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Die Wurzeln der kapholländischen Volksüberlieferungen

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Nutzungslizenz

CC BY-SA: Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bibliographische Daten

fullscreen: Die Wurzeln der kapholländischen Volksüberlieferungen

Monographie

Strukturtyp:
Monographie
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-714205
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-714205
Persistenter Identifier:
BV047912008
Titel:
Die Wurzeln der kapholländischen Volksüberlieferungen
Autor:
Schonken, Francis T.
Erscheinungsort:
Leiden
Verlag:
Buchhandel und Druckerei vormals E.J. Brill
Erscheinungsjahr:
1910
Titel der Serie:
Internationales Archiv für Ethnographie. Supplement
Signatur:
LA 3980
Lizenz:
Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
Sammlung:
Allgemeiner Bestand
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Kunst und Wissen

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
Kap. VII. Rückschau
Sammlung:
Allgemeiner Bestand

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Die Wurzeln der kapholländischen Volksüberlieferungen
  • Vorderer Einband
  • Vorderer Buchspiegel
  • Vorsatzblatt
  • Vorblatt
  • Titelseite
  • Nachruf: Nachruf [Theo Schonken]
  • Vorwort: Vorwort
  • Einleitung: Kap. I. Einleitung
  • Kapitel: Kap. II. Der alte Bestand
  • Abbildung
  • Kapitel: Kap. III. Der Boden
  • Abbildung: I. Niedersächsisches Haus. II A. Typus der Kaphalbinsel
  • Abbildung: II B. Landtypus ("H-Huis"). III. Onderveld
  • Abbildung: Küche
  • Abbildung: Plan eines typischen "Voorhuis" im Onderveld
  • Kapitel: Kap. IV. Die Eingeborenen
  • Kapitel: Kap. V. Der Orient
  • Kapitel: Kap. VI. Die nicht-holländischen Europäer
  • Kapitel: Kap. VII. Rückschau
  • Literaturverzeichnis: Verzeichnis der abgekürzt zitierten Literatur
  • Abkürzungsverzeichnis: Weitere Abkürzungen
  • Inhaltsverzeichnis: Inhalt
  • Nachsatzblatt
  • Hinterer Buchspiegel
  • Hinterer Einband
  • Farbkeil

Volltext

KAP. VII. RÜCKSCHAU. ' 
Der geschichtliche Mensch ist in seiner Gemütsanlage ein Produkt zweier Faktoren: 
les Rasseninstinkts und der Umwelt. So ist auch ein Kolonialvolk das Produkt seiner Her- 
zunft und des Bodens. Im vorliegenden Fall wird es sich empfehlen, die geschichtlichen 
Kreignisse, die z. 'T, nur in lockerer Beziehung zum Boden stehen, loszulösen, und also drei 
Kräfte: Rasse, Boden und Geschichte anzunehmen '). Es fragt sich nun, welcher dieser 
Faktoren den stärksten Einfluss auf die Entwickelung des afrikanischen Volkscharakters 
ausgeübt hat, Es war schon im bisherigen angedeutet, dass die Beiträge der deutschen, 
‚.raNZösischen und anderen Elemente kaum in Betracht kommen gegenüber dem entschie- 
lenen Vorherrschen des holländischen Faktors; selbst die wertvollen geistigen Entiehnungen 
Sind rasch assimiliert worden, weil sie dem Wesen des Volkes zusagten. Wir wollen das 
ıier näher ausführen. | 
ine genaue Beschreibung der Volksart müsste sich natürlich auch mit den lokalen 
Abweichungen, je nach der Art der Wirtschaft oder nach der physikalischen Lage befassen 2). 
So bringen die Art der Wirtschaft, die historische und geographische Lage es mit sich, 
lass der Weinbauer fernere Umgangsformen bewahrt als der Getreidefarmer, während der 
Veeboer, der im dürftigen, abgelegenen Innern wohnt, auch noch hinter diesem in allgemeiner 
Bildung zurücksteht und von anderer Sitte und Lebensweise ist. Im allgemeinen kann man 
.nnerhalb des afr, Volkes zwei deutlich ausgeprägte Typen unterscheiden, ohne dass jedoch eine 
zlare geographische Grenzlinie zwischen ihnen anzugeben wäre: wir wollen sie bezeichnen 
als Bölander (im Südwesten) und als Ondervelder.. Der Unterschied rührt, daher, dass der 
Boden in seiner idealsten Form seit zwei Jahrhundeten fast ungehemmt auf den ersten 
sinwirken konnte, während der letztere in weit stärkerm Masse das Geschöpf seiner Ras- 
senanlage und seiner Geschichte ist, die Sogar teilweise die Einwirkung der Natur aufhob. 
Der fröhliche, heiterer Bölander ist ein Kind der lachenden Sonne, er ist der Ruhe und 
Sehaglichkeit, dem Einfluss des herrlichen‘ Klimas anheim gefallen. Der schwerfällige Onder- 
velder dagegen ist ein Kind des Schmerzes, was ihn nicht den Rassentrieb (der ja selbst 
«m Kampf gegen den Boden, im Mutterlande geboren wurde) abstreifen liess und ihn näher 
ei dem Urstamm erhielt. 
Die überlieferten Züge reden zu uns. So z.B. die fast altrömische Strenge, die noch 
3rösstenteils im Norden herrscht und für ein Kindergemüt selbst bedenkliche Folgen haben 
kann, Die Eltern und die erwachsenen Geschwister lassen sich nicht vertraulich ein mit 
den Kleinen, Dagegen lässt im Süden die Zucht oft zu viel Freiheit. Für diesen Geist ist 
1) Vgl. J. BrYcg, Bilder aus Süd-Afrika, Hannover 1900, S. 71. 
2) Vgl. die Einteilungen bei Me. II, Kap. 7; Stavorinus (deutsche Übersetzung) 121 ff. (Stadt gegen Land), 
5p. 468, Ba, II 386 (Wirtschaft); Livingstone 98 fgg.: „Cape communty” gegenüber Buren (befangen); L. I 
148, II 10, 266 (Ebene: Hochland). — Über den Einfluss der Scenerie auf den Charakter, vgl. Bryce 82; 
nteressant ist es, wie überall im Onderveld der Boden nur die ursprünglichen Rasseneigenschaften verschärfte:
	        

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