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Globus, 94.1908

Zugriffsbeschränkung

Für diesen Datensatz liegt keine Zugriffsbeschränkung vor.

Nutzungslizenz

Der Status des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte für diesen Datensatz wurde nicht geprüft oder ist unklar. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen an die Organisation, die das Objekt zur Verfügung gestellt hat.

Bibliographische Daten

fullscreen: Globus, 94.1908

Zeitschrift

Strukturtyp:
Zeitschrift
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-714784
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-714784
Persistenter Identifier:
BV041217508
Titel:
Globus
Untertitel:
illustrierte Zeitschrift für Länder- und Völkerkunde
Weitere Titel:
Globus
Erscheinungsort:
Braunschweig
Verlag:
Vieweg
Erscheinungsjahr:
1862
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Allgemeines

Zeitschriftenband

Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-709352
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-709352
Persistenter Identifier:
DE-11-001832358
Titel:
Globus, 94.1908
Erscheinungsjahr:
1908
Signatur:
LA 3252-94
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
Nr. 3. 16. Juli 1908
Sonstige Person:
Andree, H. Singer; Richard
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Zeitschriftenartikel

Strukturtyp:
Zeitschriftenartikel
Titel:
Das Kalklager von Tokpli in Togo und seine Bedeutung
Sonstige Person:
Seidel, H.
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Globus
  • Globus, 94.1908
  • Vorderer Einband
  • Vorderer Buchspiegel
  • Vorsatzblatt
  • Vorblatt
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis: Inhaltsverzeichnis des XCIV. Bandes
  • Korrekturen: Berichtigungen zum XCIV. Bande
  • Zeitschriftenheft: Nr. 1. 2. Juli 1908
  • Zeitschriftenheft: Nr. 2. 9. Juli 1908
  • Zeitschriftenheft: Nr. 3. 16. Juli 1908
  • Seidel, H.: Das Kalklager von Tokpli in Togo und seine Bedeutung
  • Wagner, Max Leopold: Reisebilder aus Sardinien. IV. Sárrabus und Ogliastra
  • Koenigswald, Gustav von: Die Corôados im südlichen Brasilien. Mit 26 Abildungen. (Schluß.)
  • Für die Zigeuner
  • Fuchs, Karl: Die Koschowa
  • Kleine Nachrichten
  • Zeitschriftenheft: Nr. 4. 23. Juli 1908
  • Zeitschriftenheft: Nr. 5. 30. Juli 1908
  • Zeitschriftenheft: Nr. 6. 6. August 1908
  • Zeitschriftenheft: Nr. 7. 20. August 1908
  • Zeitschriftenheft: Nr. 8. 27. August 1908
  • Zeitschriftenheft: Nr. 9. 3. September 1908
  • Zeitschriftenheft: Nr. 10. 10. September 1908
  • Zeitschriftenheft: Nr. 11. 17. September 1908
  • Zeitschriftenheft: Nr. 12. 24. September 1908
  • Zeitschriftenheft: Nr. 13. 1. Oktober 1908
  • Zeitschriftenheft: Nr. 14. 8. Oktober 1908
  • Zeitschriftenheft: Nr. 15. 15. Oktober 1908
  • Zeitschriftenheft: Nr. 16. 22. Oktober 1908
  • Zeitschriftenheft: Nr. 17. 29. Oktober 1908
  • Zeitschriftenheft: Nr. 18. 5. November 1908
  • Zeitschriftenheft: Nr. 19. 19. November 1908
  • Zeitschriftenheft: Nr. 20. 26. November 1908
  • Zeitschriftenheft: Nr. 21. 3. Dezember 1908
  • Zeitschriftenheft: Nr. 22. 10. Dezember 1908
  • Zeitschriftenheft: Nr. 23. 17. Dezember 1908
  • Zeitschriftenheft: Nr. 24. 24. Dezember 1908
  • Sonstiges: [Inhalt, Eingesendete Neuigkeiten, Werbung]
  • Nachsatzblatt
  • Hinterer Buchspiegel
  • Hinterer Einband
  • Farbkeil

