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Anthropos, 49.1954

Zugriffsbeschränkung

Für diesen Datensatz liegt keine Zugriffsbeschränkung vor.

Nutzungslizenz

Der Status des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte für diesen Datensatz wurde nicht geprüft oder ist unklar. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen an die Organisation, die das Objekt zur Verfügung gestellt hat.

Bibliographische Daten

Volltext: Anthropos, 49.1954

Monographie

Strukturtyp:
Monographie
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-713371
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-713371
Persistenter Identifier:
BV047314037
Titel:
Seemannssprüche
Untertitel:
Sprichwörter und sprichwörtliche Redensarten über Seewesen, Schiffer- und Fischerleben in den germanischen und romanischen Sprachen
Herausgeber:
Lüpkes, Wiard Habbo
Erscheinungsort:
Berlin
Verlag:
Ernst Siegfried Mittler und Sohn
Erscheinungsjahr:
1900
Zusätzliche Information:
Sonderabdruck aus der "Marine-Rundschau"
Signatur:
2023 SA 5949
Lizenz:
Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
Sammlung:
Allgemeiner Bestand
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Kunst und Wissen
Literatur und Sprachen > Deutsche Sprache und Literatur

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
Seemannssprüche. I. In den germanischen Sprachen
Sammlung:
Allgemeiner Bestand

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Sammlung:
Allgemeiner Bestand

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Anthropos
  • Anthropos, 49.1954
  • Vorderer Einband
  • Vorderer Buchspiegel
  • Vorsatzblatt
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis: Index
  • Zeitschriftenheft: Bd. 49, 1954, Heft 1, 2
  • In Memoriam P. Wilhelm Schmidt SVD 16.2.1868 — 10.2.1954
  • Estermann, Charles: Culte des esprits et magie chez les Bantous du sud-ouest de l'Angola
  • Laumann, Karl: Geisterfiguren am mittleren Yuat River in Neuguinea
  • Simoons, Frederick: The Non-Milking Area of Africa
  • Tackenberg, Kurt: Zum Siedlungswesen der Tripolje-Kultur
  • Nicolas, Francois J.: Les surnoms-devises des L'éla de la Haute-Volta (A. O. F.). (Suite)
  • Lussy, Kunibert: Religiöse Anschauungen und Bräuche bei den Wapogoro
  • Huntingford, G. W. B.: The Political Organization of the Dorobo
  • Filchner, Wilhelm: Volksfeste in Nepal
  • Lagercrantz, Sture: Hunting Trophies and Hunting Magic
  • Havers, Wilhelm: Zum Bedeutungsgehalt eines indogermanischen Suffixes
  • Vanoverbergh, Morice: Religion and Magic among the Isneg Part III: Public Sacrifices
  • Schneider, Josef: Über den Feldbau der Sulka auf Neubritannien
  • Kähler-Meyer, Emmi: M. van de Kimmenades Grammatik und Vokabular der Sandawe-Sprache
  • Burgmann, Arnold: A. Müllers Grammatik und Vokabular der Konua-Sprache
  • Wurm, Stefan: P. Drabbe's Study on the Languages of South-West New Guinea
  • Baldus, Herbert: Analecta et Additamenta
  • Miscellanea
  • Literaturverzeichnis: Bibliographia
  • Literaturverzeichnis: Publicationes recentes
  • Literaturverzeichnis: Periodica
  • Zeitschriftenheft: Bd. 49, 1954, Heft 3, 4
  • Zeitschriftenheft: Bd. 49, 1954, Heft 5, 6
  • Nachsatzblatt
  • Hinterer Buchspiegel
  • Hinterer Einband
  • Farbkeil

