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Skizzen aus dem Völkerleben

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Nutzungslizenz

CC BY-SA: Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bibliographische Daten

Objekt: Skizzen aus dem Völkerleben

Zeitschrift

Strukturtyp:
Zeitschrift
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-714820
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-714820
Persistenter Identifier:
BV043334262
Titel:
Anthropos
Untertitel:
internationale Zeitschrift für Völker- u. Sprachenkunde
Erscheinungsort:
Fribourg
Verlag:
Ed. St. Paul
Erscheinungsjahr:
1906
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Allgemeines

Zeitschriftenband

Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-711754
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-711754
Persistenter Identifier:
1510223177592
Titel:
Anthropos, 101.2006+Ind.1906-2005(CD-ROM)
Erscheinungsjahr:
2006
Signatur:
LA 1118
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Vorderer Einband

Strukturtyp:
Vorderer Einband
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Skizzen aus dem Völkerleben
  • Vorderer Einband
  • Vorderer Buchspiegel
  • Vorsatzblatt
  • Titelseite
  • Vorwort: Vorwort
  • Korrekturen: Berichtigungen
  • Inhaltsverzeichnis: Inhalt
  • Kapitel: I. Aus Osteuropa
  • Vorblatt
  • Kapitel: Augenblicksbilder aus dem östlichen Europa
  • Kapitel: Finnen und Magyaren
  • Kapitel: Finnland und die Finnen
  • Kapitel: Finnland und die finnische Verfassung
  • Kapitel: Die Aussichten der Magyarisierungspolitik in Ungarn
  • Kapitel: Selbstgefährdung des Magyarentums
  • Kapitel: Die Pußta
  • Kapitel: Rasse und Herkunft der reinen Magyaren
  • Kapitel: Die nichtindogermanischen Völker von Osteuropa
  • Kapitel: II. Aus dem Magyarenlande
  • Vorblatt
  • Kapitel: Magyarische Städte und Siedelungen überhaupt
  • Kapitel: Verkehrsverhältnisse im eigentlichen Magyarenlande
  • Kapitel: Bäuerliches und kleinbürgerliches Leben in Ungarn
  • Kapitel: Abhängigkeit des Magyarentums von fremden Kulturkreisen
  • Kapitel: Magyarischer Chauvinismus
  • Nachsatzblatt
  • Hinterer Buchspiegel
  • Hinterer Einband
  • Farbkeil

Volltext

174 
und Haaren aufzufressen und bis Sonnenuntergang damit fertig 
zu sein.“ Das verstand er. 
Ich weiß nicht, ob eine andere Nation soviel so geniale 
und gewaltige Tonkünstler hervorgebracht hat wie die deutsche; 
das aber weiß ich, daß die deutsche Musik die Welt beherrscht. 
Gleichwohl gibt es wohl kaum einen denkenden und empfin- 
denden Deutschen, der die Wirkung der einfachen, ins Herz 
dringenden magyarischen, — vulgo Zigeunermusik — nicht voll 
anerkännte und mit Vorliebe diese seltsame Musik anhörte; 
ich selbst bin ein leidenschaftlicher Liebhaber derselben und 
habe ihr manche Nacht geopfert. Man beobachte das hohe; 
ungeheuchelte Behagen über diesen Genuß, überall dort, wo 
bei uns Zigeunerkapellen nur leidlich gut spielen; man beachte 
den allgemeinen rauschenden Beifall. Bei dieser neidlosen, oft 
viel zu weitgehenden Anerkennung fremder Leistungen fällt 
es doch keinem Deutschen in seiner Herzensfreude ein, zu 
wägen und zu vergleichen und das Fremde herabzusetzen, weil 
es fremd ist. Man kömme nach Ungarn, und man findet bald, 
daß es in den Augen des gewöhnlichen Mannes, des Halb- 
gebildeten und selbst eines großen Teiles der Gebildeten, eigent- 
lich nur eine Musik gibt, die wert ist, von dem Magyaren ge- 
hört und bewundert zu werden, das ist natürlich die Zigeuner- 
musik; in der Regel nennt der gewöhnliche Magyar die deutsche 
Musik fade, auch wenn er keine Ahnung davon hat; er will 
sie auch gar nicht erst hören. Es mag hier wieder ein kleiner, 
aber recht bezeichnender selbsterlebter Vorfall erwähnt werden. 
In Debreczen unterhielt ich mich im besten Hotel, dem arany 
bika, mit einem liebenswürdigen, fein gebildeten Offizier, wäh- 
rend eine magyarische Kapelle spielte; nebenbei gesagt, war es 
eine recht mäßige. Schonend, aber doch deutlich genug, ließ 
er deutsche Musik eigentlich gar nicht gelten, weder die unserer 
unsterblichen Meister, noch die unserer Volkslieder. Unauf- 
fällig veranlaßte ich gegen zwei Gulden Extravergütigung den 
primäs, den Kapellmeister, zwei innig zarte, tiefempfundene 
deutsche einfache Melodieen und eine kleine Piece aus der 
prodana nevesta von Smetana, allerdings eine Perle der Ton- 
kunst, spielen. zu lassen, da ich mich einige Tage vorher über- 
zeugt hatte, daß diese Stücke eingeübt waren. Meinem ÖOber- 
leutnant yvegenüber, der sie nicht kannte, bezeichnete ich sie
	        

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