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Homo sapiens ferus oder die Zustände der Verwilderten und ihre Bedeutung für Wissenschaft, Politik und Schule

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Nutzungslizenz

CC BY-SA: Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bibliographische Daten

fullscreen: Homo sapiens ferus oder die Zustände der Verwilderten und ihre Bedeutung für Wissenschaft, Politik und Schule

Monographie

Strukturtyp:
Monographie
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-714169
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-714169
Persistenter Identifier:
BV047881647
Titel:
Homo sapiens ferus oder die Zustände der Verwilderten und ihre Bedeutung für Wissenschaft, Politik und Schule
Untertitel:
biologische Untersuchung
Autor:
Rauber, August
Erscheinungsort:
Leipzig
Verlag:
Julius Brehse (Denicke's Verlag)
Erscheinungsjahr:
1888
Zusätzliche Information:
Auf Vorsatzblatt Verlag überklebt mit: Klemens Reuschel (Denicke's Verlag)
Signatur:
Pm 22073'2':F8
Lizenz:
Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
Sammlung:
Allgemeiner Bestand
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Theorie und Methodologie
Pädagogik

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Strukturtyp:
Werbung
Sammlung:
Allgemeiner Bestand

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Homo sapiens ferus oder die Zustände der Verwilderten und ihre Bedeutung für Wissenschaft, Politik und Schule
  • Vorderer Einband
  • Vorderer Buchspiegel
  • Vorblatt
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis: Inhaltsübersicht
  • Einleitung: Einleitung
  • Kapitel: I. Zusammenstellung der Beobachtungen
  • Kapitel: II. Beurtheilung
  • Kapitel: III. Schlußwort
  • Werbung
  • Hinterer Buchspiegel
  • Hinterer Einband
  • Farbkeil