Volltext

34 
Karl Laumann 
Anthropos 49. 1954 
ihr mir das Essen gebracht habt, dann verfertigt eine Tragbahre und bringt 
mich in euer Dorf \“ 
Kakapute machte alles, wie ihm gesagt worden war. Und so kam 
Urüngenam nach Vraning. 
Als mein Gewährsmann Onänglussa etwa 20 Jahre alt war, wurde sein 
Heimatdorf Vraning vollständig vernichtet. Die feindlichen Nachbardörfer 
Kinakatem 25 , Akroang, Mbranda, Biwat, Antefugoa, Ndauenang, Mansuat 
und Narbari taten sich zusammen und zerstörten Vraning bis auf den Grund. 
Seitdem existiert das Dorf nicht mehr. Bei diesem vernichtenden Überfall 
hatten einige Männer aus Mbranda das Bild Urüngenams erobert und brachten 
es nach Mbranda 26 . Seitdem ist Urüngenam bis auf den heutigen Tag in 
Mbranda geblieben. 
b) Die Geisterfigur Urüngenam 
Die ganze Figur mit allen Einzelheiten (abgesehen von Bekleidung, 
Schmuck u. ä., wie nachher noch gesagt werden wird) ist aus einem einzigen 
Stück Holz hergestellt. Niemand weiß, wann und von wem die Figur ver 
fertigt wurde. 
Die Figur ist 1,97 m hoch. Oben auf dem Kopf ragt ein 10 cm langer 
Holzstift empor. Der merkwürdige Kopf trägt zuoberst unter dem Holzstilt 
ein ziemlich breites bandartiges Gebilde, aus dem vorn, rechts und links je 
ein kräftiger kegelförmiger Höcker vorspringt. Der Höcker vorn in der Mitte 
ist allerdings abgebrochen 27 . Dieses Gebilde kann wohl als Schmuck-Stirn 
band aufgefaßt werden. Unter diesem „Stirnband“ wölbt sich die gerundete 
Stirn so außerordentlich stark vor, daß die Entfernung von Stirn bis Hinter 
kopf 30,5 cm beträgt. Von der Stirn aus schiebt sich auf dem asymmetrisch 
gerundeten Hals (Länge : 8 cm, Durchmesser etwa 10 : 16 cm) das ziemlich 
hach gehaltene, langdreieckig geformte Gesicht frei nach unten und an der 
Bartspitze nach vorn vor. Nur die beiden kurzen runden Holzzapfen, die 
als Augen dienen, und die üache, breite und kurze Nase (8 cm breit, 7,5 cm 
lang) mit dem Nasenschmuck (2,5 cm lang) im Septum heben sich aus dem 
flachen Gesicht heraus. Den Mund bildet eine an den Mundwinkeln hoch 
gezogene halbmondförmige Rille von geringer Tiefe. Die kleinen 2,5 cm 
25 Das ist das Dorf, das M. Mead „Kenakatem“ nennt, und wo sie ihre wich 
tigsten Informationen bekam (siehe oben !). 
26 Wir erinnern uns, daß die Geisterfigur Tamäsua infolge eines ähnlichen Ver 
nichtungsüberfalles von Tambigenum nach Maramba kam (cf. Laumann, Eine merk 
würdige Holzfigur..., Avie Anm. 13, p. 810). 
27 Oder haben wir es hier wieder mit dem zapfenartigen Kegelstumpf auf der 
Stirn zu tun, der für eine Reihe von Holzplastiken der Sepik-Stämme typisch ist und 
bisher noch keine plausible Erklärung gefunden hat ? Cf. dazu z. B. die Holzmaske 
aus dem Wewäk-Hinterland (A. Gerstner, Aus dem Gemeinschaftsleben der Werväk- 
Boikin-Leute. Anthropos 48. 1953. Tafel 1, Abb. b, opp. p. 432) oder den Figurstuhl 
aus Yentschemangua am mittleren Sepik (Ernst Rohrer, Ein Zeremonialstuhl vom 
Sepik. Bull. d. Schweiz. Gesellsch. f. Anthr. und Ethn. 28. 1951/52. p. 44). Auch der 
große „Stirnknopf“ der Geisterfigur Ambossdngmakan aus Mansuat gehört hierher 
(Tafel 4, Abb. 6).
	        

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