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Deutsche Waidmannssprache

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Nutzungslizenz

CC BY-SA: Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bibliographische Daten

Volltext: Deutsche Waidmannssprache

Mehrbändiges Werk

Strukturtyp:
Mehrbändiges Werk
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-715371
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-715371
Persistenter Identifier:
BV048277977
Titel:
Die Aranda- und Loritja-Stämme in Zentral-Australien
Untertitel:
von Carl Strehlow, Missionar in Hermannsburg, Süd-Australien ; bearbeitet von Moritz Freiherrn von Leonhardi
Autor:
Strehlow, Carl
Sonstige Person:
Leonhardi, Moritz von
Erscheinungsort:
Frankfurt am Main
Verlag:
Joseph Baer & Co
Lizenz:
Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
Sammlung:
Allgemeiner Bestand
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Religionsethnologie

Band

Strukturtyp:
Band
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-715672
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-715672
Persistenter Identifier:
BV048283324
Titel:
Die Aranda- und Loritja-Stämme in Zentral-Australien, 4. Teil, Das soziale Leben der Aranda und Loritja, 2. Abteilung
Erscheinungsort:
Berlin
Erscheinungsjahr:
1915
Signatur:
Pm 30932:1:4-5:F4
Lizenz:
Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
Sammlung:
Allgemeiner Bestand

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Deutsche Waidmannssprache
  • Vorderer Einband
  • Vorderer Buchspiegel
  • Anmerkungen: E. von Petersdorff-Campen 1895
  • Vorsatzblatt
  • Titelseite
  • Einleitung: Einleitung
  • Kapitel: A
  • Kapitel: B
  • Kapitel: C
  • Kapitel: D
  • Kapitel: E
  • Kapitel: F
  • Kapitel: G
  • Kapitel: H
  • Kapitel: I (Vokal)
  • Kapitel: J (Jot, Konsonant)
  • Kapitel: K
  • Kapitel: L
  • Kapitel: M
  • Kapitel: N
  • Kapitel: O
  • Kapitel: P
  • Kapitel: Q
  • Kapitel: R
  • Kapitel: S
  • Kapitel: T
  • Kapitel: U
  • Kapitel: V
  • Kapitel: W
  • Kapitel: Z
  • Nachsatzblatt
  • Hinterer Buchspiegel
  • Hinterer Einband
  • Farbkeil

