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Band: Die Aranda- und Loritja-Stämme in Zentral-Australien, 4. Teil, Das soziale Leben der Aranda und Loritja, 2. Abteilung

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Nutzungslizenz

CC BY-SA: Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bibliographische Daten

fullscreen: Band: Die Aranda- und Loritja-Stämme in Zentral-Australien, 4. Teil, Das soziale Leben der Aranda und Loritja, 2. Abteilung

Mehrbändiges Werk

Strukturtyp:
Mehrbändiges Werk
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-715371
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-715371
Persistenter Identifier:
BV048277977
Titel:
Die Aranda- und Loritja-Stämme in Zentral-Australien
Untertitel:
von Carl Strehlow, Missionar in Hermannsburg, Süd-Australien ; bearbeitet von Moritz Freiherrn von Leonhardi
Autor:
Strehlow, Carl
Sonstige Person:
Leonhardi, Moritz von
Erscheinungsort:
Frankfurt am Main
Verlag:
Joseph Baer & Co
Lizenz:
Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
Sammlung:
Allgemeiner Bestand
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Religionsethnologie

Band

Strukturtyp:
Band
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-715672
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-715672
Persistenter Identifier:
BV048283324
Titel:
Die Aranda- und Loritja-Stämme in Zentral-Australien, 4. Teil, Das soziale Leben der Aranda und Loritja, 2. Abteilung
Erscheinungsort:
Berlin
Erscheinungsjahr:
1915
Signatur:
Pm 30932:1:4-5:F4
Lizenz:
Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
Sammlung:
Allgemeiner Bestand

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
9. Krankheiten und Magie
Sammlung:
Allgemeiner Bestand

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Mehrbändiges Werk: Die Aranda- und Loritja-Stämme in Zentral-Australien
  • Band: Die Aranda- und Loritja-Stämme in Zentral-Australien, 4. Teil, Das soziale Leben der Aranda und Loritja, 2. Abteilung
  • Vorderer Einband
  • Vorderer Buchspiegel
  • Vorsatzblatt
  • Vorblatt
  • Leerseite
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis: Inhalts-Verzeichnis
  • Vorwort: Vorbemerkung
  • Kapitel: 7. Die Verfasssung und Rechtsordnung
  • Kapitel: 8. Tod, Begräbnis und Blutrache
  • Kapitel: 9. Krankheiten und Magie
  • Kapitel: 10. Die Zahl- und Zeitbestimmungen
  • Kapitel: 11. Die Geheimsprache der Männer
  • Kapitel: 12. Die Zeichensprache der Aranda
  • Leerseite
  • Nachsatzblatt
  • Hinterer Buchspiegel
  • Hinterer Einband
  • Farbkeil

Volltext

28 — 
9. Krankheiten und Magie, 
a) Die Krankheiten und Heilmittel der Aranda und Loritja. 
Da das Klima von Zentral-Australien sehr gesund ist, so sind die Krankheiten der 
Eingeborenen meistens leichterer Art; schwere und ansteckende Krankheiten treten äußerst 
selten unter ihnen auf. | 
Alle Krankheiten werden von den Eingeborenen auf äußere Einwirkungen zurück- 
geführt und zwar entweder auf feindlich gesinnte Menschen, die mit Hilfe der Zauberei die 
Krankheit, ja sogar den Tod eines anderen Eingeborenen verursachen zu können vorgeben, 
oder auf böse Wesen erintja, die in Tiergestalt oder in Naturerscheinungen, wie z. B. bösen 
Winden, sich dem Menschen nahen und ihm Schaden zufügen (s. Aranda-Sagen S. 11—14). 
Während bei ernsteren Krankheiten gewöhnlich Zauberdoktoren zu Hilfe gerufen werden, die 
den Krankheitserreger aus dem Körper entfernen, bereitet sich der Eingeborene in leichteren 
Krankheitsfällen aus den Blättern oder Wurzeln gewisser Bäume oder Sträucher eine Art 
Medizin,  Z/£katjira genannt, die entweder getrunken oder zum Waschen der leidenden Teile 
benutzt wird.!) 
Die Eingeborenen glauben, daß diesen Blättern oder Wurzeln von Natur aus eine 
Heilkraft innewohnt; nicht etwa, wie man annehmen könnte, daß sie diese Heilkraft vermöge 
ihrer Verbindung mit den altjirangamitjina oder alknarintja (Frauen der Urzeit) erlangen. 
Die am häufigsten in Zentral-Australien auftretende Krankheit ist der Schnupfen, 
von den Aranda: unkwalkna (= L: urkatara) genannt, der im Winter bei jedem schnellen 
Witterungswechsel auftritt und fast alle Lagerbewohner ergreift. Gegen diese Krankheit 
bereiten sich sowohl die Aranda als auch die Loritja eine Medizin aus der Rinde des 
lakua (= L: aluku)-Strauches, einer Akazienart, die sie mittelst eines Steines zerklopfen, 
in einer Mulde mit Wasser übergießen und in die Sonne stellen, bis das Wasser etwas warm 
geworden ist. Von dieser „Lösung“ trinken sie einen Teil, mit dem Rest waschen sie sich 
ten Kopf. — Andere kauen {nima (Acacia kempeana) oder Z/wpa (eine sehr häufige Akazienart) 
Blätter und schlucken den Saft hinunter. — Bei lange andauerndem Schnupfen holt man 
wohl!zuch trocknes alknata (australisches Fichten)-Holz aus den nahen Bergen, verbrennt es 
und atmet den stark aromatischen Rauch ein, der sich übrigens in der Tat in vielen Fällen als 
ein gutes Mittel gegen diese nicht gerade gefährliche, aber doch unangenehme Krankheit erweist. 
Gegen lange anhaltende Kopfschmerzen (kaputa kantama oder kaputa intduma, 
=L: kata kobafi bezw. kata rariwonnini) waschen sowohl die Aranda als auch die Loritja 
den Kopf mit einem Aufguß von. Wasser auf zerklopfte //udra (Dodonaea viscosa)-Zweige 
oder fnelanga (Eremophila Latrobei)-Zweige. Bei starkem Kopfiweh wickeln sie sich auch 
eine Z//kötilköta (Melothria maderaspatana)-Ranke um den Hinterkopf, oder sie breiten 
mehrere solcher Ranken auf den Boden und legen den Kopf darauf. Andere wieder waschen 
sich den Kopf. mit einem Aufguß aus den zerklopften Ranken. 
) Tjikatjira wird nur im Sinn von Medizin oder Hausmittel gebraucht, nicht als Heilkraft oder 
Zauberkraft „arunkulta“, Erstere ist auch in den menschlichen Körperausscheidungen enthalten, z.B, im 
Achselschweiß und im Blut, nicht jedoch im Urin und im Speichel. die nur Arunkulta enthalten und darum 
nie als Medizin verwendet werden. 
Arünkulta, oder rungulta, SD, ist abgeleitet von ära = zornig, schnell und ulta = ultakama = 
zerbrechen; es bedeutet also: „schnell (das Leben) zerbrechen“. Arunkulta ist demnach eine Kraft, die 
schnell das Leben abbricht, = Gift. Als arunkulta werden auch alle einheimischen Giftpflanzen, das 
Schlangengift und alle von den Europäern eingeführten Gifte bezeichnet.
	        

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