischen Juden
  • Nachruf: Andreas Reischek
  • Zeitschriftenrezension: Literaturberichte
  • Autorenindex: Autoren-Register
  • Sachregister: Sachregister
  • Zeitschriftenheft: Sitzungsberichte, 1902
  • Nachsatzblatt
  • Hinterer Buchspiegel
  • Hinterer Einband
  • Farbkeil

Volltext

NEKROLOG. 
Andreas Reischek. 
Am 3. April d. J. ist in Linz der Custos des dortigen Landesmuseums, Andreas Reischek, aus dem 
Leben geschieden. Gehörte er auch nicht dem engeren Kreise unserer Fachgenossen an, so hat Reischek 
doch durch seine mit großem Verständnis angelegten ethnographischen Sammlungen, die er während seines 
‚angen Aufenthaltes auf Neu-Seeland zusammenbrachte, so viel für unsere Wissenschaft geleistet, dass es wohl 
zerechtfertigt ist, eine kurze Lebensskizze dieses merkwürdigen Mannes an dieser Stelle zu bringen. 
Andreas Reischek wurde am 15, September 1845 in Linz als Sohn eines k, k. Finanzwach-Ober- 
zufsehers geboren. Frühzeitig regte sich in dem Knaben der Sinn für die Natur. Leider konnte er wegen 
der langwierigen Krankheit seiner Mutter seine begonnenen Studien nicht fortsetzen und erlernte in Unter- 
weißenbach das Bäckerhandwerk, Sein Meister, der selbst Jäger und Jagdliebhaber war, suchte das Interesse 
des jungen Mannes an der Natur zu fördern. Als 1866 der Krieg ausbrach, gieng Reischek zu den Alpen- 
jägern, wo er als solcher in Italien vor den Feind kam. Nach Beendigung des Feldzuges wurde er dem 
26. Feldjäger-Bataillon zugetheilt, wo ihn der jetzt noch lebende Oberstlieutenant Baron Gotter von Resti- 
Ferrari zu sich als Jäger nahm. In dieser Stellung fand Reischek vielfach Gelegenheit, seinen Naturstudien 
nachzugehen, Nach erfolgter Beurlaubung vom Militär kam er als Leibjäger zu Hofrath Baron P asetti, dem 
er viel an Unterstützung seiner Sammelthätigkeit auf naturhistorischem Gebiete zu danken hatte. Später 
etablierte er sich in Wien als Präparator und Naturalienhändler. 
Im Oktober 1876 wurde Reischek durch den jetzigen Intendanten des k. k. naturhistorischen Hof- 
museums, Hofrath Dr. F. Steindachner, an den damaligen Intendanten Hofrath Dr. Ferdinand von Hochstetter, 
den berühmten Erforscher Neu-Seelands, empfohlen. Reischek, den ein lebhafter Reisetrieb beherrschte, 
nahm freudig einen ihm von Hochstetter gestellten Antrag, als Präparator an das Christchurch Museum zu 
zehen, an. Diese Stellung war jedoch keine definitive; nach Vollendung seiner dortigen Arbeiten sollte er 
die Inseln bereisen und Sammlungen für das k, k. naturhistorische Hofmuseum anlegen. Hochstetter hatte 
«hm namentlich das Sammeln ethnographischer Gegenstände ans Herz gelegt. Diese Aufgabe hat Reischek 
zuch glänzend erfüllt. Als er Ende 1889 nach mehr als zwölfjähriger Abwesenheit nach Wien zurückkehrte. 
war freilich sein alter Gönner und Förderer schon längst todt (+ 1884). 
Über Ägypten, Ceylon, Australien und Tasmanien erreichte Reischek zu Beginn des Jahres 1877 
Christchurch auf Neu-Seeland, wo er bei dem bekannten Neuseeland-Forscher Dr. J. v. Haast längere Zeit 
blieb, um die zoologischen Sammlungen des dortigen Museums zu präparieren und in Ordnung zu bringen, 
Hier benützte er nun jede Gelegenheit zu kleinen und größeren Ausflügen. Da in der Provinz Canterbury 
Jamals nur noch wenige Eingeborene in einigen kleinen Ansiedlungen lebten, so war hier auf ethnographischem 
Gebiete nicht viel zu sammeln, Dagegen verlegte sich Reischek auf Ausgrabungen auf alten Kampirplätzen, 
wo er Steinwerkzeuge fand. Im August 1877 unternahm er eine längere Reise, auf der er die Südinsel von 
Osten nach Westen durchquerte. In der Haihuna-Ebene, die ganz mit Farngräsern überwachsen war, fand 
ar Spuren von alten Arbeitsplätzen der Maori, die er aufdeckte, Auf großen flachen Steinen wurden mittels 
Schlagsteinen, welche neben denselben gefunden wurden, Nephritstücke zertheilt, wie dies aus vielen Splittern 
hervorgieng. Ferner fanden sich hier gebrochene Steinwerkzeuge und auch jene tiefen, mit angebrannten 
Steinen ausgefüllten Gruben, in welchen die Maori ihre Speisen kochten, und welche heute noch » Hangi« 
heißen. Im Jahre 1879 wurde von Christchurch aus zuerst ein größerer Ausflug nach Westen unter- 
nommen und dabei der Ramsau- und Lyell-Gletscher besucht. Noch im selben Jahre wurde ein längerer 
Ausflug nach der Nordinsel gemacht, wobei die Umgebung von Wakahora am Kaipara-Hafen exploriert wurde, 
Sammlungen wurden angelegt und wertvolle Notizen über die Eingeborenen gesammelt, welche dem Nygamnui- 
Stamme angehörten. 
Im Jahre 1882 drang Reischek in das damals für Europäer verschlossene Land des Maori-Königse 
Tawhio ein. Er erwarb sich die Freundschaft des letzteren sowie mehrerer Häuptlinge und wurde dadurch 
ın die Lage versetzt, das ganze Land zu durchforschen und Sammlungen anzulegen. Von dieser Reise rühren 
auch die besten Stücke in der ethnographischen Sammlung her. 1883 wurden die Inseln an der Ostküste
	        

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