Volltext

90 — 
Rauhbärtig, adj., nennt man Hunde, deren 
Besicht sehr rauh behaart ist, z. B. beim Griffon. 
Rautzfüßig, adj., heißen jene Vögel, deren 
Tarsen befiedert sind, wie z. B. bei den meisten 
Fulen, den Edeladlern, den Waldhühnern ꝛc. 
Rauhhaarig, adij, nennt man Hunde, die in 
der Länge ihrer Behaarung etwa das Mittel 
zwischen lang- und kurzhaarig halten und deren 
Haar nicht glatt und weich, sondern rauh, fast 
drahtartig anzufühlen ist; hierher gehören also 
3. B. der stichelhaarige deutsche Vorstehhund, der 
Briffon und der rauhhaarige Teckel. 
Rauhzwerk, das (nicht ‚Rauchwerk“), Kürschner 
ausdruck für Raubwildbälge. 
Rauhe, die, nennt man mitunter beim Wasser⸗ 
wild die Mauser; Enten und Gänse „rauhen“, 
venn sie mausern. 
Räumen, vorb. trans. 1) Im Holz einen 
Flügel (s, d. und Geräumte) ausschlagen, um 
dort Zeug stellen zu können. 2) Die Räumnadel 
handhaben. 
Räumnadel, die, ein spitziger Messing- oder 
Fisendraht zum Reinigen des Pistons bei 
Vorderladern; man benutzte hierzu auch beliebige 
Federn, Räumfedern. 
Rauschen, vorb. intrans. soviel wie Brunften 
(. d.) von Sauen. Rauschzeit soviel wie 
Brunftzeit. 
Rebhuhn, das, Starna cinerea. Für 
dasselbe gelten außer den allgemeinen, für sämt— 
liches Federwild gebrauchten Ausdrücken folgende 
speziellen: Das Männchen heißt Hahn, das 
Weibchen Henne, beide zusammen heißen ein 
Paar, und die Vereinigung eines solchen mit 
seinen Jungen neunt man Kette oder Volkz in 
der Periode vor der Brütezeit, wo die Hühner 
paarweise leben, nennt man sie Paarhühner, 
die Begattungszeit heißt Paarzeit. Die Hühner 
sitzen oder stehen nicht, sondern sie liegen auf 
dem Felde. Sie stehen oder stieben auf, wenn 
sie sich in die Luft erheben, streichen, wenn sie 
fliegen und fallen ein, wenn sie sich wieder 
niederlassen. Die Stelle, wo sie die Naächt über 
dicht gedrängt beisammenliegen, heißt Lager 
oder Gelieger, ihre Exkremente Gestüber. 
Wenn sie sich im Staube oder Sand baden, so 
stäuben sie sich. Gelingt es bei der Jagd, eine 
Kette auseinander zu bringen, so ist siegesprengt, 
die Hühner zerfallen, wenn sie einzeln, nicht 
im Volk geschlossen einfallen. Eine Kette ist ge— 
schlossen, solange keines ree Glieder fehlt. Die 
dunkelbraune Zeichnung auf der Brust des Hahnes 
und sehr alter Hennen heißt das Schild, die 
Hühner schildern, wenn sich dasselbe zu bilden 
beginnt. Die Jungen heißen Gabelhühner, 
wenn erst die beiden äußersten Stoßfedern aus— 
geschoben sind, so daß der Stoß ein gabelförmiges 
Aussehen erhält, später, wenn alle Steuerfedern 
vorhanden, nennt' man sie vollschwänzig und, 
wenn sie auch schon die blaue Hals rgung ange⸗ 
nommen haben, Blaukrägen. Vom Oktober 
ab pflegt man zu sagen, daß die Hühner goldene 
Federn haben, weil sie dann nicht mehr aus— 
halten und auf der Suche sehr schwer zu be— 
kommen sind. Die Hühner locken oder rufen, 
und man verhört sie hiernach am Morgen, 
9. h. erkundet die Plätze, wo sie sich nach mehr— 
5 Hin⸗ und Herstreichen für den Tag nieder— 
assen. 
Recht, adj. Der Hund hat recht, wenn er 
eine Fährte hält, ohne von ihr abzufallen. 
Rege, adj. Wild ist rege, wenn es unruhig 
wird, man machtes rege, wenn man es aufscheucht. 
Rege, die, heißt die Stange, auf welche 
nr auf dem Vogelherd den Lockvogel („Regevogel“) 
etzt. 
Rehz, das, Corvus Capreolus. Außer den 
ür hohes Haarwild im allgemeinen giltigen Aus— 
drücken finden auf das Rehwild speziell folgende 
Anwendung: Das Männchen heißt Bock, das 
Weibchen Geis oder Ricke, das Junge Kitz, 
seltener Kalb, und zwar je nach dem Geschlecht 
ditzbock und Kitzgeis. Der Bock trägt ein 
Gehörn oder Gewicht, und zwar ist er, wenn 
er nur Spieße trägt, ein Spießer, wenn er an 
jeder oder wenigstens an einer Stange zwei 
Enden, eine Gabel trägt, ein Gabler, bei drei 
Enden ein Sechser u. s. w. In Hsterreich und 
Preußisch-Schlesien nennt man den Sechser auch 
dreuzbock, doch gilt dieser Ausdruck eigentlich bloß 
für solche Böcke, bei denen von der Stange vorn 
und rückwärts in ganz gleicher Höhe und hori— 
zontaler Richtung je ein Ende abzweigt, so daß 
ein regelrechtes Kreuz entsteht. Die Ausdrücke 
Rose, Rosenstock, Perle (s. d.) gelten auch 
bvom Rehz; die besonders starken Perlen der Rose 
bezeichnet man mitunter als Steine. Böcke, 
deren Gehörne in irgend einer Weise verkümmert 
sind, heißsen Kümmerer; Gehörne, welche von 
der normalen Form abweichen, aber kräftig 
entwickelt sind, abnorm, widersinnig oder 
monströs; auch beim Rehbock, und bei ihm sogar 
häufiger als bei anderen Hirscharten, kommen 
als Folge von Verletzungen des Kurzwild— 
brets Perücken vor. Die Geis heißt vom 
Setzen an bis zum Ende des Geburtsjahres 
Kitzgeis, dann bis zur Brunftzeit Schmal— 
geis, sobald sie beschlagen ist, Altgeis und, 
wenn sie unfruchtbar geworden, Geltgeis (auch 
Schmal-, Alt- und Geltricke). Der weiße 
Fleck an den Keulen heißt der Spiegel oder 
Schild; den weiblichen Geschlechtsteil, das 
Feigen-oder Feuchtblatt, deckt ein Haarbüschel, 
die Schürze; der Bock trägt an der Brunft— 
zute einen durch verlängerte Haare gebeldeten 
Pinsel. Die Augen heißen Lichter, die Ohren 
Lauscher, die Nase Windfang, das Maul 
Beäse, die Zunge Graser, Lecker oder Waid— 
löffel. Der Bock schreckt, die Geis schmält, 
wenn sie einen dumpfen, blökenden Schrecklaut 
ausstoßen. Im übrigen alles wie beim Rotwild. 
S. a. Afterbrunft. 
Rehling, der, Agaricus cantharellus, ein 
bvom Rehwilde mit besonderer Vorliebe geäjster 
Pilz. 
Rehren, verb. intrans. richtiger als „röhren“, 
da das Wort mittelhochdeutsch 10ren heißt, 
soviel wie schreien vom Rothirsch. 
Reif, adj., ist ein Gehörn oder Geweih, 
wenn es gefegt und vollständig erhärtet ist. Auch 
Wildbret nennt man reif, wenn es durch längeres 
Hängen mürbe geworden.
	        

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