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Zeitschrift für Ethnologie, 46.1914

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Der Status des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte für diesen Datensatz wurde nicht geprüft oder ist unklar. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen an die Organisation, die das Objekt zur Verfügung gestellt hat.

Bibliographische Daten

Volltext: Zeitschrift für Ethnologie, 46.1914

Zeitschrift

Strukturtyp:
Zeitschrift
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-714820
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-714820
Persistenter Identifier:
BV043334262
Titel:
Anthropos
Untertitel:
internationale Zeitschrift für Völker- u. Sprachenkunde
Erscheinungsort:
Fribourg
Verlag:
Ed. St. Paul
Erscheinungsjahr:
1906
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Allgemeines

Zeitschriftenband

Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-711761
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-711761
Persistenter Identifier:
1510227653376
Titel:
Anthropos, 65.1970
Erscheinungsjahr:
1970
Signatur:
LA 1118
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Farbkeil

Strukturtyp:
Farbkeil
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Zeitschrift für Ethnologie
  • Zeitschrift für Ethnologie, 46.1914
  • Vorderer Einband
  • Vorderer Buchspiegel
  • Vorsatzblatt
  • Titelseite
  • Zeitschriftenheft: Bd. 46, 1914, Heft 1
  • Zeitschriftenheft: Bd. 46, 1914, Heft 2/3
  • Menzel, Hans: I. Abhandlungen und Vorträge. Die geologische Entwickelungsgeschichte der älteren Postglazialzeit im nördlichen Europa und ihre Beziehung zur Prähistorie
  • Ihering, Hermann von: Das Alter des Menschen in Südamerika
  • Jahn, A.: Parauhanos und Guajiros und die Pfahlbauten am See von Maracaibo
  • Nimuendajú Unkel, Curt: Die Sagen von der Erschaffung und Vernichtung der Welt als Grundlagen der Religion der Apapocúva-Guaraní
  • Lenders, E. W.: Mythe des "Wah-ru-hap-ah-rah" oder des heiligen Kriegskeulenbündels
  • Protokoll: Il. Verhandlungen. Prähistorische Fachsitzung vom 9. März 1914
  • Protokoll: Sitzung vom 21. März 1914
  • Protokoll: Sitzung vom 18. April 1914
  • Protokoll: Anthropologische Fachsitzung vom 8. Mai 1914
  • Protokoll: Sitzung vom 16. Mai 1914
  • Protokoll: Ordentliche Sitzung vom 13. Juni 1914
  • Korrekturen: Nachträge und Berichtigungen. Alfred Jahn "Parauhanos und Guajiros und die Pfahlbauten am See von Maracaibo"
  • Zeitschriftenrezension: Il. Literarische Besprechungen. Edmund M. H. Simon: Beiträge zur Kenntnis der Riu-Kiu-Inseln
  • Zeitschriftenrezension: Grubauer, Albert, Unter Kopfjägern in Zentral-Celebes, ethnologische Streifzüge in Südost- und Zentral-Celebes
  • Zeitschriftenrezension: Walter Lehmann, Die Archäologie Costa Ricas, erläutert an der Sammlung Felix Wiss im Museum der Naturhistorischen Gesellschaft zu Nürnberg. (Festschrift zum XLIV. Anthropologenkongress Nürnberg 1913)
  • Zeitschriftenrezension: Walter Lehmann: Vokabular der Rama-Sprache, nebst grammatischem Abriß
  • Zeitschriftenrezension: Carl Franke: Die mutmaßliche Sprache des Eiszeitmenschen. Zweite, unveränderte Auflage
  • Zeitschriftenrezension: C. H. Stratz: Die Darstellung des menschlichen Körpers in der Kunst
  • Zeitschriftenrezension: Lemke, E., Asphodelos und Anderes aus Natur- und Volkskunde. 1. Teil
  • Zeitschriftenrezension: Lewis Spence. The myths of Mexico and Peru
  • Literaturverzeichnis: IV. Eingänge für die Bibliothek
  • Zeitschriftenheft: Bd. 46, 1914, Heft 4/6
  • Zeitschriftenheft: Bd. 46, 1914, Heft 6
  • Inhaltsverzeichnis: Inhaltsverzeichnis
  • Leerseite
  • Nachsatzblatt
  • Hinterer Buchspiegel
  • Hinterer Einband
  • Farbkeil

