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Die Wurzeln der kapholländischen Volksüberlieferungen

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Nutzungslizenz

CC BY-SA: Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bibliographische Daten

fullscreen: Die Wurzeln der kapholländischen Volksüberlieferungen

Monographie

Strukturtyp:
Monographie
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-714205
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-714205
Persistenter Identifier:
BV047912008
Titel:
Die Wurzeln der kapholländischen Volksüberlieferungen
Autor:
Schonken, Francis T.
Erscheinungsort:
Leiden
Verlag:
Buchhandel und Druckerei vormals E.J. Brill
Erscheinungsjahr:
1910
Titel der Serie:
Internationales Archiv für Ethnographie. Supplement
Signatur:
LA 3980
Lizenz:
Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
Sammlung:
Allgemeiner Bestand
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Kunst und Wissen

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
Kap. V. Der Orient
Sammlung:
Allgemeiner Bestand

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Die Wurzeln der kapholländischen Volksüberlieferungen
  • Vorderer Einband
  • Vorderer Buchspiegel
  • Vorsatzblatt
  • Vorblatt
  • Titelseite
  • Nachruf: Nachruf [Theo Schonken]
  • Vorwort: Vorwort
  • Einleitung: Kap. I. Einleitung
  • Kapitel: Kap. II. Der alte Bestand
  • Abbildung
  • Kapitel: Kap. III. Der Boden
  • Abbildung: I. Niedersächsisches Haus. II A. Typus der Kaphalbinsel
  • Abbildung: II B. Landtypus ("H-Huis"). III. Onderveld
  • Abbildung: Küche
  • Abbildung: Plan eines typischen "Voorhuis" im Onderveld
  • Kapitel: Kap. IV. Die Eingeborenen
  • Kapitel: Kap. V. Der Orient
  • Kapitel: Kap. VI. Die nicht-holländischen Europäer
  • Kapitel: Kap. VII. Rückschau
  • Literaturverzeichnis: Verzeichnis der abgekürzt zitierten Literatur
  • Abkürzungsverzeichnis: Weitere Abkürzungen
  • Inhaltsverzeichnis: Inhalt
  • Nachsatzblatt
  • Hinterer Buchspiegel
  • Hinterer Einband
  • Farbkeil

Volltext

KAP. V. DER ORIENT. 
8 1. SPRACHE UND HÄUSLICHES LEBEN. 
Dr. HEsseuing hat uns ausführlich über die engen Beziehungen der Kapholländer zu 
den aus Indien stammenden Sklaven und über deren Einfluss auf die Sprache aufgeklärt. 
indem sie mit den malaischen Verbannten zusammen bald ein zahlreiches Element am 
Kap ausmachten, das in stetigem Verkehr mit den Holländern stand, so hat die Sprache 
der europäischen Kolonisten sich ihren kreolischen Sprachformen angepasst und. dadurch 
wurde die jetzige Gestalt des Afr. bestimmt, während viele Lehnwörter aus ihrer ge- 
meinsamen Sprache, dem Malaio-Portugiesischen, eindrangen. Analysiert man die rund hun- 
dert dem Mal.-Port. entlehnten Wörter '), die nicht zugleich in Holland geläufig sind, so stellt 
sich heraus, dass etwa 17 sich auf Vorratskammer und Küche beziehen, 10 auf neue 
Obstarten und essbare Pflanzen, 10 auf das Familienleben, 13 auf. Wohnung, Kleidung und 
Arbeit, während etwa 12 menschliche Eigenschaften und Beschäftigungen ausdrücken. Es 
überwiegen also die Wörter, die im häuslichen Leben ‚wurzeln ?), wozu man im weiteren 
3inne noch die häufige Advv. baie (banja), tamaai, und die Ausrufe alla, arrie, haai und 
zies rechnen darf. Dieses Ergebnis erklärt sich aus dem Anteil der Sklaven am Haushalt. 
Die Malaien waren vorzügliche Köche, die Arbeiter anfangs fast ausschliesslich Sklaven und 
Jie Ammen Sklavinnen; ihnen wurde oft die Erziehung der Kinder ganz anvertraut °) wie 
heute noch den Farbigen und Eingeborenen. Die Kinderwärterin, welche in der guten alten 
Zeit die holländische „maagd”” oder „meid’” des 17. Jh. vertrat (Sch. 321, 333), heisst aja, die 
Hebamme nenna, ein alter Farbiger führt den Ehrentitel tata %, outata, outa, die älteste 
Fochter nonna, nonnie, klein ndi, der älteste Sohn wird von den jüngern genannt boet(a), 
der jüngere boeti, und ein Kleines ist ein pikanini%”. — Das Steingut des Haushalts 
stammt fast ausschliesslich aus dem Orient. 
In der Küche waltet noch immer die Hausfrau in. eigner Person, denn vor allem auf 
jen grossen Farmen, wo man auch für das „volk” sorgt, ist die Back- und Fleischwirt- 
schaft so gross, dass ihre Gegenwart unentbehrlich ist. Dabei kann man sich kaum auf 
äne Farbige verlassen, wenn es auf Reinlichkeit und Qualität ankommt. Die Mahlzeiten 
1) Sie sind zusammengetragen von Mansvelt, Hesseling (Het Afr.) und Du Toit (Afr. Studies). 
2) Vgl. Hesseling 109. 3) Vgl. K. 712, 721. 
4) Auch das Kafferwort für Vater ist tata, für Mutter ma. 
5) Es ist zu beachten, wie oft die Endung -a wiederkehrt. In den Wörtern aja, nonna und tata ist sie 
ursprünglich. Ich vermute, dass sie sich von da aus verallgemeinert hat zur Bildung von Kose- und Ver- 
kleinerungswörtern. Sie wird heute noch zu Wortbildungen verwendet: mieta (Namensgenosse, Kamerad), 
harta (Tante), kakka (Dreck, Schmutz), katta, kinna (Kindchen), Pieta, Susa, Gotta, gatta; Gottala (die 
‚etzten drei Bastardfluche). Die Analogie wurde noch verstärkt durch Wörter wie Pappa (wonach aus dem 
angl. daddy sich dedda gebildet hat), Mamma, gogga (hässliches Insekt, von Gog?). Auch sonst ist -a beliebt 
‘nm unbetontem Ausgang: -ig > -ag (haastag), -e > -a (tanta).
	        

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