Volltext

38 
H. Seidel: Das Kalklager von Tokpli in Togo und seine Bedeutung. 
ließen. Wenn man nur ein Dutzend der ärgsten Schleifen 
fortzuschaffen vermöchte, so würde man nicht nur den 
Reiseweg abkürzen und den Transport erleichtern, sondern 
auch die Stoßkraft des Stromes zur Ausräumung und 
Vertiefung der Fahrrinne wesentlich erhöhen. Allein 
das ist noch Zukunftsmusik! 
Im allgemeinen ist das westliche oder deutsche Ufer 
etwas höher als das französische Ostufer, das bei Hoch¬ 
wasser bald überschwemmt wird. Die deutsche Seite 
trägt aus diesem Grunde reichlichere Ansiedelungen und 
zeigt, der stärkeren Volksmenge entsprechend, eine inten¬ 
sivere Bestellung des Bodens. Die linke Seite hat dafür 
ausgedehntere Ölpalmenbestände, obschon dieser nütz¬ 
liche Baum auch bei uns nicht fehlt. Man trifft ihn in 
guter Zahl schon von Bonu oder Gbonu an, etwas nörd¬ 
lich von Wo-Kutime; doch macht sich hier bereits die Gras¬ 
savanne trotz des immerhin noch tiefgründigen, humosen 
Bodens recht deutlich bemerkbar. Der Mais, ein Haupt¬ 
produkt dieses Gebietes, treibt Halme von drei Meter 
Höhe. Mehr landeinwärts beginnt der Buschwald, aller¬ 
dings mit vielen Ölpalmen untermischt, die den größten 
Schatz der Gegend darstellen. Der Buschwald erstreckt 
sich bis Wo-Hagu fort; erst ein Stück dahinter setzt die 
unfruchtbare Savanne ein, deren Armut sehr bald durch 
die in Menge erscheinenden Fächerpalmen bezeugt wird. 
Das Erdreich ist mager und sandig und dazu häufig von 
Raseneisenstein durchzogen. Wo der Wald von neuem 
auftritt, senkt sich das Terrain allmählich nach Osten 
und Südosten zum Monu hin, und damit befinden wir 
uns in einem Sumpfgürtel, der von Bächen tief zerfurcht 
ist und zur Regenzeit nahezu unwegsam wird. 
Nach P. Sprigades Togokarte in 1 : 500000 reicht 
dies Moorrevier noch weiter nach Westen und zwar mit 
einer sackartigen Verbreiterung gen Süden; die Regie¬ 
rungsstraße kreuzt es daher fast an der schmälsten Stelle. 
Erst beim Markte Sogbe hebt sich der Boden wieder, 
und zugleich ändert sich der Baumbestand, indem die 
Buschwaldparzellen stellenweise in wirklichen Hochwald 
übergehen. Wo dieser der Savanne Platz machen muß, 
zieht er sich an das Flußufer zurück und umsäumt es 
in einem mehr oder minder breiten Streifen. In solchem 
Uferwalde liegt, von Süden nach Norden hingestreckt, 
unser öfter genanntes Tokpli. Kaum weniger wichtig 
ist das an zwei Stunden in westnordwestlicher Richtung 
entfernte Esse-Godje, das mit Tokpli durch eine Ab¬ 
zweigung der Regierungsstraße in Verbindung steht und 
sich nicht nur eines sehr fruchtbaren Bodens, sondern 
auch zahlreicher Ölpalmen erfreut. 
Das Kalklager hat seinen Platz etwa 1 y2 km unter¬ 
halb Tokplis an einer großen Windung des Monu, wo sich 
der Weg von der Stadt nach dem südöstlich gelegenen 
Agome-Klossu hart an das Ufer zieht. Der Fluß besitzt 
hier nach der Aufnahme von Dr. Koert<;) eine Breite 
von 90 bis 120m, und seine Mittellinie bildet zugleich 
die deutsch-französische Grenze. Der nächste Ort, das 
Togodorf Adabion, liegt nur gegen 600 bis 800 m vom 
Monu ab und hat sogar eine schmale Wasserverbindung 
dorthin, bei deren Mündung bereits einige Kalkklippen 
auftauchen. Die zusammenhängenden Fundstellen be¬ 
finden sich, soweit sie bis jetzt erkundet sind, teils ober¬ 
halb, teils unterhalb dieser Klippen. Bei Niedrigwasser, 
also in den Monaten Dezember bis Mai, tritt der Kalk 
hier offen zutage. 
Nach den Handstücken, die Prof. Dr. v. Ammon durch 
den verdienstvollen Togoforscher Freiherrn v. Seefried 