Volltext

Die Dorschfischerei und das Lebeil und 
und aus demselben Wege , welchen wir unter eben solchen Mühen und Regen zurücklegten , wurden noch mehrere Pfeif - Hühner getödtet , so daß wir , nach achttägiger Abwesenheit , in Caripe mit reicher Jagdbeute wieder einzogen . Wenn auch durch das beständig ungünstige Wetter meine zoologische Aus - beute nicht reich ausgefallen war , so hatte ich doch die Genug - 
Treiben der Fischer im hohen Norden . 167 
thnnng , mich von der Existenz so vieler großer Höhlen zu über - zeugen , das Vorhandensein von unzähligen jener merkwürdigen Nachtvögel festzustellen und als lohnende Zugabe deu Hoch - gennß der mit manchen Mühen und Leiden immer den , ewig unerschöpflichen Natur . ( — Ueber die Guacharos verweisen wir auf eine andere Stelle dieser Nnmmer . — ) 
Die Dorschfischerei und das Leben und Treiben der Fischer im 
hohen Norden . 
Kleidung der Fischer . 
II . 
Ausrüstung der Boote . — Leinen und Angeln . — Was ist ein Meed ? 
des Fanges . — Zubereitung und Verkaufsart der Fische . 
— Haifische . — Die Vertheilung 
Alle Gefahren und Mühen schrecken den Fischer von sei - nem Berufe nicht ab , und wenn anch die vielfach besungene und geschilderte Poesie des Fischerlebens , bei seiner harten Ar - beit nm das tägliche Brot , ihm weniger bemerkbar wird : so weiß er doch , daß er , auch auf der tobenden See , unter dem Schutze der göttlichen Vorsehung steht ; denn der stete Kampf um sein Leben , die allenthalben lauernde Gefahr , hat nicht nur feine Nerven gestählt , seinen Mnth ausgebildet , sondern auch eine tiefe Religiösität , ein kindliches , festes Gottvertranen in ihm hervorgerufen und befestigt , und gewöhnlich verläßt er , besonders bei längeren und gefährlicheren Fahrten , unter Anstimmuug eines geistlichen Liedes den Hafen . . Ebenfalls wird bei der Rückkehr ein solches angestimmt , falls nicht bei fehr schlechtem Wetter die Lenkung des Bootes die nngetheilte Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt . 
Außer den eigentlichen Gefahren sind mit diesem Berufe noch vielerlei kleine Beschwerden und Widerwärtigkeiten bunden , die der abgehärtete Fischer aber für Nichts achtet . So wird bei erträglich gutem Wetter in Folge der Beschaffen - heit des Landungsplatzes , beim Aussetzen der Boote , die , wenn außer Gebrauch , stets aufs Land gezogen werden und in dazu erbauten Schuppen stehen , oft die ganze Mannschaft von der Brauduug überspritzt und durchnäßt , und in diesem Zustande bringt sie dann den ganzen Tag im Boote zu . 
Da die saröischen Fischer nicht wohl Stiefel tragen kön - nen , indem sie beim Abstoßen und beim Landen in starker Brandung darin zu unbeholfen sein und auf den schlüpfrigen Klippen leicht ausgleiten würden , fo bedienen sie sich auch bei der Fischerei der gewöhnlichen dünnen Fußbekleidung , die aus Schaffellen , Kuhhäuten oder dergleichen verfertigt wird , sich dem Fuße genau anschmiegt , sehr biegsam ist und den obern Theil des Fußes wie das Fußgelenk unbedeckt läßt . Aus diesem Grunde haben sie fast stets nasse Füße ; dazu müssen sie noch all manchen Orten beim Abstoßen bis an die Hüften im Wasser waten , um das Boot flott zu machen , und bieten so durchnäßt den ganzen Tag dem Wind und Wetter Trotz , ohne daß dies sie zu geniren scheint . 
Zur vollständigen Ausrüstung eines achtrnderigen Fischer - bootes gehören außer den Rudern , dem Mast und Segel , eiuem Wasserfäßchen , das etwa zehn preußische Quart hält , zwei bis drei hölzernen Schöpflöffeln zum Ausschöpfen des eindringenden Waffers und einem Compaß : noch zwei Grund - leinen nebst Bojen , drei sogenannte Klepperte und dieGe - räthe zum Walsischfange , nämlich : vier Lanzen , zwei eiserne Haken , zwei Harpunen und die hierzu erforderlichen Leinen . 
So ausgerüstet kostet das Boot fünfundsiebzig bis achtzig Thaler . Da bei den kleineren Booten die Walfifchgeräthe wegfallen , sind diese , selbst abgesehen von der geringem Menge des Materials , bedeutend billiger . 
Die zum Fange der großen Dorsche benutzte Grund - leine besteht aus einer gewöhnlich drei - bis vierhundert Klafter langen Hauffchnnr , etwa von der Stärke einer gewöhnlichen Bleifeder . An diese werden , mit je einer Klafter oder etwas längerm Zwischenräume , dünnere , eine Elle lange Schnüre geknüpft , an deren anderm Ende die Angeln befestigt sind . Demnach enthält eine solche Leine drei - bis vierhundert Angeln . An jedes Ende dieser Leine befestigt man eine etwas stärkere , etwa achtzig Klafter lange Hansschnur als Bojeleiueu . Wo diese mit der eigentlichen die Angeln enthaltenden Grundleine zusammenstoßen , wird ein etwa zwölf Pfund schwerer Stein befestigt , also einer an jedem Ende und ein dritter , leichterer , in der Mitte , nm die Angeln am Grunde zu halten . Die beiden Bojeleinen reichen vom Meeres - gründe bis au die Oberfläche und sind oben an die gewöhnlich aus mit Luft angefüllten Walfischmagen bereiteten Bojen geknüpft , und dienen zum Wiederauffinden und zum Empor - ziehen der eigentlichen Grnndleine . Die zweite Grundleine ist ganz in derselben Weise verfertigt , nur aus dünneren Schnü - ren und mit kleineren Angeln versehen , da sie zum Fange der kleineren Dorsche und der Schellfische zu besonderen Jahres - zeiten benutzt wird . 
Der sogenannte „ Kleppert " ist ein hölzerner Hand - griff mit einem eisernen Haken daran , und dieser wird in die größeren Fische eingeschlagen , wenn sie an die Oberfläche kommen , um sie vermittelst desselben in das Boot zu heben , damit nicht Schnur oder Augel beim Zappeln der Fische zer - reiße oder breche , uud dieselben so verloren gehen . 
Die Grundleinen sind , mit seltenen Ausnahmen , gemein - sames Eigenthnm der ganzen Bootsmannschaft . Dagegen muß jeder einzelne Fischer noch privatim eine Handleine halten . Es sind dies siebzig bis achtzig Klafter lange , sehr starke Hansschnüre , meistens von derselben Dicke wie die Grund - leinen . Etwa eine Elle vom untern Ende entfernt wird ein längliches Bleigewicht , von der Form eines Senklothes , drei bis vier Pfund fchwer , oder ein glatter Stein von runder oder ovaler Form und dem gleichen Gewicht angebracht . An das äußerste Ende selbst knüpft man eine dünne , zwei - oder dreifache Schnur , an der respective zwei oder drei Angeln in solcher Weise befestigt sind , daß die unterste und kleinste etwa eine Klafter vom Steine oder Bleilothe entfernt ist ,
	        

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