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Anthropos, 74.1979

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Nutzungslizenz

Der Status des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte für diesen Datensatz wurde nicht geprüft oder ist unklar. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen an die Organisation, die das Objekt zur Verfügung gestellt hat.

Bibliographische Daten

Inhalt / Download : Anthropos, 74.1979

Zeitschrift

Strukturtyp:
Zeitschrift
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-714810
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-714810
Persistenter Identifier:
BV043551281
Titel:
Sociologus
Untertitel:
journal for social anthropology
ISSN:
0038-0377
Erscheinungsort:
Berlin
Verlag:
Duncker & Humblot
Erscheinungsjahr:
1932
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Allgemeines

Zeitschriftenband

Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-711990
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-711990
Persistenter Identifier:
1518164887737
Titel:
Sociologus, N.F. 38/41.1988/91
Erscheinungsjahr:
1991
Signatur:
LA 6467
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
41. Jahrgang, 1992, Heft 1
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Anthropos
  • Anthropos, 74.1979
  • Vorderer Einband
  • Vorderer Buchspiegel
  • Vorsatzblatt
  • Titelseite
  • Impressum
  • Inhaltsverzeichnis: Index Auctorum
  • Inhaltsverzeichnis: Auctores recensentes
  • Inhaltsverzeichnis: Index Geographicus
  • Inhaltsverzeichnis: Index Rerum
  • Zeitschriftenheft: Bd. 74, 1979, Heft 1-2
  • Zeitschriftenheft: Bd. 74, 1979, Heft 3-4
  • Henninger, Joseph: Arnold Burgmann SVD zum 70. Geburtstag
  • Borland, C. H.: Kinship Term Grammar: A Review
  • Ceyssens, Rik: Akaawand: un ethnonyme manqué (Zaire)
  • Custred, Glynn: Symbols and Control in a High Altitude Andean Community
  • Terwiel, B. J.: Tai Funeral Custom: Towards a Reconstruction of Archaic-Tai Ceremonies
  • Vorbichler, Anton: Sprachkontakte am Beispiel einiger Sprachen und Dialekte in Nordost-Zaire
  • Müller, Werner: Raum und Zeit in Sprachen und Kalendern Nordamerikas und Alteuropa. Der altmexikanische Kalender
  • Heinz, H. J.: The Nexus Complex among the !xo Bushmen of Botswana
  • Hauenstein, Alfred: Les embarcations sur le fleuve Kunéné (Angola)
  • Beidelman, T. O.: Kaguru Oral Literature: Discussion (Tanzania)
  • Bumke, Peter J.: Kizilbas-Kurden in Dersim (Tunceli, Türkei). Marginalität und Häresie
  • Chesterfield, Ray: Traditional Agricultural Skill Training among Peasant Farmers in Venezuela
  • Maringer, Johannes: Das Triskeles in der vor- und frühgeschichtlichen Kunst
  • Zvelebil, Kamil V.: Analecta et Additamenta
  • Miscellanea
  • Literaturverzeichnis: Bibliographia
  • Literaturverzeichnis: Publicationes recentes
  • Literaturverzeichnis: Periodica
  • Autorenindex
  • Zeitschriftenheft: Bd. 74, 1979, Heft 5-6
  • Nachsatzblatt
  • Hinterer Buchspiegel
  • Hinterer Einband
  • Farbkeil

Volltext

574 
Johannes Maringer 
Anthropos 74. 1979 
lieh das trisceles victrix wider, so bringt eine andere Amphore von Trinakria 
am Pontus ein ganz neuartiges Triskeles, das offenbar in einem mythischen 
Zusammenhang steht. Es ist aus drei breiten Vogelschwingen und einem schei- 
benartigen Zentrum mit einem weiblichen Kopf in linker Seitenansicht gebil 
det. Vor dem Triskeles ist ein Krieger mit geöffnetem Mund, mit Schwert 
und Schild und erhobenem rechtem Arm dargestellt. Die Gesamtkomposition 
scheint einen Kampf wiederzugeben. Zu bemerken ist, daß die Malerei eine 
Überarbeitung aus dem 3. Jh. v. Chr. ist, die nach Abkratzen des Firnis 
erfolgte und das ursprüngliche Gemälde durch das neue ersetzte (MingazziNI 
1973: 115, Abb. 1). Ihre Deutung ist schwer. Es ist keine Anbetungsszene, 
vielmehr eine Kampfszene. Wer aber kämpfte gegen wen? Gibt das weibliche 
Gesicht dem Triskeles vielleich eine lunare Bedeutung: Kampf des Sonnen 
gottes oder Sonnenkriegers gegen die feindliche lunare Macht, Kampf des 
Lichtes gegen die Finsternis? Wir werden es mit befriedigender Sicherheit nie 
erkunden. 
Abschließend sei noch eine römische Bronzezierscheibe genannt, die im 
Kreis Grevenbroich-Neuß gefunden wurde. Als durchbrochene Arbeit ist sie 
ein Triskeles besonderer Art, gebildet aus drei, offenbar römischen Militär 
trompeten (Hagen 1936: 56, Taf. 16, 1). War diese Triskelesscheibe eine Art 
Orden oder Verdienstmedaille für einen Heeres- oder Legionstrompeter? Wölb 
ten die Römer mit den drei kunstvoll verschlungenen Trompeten irgendein 6 
kultische Idee ausdrücken? 
Als späte Umwandlung einer sehr alten Symbolik tritt das Triskeles in der christ 
lichen romanischen Kunst als Symbol der göttlichen Trinität auf. Der bekannteste Beleg 
dafür ist das “Hasenfenster” im Dom zu Paderborn. — Im modernen Schmuckbereich 
dürfte das Triskeles nur noch rein ornamentalen Charakter haben, längst bar seinem 
ursprünglichen und symbolischen Inhalts. 
Auswertung 
Das von K. von den Steinen und auch von Roes angenommene Ur 
sprungsgebiet des Triskeles im Persien der Achämenidenzeit kann nach uns 6 ' 
rem heutigen Erkenntnisstand nicht mehr angenommen werden. Vielleicht ab 61 
haben doch beide Autoren, die allerdings nur Belege aus der Achämenidenzeit 
anführen, an das viel ältere 4. Jahrtausend v. Chr., aus dem WirbelgebiU*- 
wie das Wirbelkreuz belegt sind, gedacht. 
Jedenfalls haben wir in Europa schon aus dem Endneolithikum echte 
und entwickelte Triskelesbelege, für die keinerlei orientalische Herkunft 111 
Frage kommt. Allenfalls könnte das für die südrussischen oder pontisch 611 
Triskeles-Petroglyphen erwogen werden, was aber bei der Zeitdistanz nur Smu 
hätte bei der Annahme eines höheren Alters des orientalischen Triskeles, h ]l 
das aber keine Belege vorliegen. 
Das Hahnenschema als Prototyp ist zunächst verblüffend, kann ab 61 
nicht überzeugen, wenn unter den Belegen aus der Achämenidenzeit auch 
andere Tiere als Triskeles-Komponenten erscheinen. Das Hahnenschema i st 
im Orient und von dort auf dem Wege durch die Jahrhunderte in die antik 6
	        

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