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Globus, 3.1863

Zugriffsbeschränkung

Für diesen Datensatz liegt keine Zugriffsbeschränkung vor.

Nutzungslizenz

Der Status des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte für diesen Datensatz wurde nicht geprüft oder ist unklar. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen an die Organisation, die das Objekt zur Verfügung gestellt hat.

Bibliographische Daten

Objekt: Globus, 3.1863

Zeitschrift

Strukturtyp:
Zeitschrift
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-714784
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-714784
Persistenter Identifier:
BV041217508
Titel:
Globus
Untertitel:
illustrierte Zeitschrift für Länder- und Völkerkunde
Weitere Titel:
Globus
Erscheinungsort:
Braunschweig
Verlag:
Vieweg
Erscheinungsjahr:
1862
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Allgemeines

Zeitschriftenband

Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-709565
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-709565
Persistenter Identifier:
DE-11-001876979
Titel:
Globus, 52.1887
Erscheinungsjahr:
1887
Signatur:
3851 bb:52
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
No. 16. 1887
Sonstige Person:
Kiepert, Richard
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Zeitschriftenartikel

Strukturtyp:
Zeitschriftenartikel
Titel:
Aus allen Erdtheilen
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Globus
  • Globus, 3.1863
  • Vorderer Einband
  • Vorderer Buchspiegel
  • Vorsatzblatt
  • Titelseite
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis: Inhaltsverzeichniß
  • Abbildungsverzeichnis: Verzeichniß der Illustrationen
  • Zeitschriftenheft
  • Zeitschriftenheft
  • Zeitschriftenheft
  • Von Mexiko nach Vera Cruz. Das gelbe Fieber und dessen Verbreitung
  • Lapinski, Theodor: Neue Mittheilungen über die Völker im Kaukasus. Dritter und letzter Artikel
  • Ein Ausflug nach Tanger in Marokko
  • Brehm, Alfred: Die Wanderheuschrecke (Gryllus migratorius) und ihre Verwüstungen in Südrußland während des vergangenen Sommers
  • Die freien Neger in Westindien
  • Eine Wanderung vom Irtysch in Sibirien nach Königsberg am Pregel. Erster Artikel
  • Neapolitanische Charakterköpfe. I. Der Wasserträger Pasquale Volpe und Angelina Marucci vom Fischmarkte
  • Kleine Nachrichten
  • Zeitschriftenheft
  • Zeitschriftenheft
  • Zeitschriftenheft
  • Zeitschriftenheft
  • Zeitschriftenheft
  • Zeitschriftenheft
  • Zeitschriftenheft
  • Zeitschriftenheft
  • Zeitschriftenheft
  • Nachsatzblatt
  • Hinterer Buchspiegel
  • Hinterer Einband
  • Farbkeil