erhielt, ist der Tokplikalk „von gelblicher Färbung, mit 
6) Vgl. die Planskizze im „Amtsblatt für Togo“, Nr. 4, 
S. 20. 
schwärzlichen Mangandendriten durchzogen oder gefleckt 
und ziemlich hart“, dabei „nahezu frei von tonigen Be¬ 
standteilen“. Eine. Analyse, die Herr Adolf Schwager 
für Herrn v. Ammon ausgeführt hat, ergab folgende 
Zusammensetzung: 
Kohlensaurer Kalk . . 
95,59 
Proz. 
Kohlensäure Magnesia . 
..;... 0,79 
„ 
Kieselsäure 
1,50 
Titansäure 
0,06 
53 
Tonerde 
0,44 
Eisenoxyd 
1,16 
33 
Manganoxydul .... 
0,24 
„ 
Kali 
0,12 
37 
Natron 
„ 
Summa: 100,03 
Proz. 
Aus dieser Analyse geht zur Genüge die große Rein¬ 
heit des Kalkes hervor. Besonders angenehm wird das 
spärliche Auftreten der unliebsamen Magnesia empfunden. 
Der Kalk liefert daher, wie bei den verschiedenen Brenn- 
und Löschversuchen stets festgestellt werden konnte, 
einen fetten und ausgiebigen Mörtelkalk, der für die 
Bautätigkeit in Togo von höchster Bedeutung ist. Er 
beherbergt eine Menge Fossilreste, die indes „aus dem 
mehr oder weniger harten und dichten Gestein“ nicht 
gut herauszulösen sind. Man findet unter anderen zahl¬ 
reiche Bruchstücke von Stachelhäutergehäusen, ferner 
Trümmer von Molluskenschalen und zwischendurch auch 
ganze, aber meist schlecht erhaltene Exemplare, unter denen 
eine kleine Gastropodenart vorherrschend ist. Außerdem 
sieht man vereinzelte Durchschnitte von Korallen und 
dazu in ziemlicher Fülle die „Scherenstücke einer Cru- 
staceenart aus einer gewissen Formengruppe von Meeres¬ 
krebsen. Diese Einschlüsse lassen mit Bestimmtheit einen 
marinen Kalkstein erkennen“. Sein ganzer Habitus weist 
auf das Tertiär, und zwar glaubt Prof. v. Ammon, die 
Ablagerung „am ehesten als eine alttertiäre, wohl eozäne“ 
ansprechen zu müssen. 
Diese Annahme erhärtet sich aus Vergleichen mit den 
übrigen, an mehreren Stellen des tropischen Afrikas ent¬ 
deckten Tertiärbildungen, die teils sicher, teils wahr¬ 
scheinlich eozänen Alters sind. Schon im benachbarten 
Dahome hat sich ein Kalkstein gezeigt, der dem von 
Tokpli mindestens nahesteht, wenn auch eine völlige 
Übereinstimmung vielleicht ausgeschlossen ist. Dann 
wurden im Gebiete von Sokoto sowie in Kamerun ver¬ 
schiedentlich eozäne Schichten nachgewiesen, die ver¬ 
wandte Fossilien besitzen, so daß die Gleichalterigkeit 
oder wenigstens die Zugehörigkeit unseres Kalksteines 
zu dieser Formationsgruppe „nicht gerade ganz unwahr¬ 
scheinlich“ ist. 
Es kommt jetzt darauf an, über die Mächtigkeit 
des Tokplilagers das Erforderliche zu sagen. Wenn es 
auch gegenwärtig an abschließenden Untersuchungen nach 
dieser Richtung noch fehlt, so verraten uns schon die 
Felsklippen im Monu, daß das Lager jedenfalls mächtiger 
als zwei Meter sein muß. Für die Ausbeutung käme 
zunächst wohl „die größere, am meisten flußabwärts be¬ 
findliche Fläche in Betracht, also ein Kalkgebiet von 
etwa 250 m Länge und durchschnittlich 45 m Breite“, 
da man den deutschen Anteil nur bis zum Talweg des 
Flusses oder, mit anderen Worten, bis zur Landesgrenze 
in Ansatz bringen darf. Auf dieser Grundlage entwickelt 
nun das „Amtsblatt für Togo“ folgende Berechnung: 
Nimmt man selbst keine größere Mächtigkeit als nur 
zwei Meter an, so könnten demnach auf der angegebenen 
Fläche zur Zeit des Niedrigwassers 250 mal 45 mal 2, 
d. h. 22 500 cbm Kalkstein gewonnen werden. Diese 
würden etwa 22 500 mal 1,35 oder 30 375 Tonnen ge¬ 
brannten Kalkes ergeben. Berücksichtigt man den Preis, 
den das Regierungsbauamt in Lome für den aus Deutsch¬
	        

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