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Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 18=28.1898

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CC BY-SA: Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bibliographische Daten

fullscreen: Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 18=28.1898

Monographie

Strukturtyp:
Monographie
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-715472
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-715472
Persistenter Identifier:
BV048406331
Titel:
Alte Einblattdrucke
Herausgeber:
Clemen, Otto
Erscheinungsort:
Bonn
Verlag:
A. Marcus und E. Weber's Verlag
Erscheinungsjahr:
1911
Titel der Serie:
Kleine Texte für Vorlesungen und Übungen ; 86
Signatur:
LC 67000 C625
Lizenz:
Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
Sammlung:
Allgemeiner Bestand
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Kunst und Wissen
Allgemeines
Religion
Geschichte

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien
  • Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 18=28.1898
  • Vorderer Einband
  • Vorderer Buchspiegel
  • Vorsatzblatt
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis: Inhalt
  • Zeitschriftenheft: Bd. 28, 1898, Heft 1
  • Kriz, Martin: Ueber die Quartärzeit in Mähren und ihre Beziehungen zur tertiären Epoche
    Kriz, Martin: Ueber die Quartärzeit in Mähren und ihre Beziehungen zur tertiären Epoche
  • Bancalari, Gustav: Forschungen und Studien über das Haus
  • Zeitschriftenrezension: Literaturberichte
  • Zeitschriftenheft: Bd. 28, 1898, Heft 2
  • Zeitschriftenheft: Bd. 28, 1898, Heft 3
  • Zeitschriftenheft: Bd. 28, 1898, Heft 4
  • Zeitschriftenheft: Sitzungsberichte, 1898, Nr. 1
  • Zeitschriftenheft: Sitzungsberichte, 1898, Nr. 2
  • Zeitschriftenheft: Sitzungsberichte, 1898, Nr. 3
  • Nachsatzblatt
  • Hinterer Buchspiegel
  • Hinterer Einband
  • Farbkeil