Volltext

Eine Wanderung vom Jrtysch in Sibirien nach Königsberg am Pregel . 
87 
Zug auf die Verwaltung zum Gouvernement Perm . Sie ist aus Holz gebaut , hat breite Straßen und geräumige Plätze . Piotrowski will wenigstens an zehntausend Schlitten dort gesehen haben ; sie standen in Partien wie Soldaten aufgestellt , und die leeren einer 
dem andern in die Höhe gethürmt . „ Es war ein gewaltiges Leben am Orte , ein enormer Waarenverkehr ; beladene Schlitten kamen nnd gingen ohne Unterlaß . " 
Bon Jrbit nach Rußland führen zwei Hauptstraßen : die eine links über Jekaterinbnrg , den Ural , über Kuugur uach dem mitt - ^ern nnd südlichen Rußland ; die andere rechts gen Norden über werchotnrje , über den werchotnrischen Ural nach Solikamök , so recht in's nördliche Rußland hinein . Der Flüchtling wählte die letztere . Er kaufte in Jrbit Brot und Salz , warf seinen Sack über die Schulter und band ihn vorn am Gürtel fest , um die Hände fvet zu haben . Es war furchtbar kalt und der Schnee so hoch , daß er Dächer eingedrückt hatte . Doch Piotrowski möge selber er - Zählen . 
Kaum hatte ich deu Schlagbaum hinter mir , da änderte sich das Wetter . Dichter Schuee fiel . Glücklicherweise wehte kein Wind , aber von der Welt war nichts zn sehen , und der Gang im Schnee nicht leicht ; aber ich konnte den Weg nicht verfehlen , da ich viele Schlitten traf nnd stets fragte . Rechtshin erstreckten sich die weiten Ebenen Sibiriens , durch einzelne Hügel und unbedeutende Wälder - durchbrochen ; links erhob sich iu nicht sehr bedeutender Entfernung der mit kaum dnrchdringlichen Wäldern bedeckte Ural . In den Dörfern , die ich nicht vermeiden konnte , hielt ich mich nie auf , fragte dort auch Niemand nach dem Wege , sondern that als ob ich mit Oertlichkeit und Wegen ganz bekannt wäre . Ich aß mein gefrorenes Brot im Gehen oder setzte mich irgendwo seitab im Walde nieder , trank Wasser ans dem ersten besten Bache , wo man etwa ein Loch geschlagen hatte , um Pferde zu tränken , oder nahm Schnee in den Mund und ließ ihn langsam zergehen . Mußte ich durchaus in einem Dorfe nach dem Wege fragen , so that ich das am letzten Hans ans so geschickte Weise , daß man eben nichts werken konnte und stets glaubte , daß ich aus der Nähe sei , aber wegen des vielen Schnees mich nicht zurechtfinden könne . 
So verging der erste Tag meiner Fußwanderung . Es war wir schwer geworden , in der dickeu Bekleidung zu gehen ; ich hatte den obern Pelz abnehmen und über die Schulter werfen müssen . 3'ch fühlte mich todtmüde , denn ich war schnell gegangen nnd der Schnee lag sehr tief . Mit Einbruch der Nacht ging ich in einen nahegelegenen Wald , grub mir eine Höhle in den Schnee und legte wich nach Art der Ostjakeu hinein , um zn schlafen . Das hatte ich allerdings sehr uöthig ; denn seitdem ich meine Flucht angetreten , hatte ich noch nicht geruht . Bald schlief ich ein . Obwohl es unter dem Schnee ungleich wärmer war als oberhalb desselben , so pfand ich doch bald eine unerträgliche Kälte , namentlich in den Nißen ; auch wurde der Schnee vom Athmen und meiner natür - lichen Wärme feucht . Der Frost während der Nacht war sehr streng und als ich erwachte , fühlte ich mich nicht gesund nnd sehr geschwächt . Aber noch vor Tagesanbruch stand ich auf , wanderte weiter und fühlte mich bald wohler . Gegen Mittag erhob sich ein heftiger Nordwind , kalt , trocken , eisig ; er verwehte den Weg bald daß keine Spur zu finden war . Die Tannenzweige , welche als Merkzeichen in den Schnee gesteckt werden müssen , waren vom Schnee überdeckt nnd ich kam bald vom Wege ab . Zuweilen siel 'ch bis an den Hals in den Schnee und war nicht ohne Besorg - " iß , ob ich nicht der Kälte oder dem Hunger zur Beute fallen würde , obwohl ich uoch auf einige Tage mit Brot versehen war . Endlich , Abends , kam ich auf den richtigen Weg nnd au ein Vor einem seitab liegenden Häuschen stand eine Frau und iese bat ich um ein Nachtlager , das sie gern bewilligte . Ich sagte , 'ch käme aus dem Tobolskischen und gehe ans Arbeit nach den B o - ^otvlskischen Eisenwerken . Diese liegen weit nördlich von el chotnrje und aus den Gouvernements Perm und Tobolsk gehen viele Arbeiter dorthin . Meine Antwort konnte daher keinen Ver - 