Volltext

Religion der Apapocüva-Guarant. 
397 
"j 
her, und dann macht er Tupá. Er schafft, ,findet^ (ojoz) ihn nicht, 
sondern er macht, zeugt ihn (ojapó) Er ist also der jüngste Sohn 
Nanderuvugi’s und Nandecj/s, der jüngere Vollbruder AN. anderyqueÿ's und ein 
Halbbruder Tyvyry’s. Mehr noch als die Zwillinge scheint er an seiner 
Mutter, und diese an ihm zu hängen. Wenn Nandecÿ irgendeinen Wunseh 
hat, so läft sie ihren Liebling rufen, und dann kommt Tupd. Seine Fahrt 
zu Nandecy stellt sich aber nun so ur-guaranitisch dar, dafi an der Ur- 
sprüngliehkeit dieses Tupá als Personifikation des Gewitters kein Zweifel 
mehr aufkommen kann: Im äußersten Westen sitzt Tupá auf seinem 
Apycd, der einem mit der Offnung nach oben gekehrten Mittelstück eines 
Einbaums gleichenden Sitzbank. Er ist von kleiner, gedrungener Ge- 
stalt, mit flachem Kopf und welligen Haaren (Gewitterwolken?), in seiner 
Unterlippe trägt er den Lippenschmuck der alten Apapociüva, den die 
südlichen Horden der Guarani bis heute noch tragen, das T'embetd aus 
gelbem Jatobd-Harz (Blitz). Sobald er die Botschaft Nandecy’s erhilt, 
kehrt er seinen Sitz um, setzt sich in dessen Hôhlung, zwei Yvyraÿd, die 
wohl am besten mit den Keulenträgern der alten Guarani-Häuptlinge zu 
vergleichen sind, nehmen auf den Rändern des Apycd Platz, und donnernd 
geht nun die Fahrt über den Himmel hin nach Osten. Dabei be- 
wegt sich der hellgelbe Lippenpflock und verursacht den Blitz. Im Orient 
vor der Wohnung Nandecÿs angekommen, umkreist Tupá in seinem Apycd 
das Haus, dann steigt er vor dem Angesicht seiner Mutter nieder und 
spricht mit ihr. Wohl blitzt dabei auch sein Tembetd, aber man hôrt 
keinen Donner mehr, da das Apyca schon still steht: man sieht nur das 
Wetterleuchten am östlichen Horizont. Die Yvyraÿd Tupa’s erscheinen 
manchmal in der Gestalt eines von den Brasilianern „thezoura“, von den 
Guaraní tapé genannten, einer riesigen Schwalbe gleichenden Vogels, 
welcher seine ungemein eleganten Flugspiele mit Vorliebe bei drohendem 
Gewitter ausführt. Er bringt nach der Meinung der Guarani die Regen- 
wolken, und um diese für den Landwirt so unschätzbare Gabe auch zu 
erhalten, pflegen die Medizinmünner der Apapocüva die langen Sehwanz- 
federn dieses Vogels in ihren Diademen mitten über der Stirn an- 
zubringen. 
Was sonst noch über T'upá zu beriehten würe, habe ich bereits auf 
S. 305 und 310 gesagt. Es gehört wahrhaftig einige Phantasie dazu, um 
diese an sich verhältnismäßig nebensächliche Gestalt der Apapocüva- 
Legende mit dem Christengotte zu identifizieren! Es bleiben mir somit 
von den Hauptgestalten der Schôpfungssage nur noch die Zwillinge, bei 
denen ich mich um so kürzer fassen kann, als ich schon im vorhergehenden 
vielfach Gelegenheit hatte, über ihren Ursprung und ihre Taten zu 
sprechen. 
Die Zwillinge besitzen keine Namen. Zusammen werden sie ge- 
legentlich als mocôtivae — ,welche zwei sind“, bezeichnet. Da die 
Guarani-Sprache kein Wort für Bruder besitzt, sondern nur Bezeichnungen 
für „Mein, dein usw., älterer, bzw. jüngerer Bruder eines Mannes bzw. 
einer Frau“, so befanden sich die Indianer in der Zwangslage, auch von 
den Zwillingen den einen als den älteren, den anderen als den jüngeren
	        

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