Volltext

— 39 
Der Anger, das Angäl, ist ein eingefriedeter 
Flurtheil, der vom Flurzwang frei ist. Zuweilen geht 
der Name auf die ganze Zelge über und man nennt 
die Flur Anger. Dies ist auch in die dichterische 
Sprache übergegangen. 
Die Point, Paint, Puint, Paänt, Vorarlberg 
BundIl oder Bünt, ist ein dem Viehweidetriebe ver- 
schlossenes Landstück, welches dem Flurzwange nicht 
anterworfen ist. Der Begriff mag mit dem Einfang 
zusammenfallen. Es handelt sich hiebei nicht gerade 
um Gärten, eher um Rübenfelder, worauf der Name 
Ruäpäzaun (baierisches Oberland, bedeutet „Rüben- 
pointzaun“) zu deuten scheint. Die oben erwähnten 
leichten Zäune heissen nämlich so. Urkunde von 
1246 „quendam hortum, qui vulgo Peunt dieitur“. 
Englisch pound == Viehpferch; angelsächsisch pyndan 
= peunten (Salzach). In Vorarlberg heisst Bünt 
auch eine eingezäunte Wiese beim Hause für die Kuh. 
Die Egärt, Egät, Plur. die Egärtn, Eg’än, 
bedeutet ehemalige Ackergründe, die später zu Gras- 
wuchs liegen blieben. Man findet das Wort öfters 
fälschlich zu Oedgarten vernobelt. Es kommt von 
Ehe—garten (quondam). Im baierischen Oberlande 
kennt man die Egertnwirthschaft, wobei jedes 
Feld drei Jahre lang bebaut und dann.sechs Jahre 
als Egert rastet. Im ersten Jahre heisst das Ding 
Neu-Egert und wird gedüngt. Alt-Egert bedeutet 
ainen seit langem ungepflügt gebliebenen Platz. Die 
interessanten Hochäcker vieler Forste sind eigent- 
lich auch Alt-Egerten, manche freilich von prä- 
historischem Ursprunge. Das erste Heu der Wiesen 
heisst in Werdenfels Egertheu., 
Pregarten heisst der unvertheilt gebliebene, 
in der Nähe des Ortes liegende Grund in der 
Gegend von Freistadt (Oberösterreich). Freistadt 
selbst und einige Dörfer der Umgegend, wie Loibers- 
dorf und Gunschützberg, haben ihren Pregarten. 
Auch das Dorf auf der Höhe vor Reichenstein 
hatte seinen Pregarten; an seiner Stelle steht 
aber heutzutage der Markt dieses Namens. Im 
Gegensatze dazu wird die Ortschaft Prägartsdorf, 
welche die Uransiedlung bildete, heute zumeist kurz 
„Dorf“ genannt. 
Die Hofraät (Hofreit), Nürnbergisch Hufärät, 
bedeutet den zu Haus und Stall gehörigen freien 
Raum, dann aber auch den ganzen, vom Gehöfte 
eingenommenen Raum und dieses selbst. Der Name 
kommt 1427 urkundlich vor, dann auch kanzlei- 
mässig verderbt in Hofriet, fälschlich auf Riet, 
ein mit Schilf und Sumpfgras bewachsener Grund, 
hi 
jezogen. Riäd, oberpfälzisch Reut, fränkisch die 
Reut, Raid, Roit, Ruit, westphälisch Rode, 
.jegt der Hofraät zu Grunde, 
Die Hofstatt bedeutet die Stelle, wo ein Hof 
zestanden war, dann auch, wo einer steht, und 
endlich, wo einer hinkommen soll. Hostet (Schweiz) 
st daraus entstanden, bedeutet aber den Baum- 
garten beim Hause. Auch in Vorarlberg ist der Name 
Hofstatt gebräuchlich. 
Herdstatt bedeutet Wohnung mit Herd, also eigene 
Wirthschaft, mit „eignem Ruck“, eigenem Rauch. 
Die Dienstleute .des bajuvarischen Anwesens 
aeissen Knecht und Dirn’. Man unterscheidet 
Grossknecht und Kloänknecht, Gross- und 
Xloändiärn; eineEhehalten- Ordnung von 1499 
unterschied allerdings: 1. Baumann), 2. Mitter- 
knecht, 3. Menknecht, von die „Men“, d. i. 
lie Fuhre, sowie das dazu nöthige Zugvieh. 
Noch heute nennt man den Buben, welcher beim 
Pflügen die Ochsen führt, „Menbuä“., Der Pluch- 
aaber oder Pflughalter und der Mener sind uralte 
xegensätze. Ein anderer Gegensatz ist bei uns allerdings 
n. Vergessenheit gerathen: jener zwischen „menä“, 
ühren, leiten, kutschiren — und sämä, das Saum- 
;hier führen. Der Menochs ist Zugochs. Das Menät 
ist Scharwerk, Spanndienst, Fuhrenrobot gewesen. 
In grossen Wirthschaften nennt man den Gross- 
xnecht, ein Mittelding von Verwalter und Dienst- 
’oten, den „Mair oder Maär“. Einst bedeutete das 
„den Colonus, der ein Gut auf Freistift, Erbrecht, 
J. 1. zeitlich, Jlebenslänglich oder erblich in eine Art 
Yacht übernommen hat“. Im Jahre 1696 erscheint der 
Ausdruck „Mayr“ schon verallgemeint, fast gleich- 
jedeutend mit Bauer. 
Die jüngsten Knechte sind „Bu äb’n“, oberpfälzisch 
Bou, wovon der gebräuchlichste der Hiitäbuä. Der 
Nebenbegriff des Buäm, nämlich der ledigen Männer, 
auch des reifen, bleibt dadurch unberührt. Im Pongau 
ınd Pinzgau heisst der Jüngste „Fingerling“, in 
)berösterreich „Schlegel“. 
Die Diärn, oberpfälzisch Diän, wird nach Alter, 
Tüchtigkeit und Geltung allmälig aus der schlechten 
Jiärn (1660) oder dem Diärndl, welches etwa die 
*änse hütet, zur Drittldiärn, dann zur Mitta- 
liärn, Maärdiärn, Ober- oder Maästädiärn; 
Diese heisst im Mühlkreise (Oberösterreich) die 
„Bösdiärn“, d. h. Beste Dirne, 
1) Baumann ist hie und da, nicht aber in Oesterreich, 
sebräuchlich für den Oberknecht, der die Wirthschaft etwa 
'ür Unmündige oder für eine Witwe führt.
	        

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