[ dacht erregen . Aber nach einer halben Stunde kamen drei Bauern ! und fragten nach dem Passe . — 
Nachdem Piotrowski am andern Morgen Brot gekauft hatte , ging er rasch fürbas und blieb in keinem Dorfe . „ Ich übernachtete im Walde , war jedoch in der Auswahl der Stelle etwas vorsich - tiger . Im dichten Walde lagert der Schnee niemals am Stamme dicker Tannen oder Fichten ; dort bleibt vielmehr immer ein leerer Raum von einigen Zollen . In diesem Räume ließ ich mich unter , grub eine Höhle aus , trat deu Schnee unten mit den Füßen , schlug ihn oben mit den Händen fest und so schlief ich ziemlich warm . Freilich wollte mir mein Gewölbe nicht immer gelingen , denn der Schnee war bei hartem Frost manchmal zn staubig , nnd dann blieb nichts anderes übrig , als , mit dem Rücken gegen den Bann ? gelehnt , sitzend zu schlafen . Wenn mir dann zu kalt wurde und ich Gefahr lief zu erfrieren , machte ich mich auf und wan - derte weiter . Jiu Anfange hatte es allerdings für mich etwas Schauerliches , so ganz allein im Walde zu übernachten , allein ich gewöhnte mich bald so daran , daß ich eben so gern dort einkehrte , wie ich in einen Gasthof eingezogen wäre . Zuweilen brach mein Schneegewölbe ein , während ich schlief ; dann wurde mir freilich wärmer , aber das Herauswühlen war unangenehm . Man kann sich wohl vorstellen , daß ich bei einer solchen Art zu reisen vor Hunger nnd Kälte und bei dem Maugel au jeder warmen Nahrung nicht selteu iu Lebensgefahr gerieth . Und was das Schlimmste war , gerade wenn ich recht durchfroren und hungrig war , stellte sich die größte Lust zu Schlafen ein : eine Einladung zu uuver - meidlichem Tode . Das waren die Augenblicke , welche ich am meisten fürchtete . — 
So verfloß ein Tag nach dein andern einförmig , als Pietrowski am östlichen AbHange des Mittlern Ural hinwanderte . Er begegnete nur Fuhrleuten , die von Jrbit kamen , und mit solchen Leuten zog er in Werchotnrje ein . Etwas oberhalb der Stadt entspringt die Tura , welche unweit Tobolsk iu deu Tobol mündet . Der Name bedeutet , daß der Ort an dem Gipfel , der Quelle , der Tura liegt . Der Reifende ging eilig durch die Stadt und schlug sich sofort wieder auf steinigem Pfade in den Wald . In einem einsamen Wirthshanse traf er sechs junge Russen , welche aus dem nördlichsten am Eismeere liegenden Kreise , jenem von Mezen , gekommen waren , um nach Sibirien zn gehen und dort Arbeit zu suchen . Alle waren Kurschmiede , hoch und schön gewachsen nnd von blühender Gesichtsfarbe . 
Zwei Tagereisen jenseits Werchotnrje schlug sich der Wanderer znr linken Seite hin , in den Ural hinein , dessen Kamm er bei rasender Kälte überschritt . „ Wie viele Tage nnd Nächte ich ans diese Weise gegangen bin , das kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen ; ich weiß nur , daß ich meine Schritte beschleunigte , so viel meine Kräfte erlanbten . Ich ging fast ununterbrochen weiter , denn die Nächte waren sehr kalt . Ich lebte nur von Brot nnd Salz ; in den Nachtlagern konnte ich mich nicht erwärmen , anch die Kleider weder wechseln noch trocknen , nnd so kamen meine Kräfte herunter . " In einem Thale kam er an einem Schuppen vorüber , der znr Be - quemlichkeit der Reisenden am Wege aufgebaut war ; aber alle Vorräthe waren aufgezehrt , nnd so schleppte der einsame Mann sich weiter , bis er spät am Abend in ein Dorf kam , wo bereits Alles still nnd nur der knirschende Schnee unter den Fußtritten zu ver - nehmen war . Dort bekam er endlich wieder etwas Warmes zn essen , zum dritten Male , seitdem er Jrbit verlassen , und znm zweiten Mal schlief er in einem Hanse . Den Wirthslenten sagte er , daß er nach Solikamsk wolle , um beim Salzsieden zn arbeiten , nnd jene erzählten ihm , daß jetzt manche Leute nach den Solo - wetzki'schen Klöstern gingen , welche nordwestlich von Archangel ans einer Insel im Eismeere liegen . Diesen Wink ließ Piotrowski sich nicht entgehen . 
Dieser Ort hieß Panda , zählte mehr als hundert Hänser , war aber jetzt verlassen nnd wie ausgestorben . „ Ich ging nicht den Weg , ans welchem man mich nach einem Passe gefragt haben
	        

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