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Globus, 26.1874

Zugriffsbeschränkung

Für diesen Datensatz liegt keine Zugriffsbeschränkung vor.

Nutzungslizenz

Der Status des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte für diesen Datensatz wurde nicht geprüft oder ist unklar. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen an die Organisation, die das Objekt zur Verfügung gestellt hat.

Bibliographische Daten

fullscreen: Globus, 26.1874

Zeitschrift

Strukturtyp:
Zeitschrift
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-714814
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-714814
Persistenter Identifier:
BV044347945
Titel:
Baessler-Archiv
Untertitel:
Beiträge zur Völkerkunde
ISSN:
0005-3856
Erscheinungsort:
Berlin
Verlag:
Reimer
Erscheinungsjahr:
1910
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Allgemeines

Zeitschriftenband

Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-711492
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-711492
Persistenter Identifier:
1500547393141
Titel:
Baessler-Archiv, 14/15.1930/32
Erscheinungsjahr:
1932
Signatur:
LA 1255
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
Bd. 15, 1932, Heft 2
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Zeitschriftenrezension

Strukturtyp:
Zeitschriftenrezension
Titel:
Leser, Paul: Entstehung und Verbreitung des Pfluges. Anthropos-Bibliothek, Band III, Heft 3
Sonstige Person:
Stahl, Günther
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Globus
  • Globus, 26.1874
  • Vorderer Einband
  • Vorderer Buchspiegel
  • Vorsatzblatt
  • Vorblatt
  • Titelseite
  • Literaturverzeichnis: Inhaltsverzeichniß
  • Zeitschriftenheft: No. 1. 1874
  • Zeitschriftenheft: No. 2. 1874
  • Zeitschriftenheft: No. 3. 1874
  • Zeitschriftenheft: No. 4. 1874
  • Zeitschriftenheft: No. 5. 1874
  • Zeitschriftenheft: No. 6. 1874
  • Die Zulu-Kaffern
  • Ueber die Kinaivölker im äußersten Nordwesten Amerikas
  • Meier, Hermann: Zur ostfriesischen Neck- und Spottlust. I.
  • Kohn, Albin: Die Russen in Sibirien. I.
  • Aus allen Erdtheilen
  • Zeitschriftenheft: No. 7. 1874
  • Zeitschriftenheft: No. 8. 1874
  • Zeitschriftenheft: No. 9. 1874
  • Zeitschriftenheft: No. 10. 1874
  • Zeitschriftenheft: No. 11. 1874
  • Zeitschriftenheft: No. 12. 1874
  • Zeitschriftenheft: No. 13. 1874
  • Zeitschriftenheft: No. 14. 1874
  • Zeitschriftenheft: No. 15. 1874
  • Zeitschriftenheft: No. 16. 1874
  • Zeitschriftenheft: No. 17. 1874
  • Zeitschriftenheft: No. 18. 1874
  • Zeitschriftenheft: No. 19. 1874
  • Zeitschriftenheft: No. 20. 1874
  • Zeitschriftenheft: No. 21. 1874
  • Zeitschriftenheft: No. 22. 1874
  • Zeitschriftenheft: No. 23. 1874
  • Zeitschriftenheft: No. 24. 1874
  • Nachsatzblatt
  • Hinterer Buchspiegel
  • Hinterer Einband
  • Farbkeil

Volltext

Albin Kohn : Die Russen in Sibirien . I . 
91 
lienbrüdern , die unter Störtebeker in Marienhafe ihre Beute bargen , Compagniegeschäste trieben . 
Die zu Hooksiel heißen mit Recht Fohlfangers . Denn 
ist doch einmal deren Freude , einen gewaltigen Fisch tut Netz zu haben , dadurch zu Schanden geworden , daß sich solcher als ein todtes Füllen entpuppte . 
Die Russen 
Eine Studie vi 
Es ist eine eigentümliche , in hohem Grade interessante Erscheinung , daß es einer Handvoll Räuber , Kasaken , unter der Anführuug eines unternehmenden Häuptlings gelingen konnte , in Sibirien zahlreiche Völkerstämme zu unterjochen und viele derselben gänzlich zn vertilgen , andere dagegen dem Aussterben nahe zu bringen . Es geschieht das keines - wegs durch Waffengewalt , wie es in Nordamerika der Fall ist , vielmehr ist in Sibirien dieser Vertilguugskamps ein unblutiger , aber trotzdem ein furchtbarer . Die einer hö« Hern Cultur unfähigen Stämme kommen in Berührung mit einer Race von hoher geistiger Befähigung , von anerkannter Tüchtigkeit . Obwohl nun die in Sibirien lebenden Jndivi - dum dieser Race selbst noch nicht ans einer hohen Cultur - stufe stehen , ist dennoch ihre Einwirkung auf die roheren Volksstämme eine vernichtende . Die geistige Ueberlegen - heit des Eindringlings wirkt niederschlagend auf den Pseudo - autochthouen , der diese Ueberlegenheit fühlt und hierdurch niedergeschlagen , traurig , fast melancholisch wird , sich immer mehr in seine dichten Wälder zurückzieht , welche ihm je - doch keinen Schutz wider das , was für ihn ein Uebel ist , verleihen ; er wird physisch unfruchtbar , wie er es schou seit unvordenklichen Zeiten geistig gewesen ist , und sinkt ruhmlos ins Grab , das später der eisige „ Burjan " * ) unter einer dicken Schneedecke verbirgt . 
Von allen den Volksstämmen , welche die Russen gegen das Ende des 16 . Jahrhunderts , als sie in Sibirien ein - drangen , vorfanden , existiren nur noch wenige und auch diese wenigen sind nicht zahlreich . Sie leiden , man möchte sa - gen , an der galopirenden Schwindsucht , eine Folge ihrer plötzlichen , durch nichts vermittelten Berührung mit einem höher befähigten Völkergeschlecht . Man sucht bens nach Spuren der Wogulitfcheu , Assauen , Ari - nen ; von anderen , wie von den Telsnten , Kamassingen , Ostjaken , Samojeden , sind nur armselige Trümmer - übrig geblieben ; nur die am höchsten in der Civilisation ste - henden Tatar en haben sich in relativ größerer Anzahl er - halten und scheinen überhaupt mehr Lebensfähigkeit als die selbst Physisch niedriger stehende mongolische Race zu besitzen . Wenn man auch bei den Tataren keinen Zuwachs bemerke» kann , so ist die Abnahme ihrer Kopfzahl wenigstens keine ra - pide . Der der großen Slavensamilie angehörende Russe beerbt alle ausgestorbenen und noch in Sibirien vegetirenden Volks - stämmchen . Wir wollen uns hinfort mit diesem glücklichen Erben beschäftigen . 
I . Die Ankunft der Russen in Sibirien und ihre Festsetzung im Lande . 
Bis gegen die Mitte des 16 . Jahrhunderts war es den russischen Großfürsten gelungen das Joch der „ goldenen 
* ) Nordwestwind , der mit der größten Gleichmäßigkeit 24 bis 48 Stunden weht , mikroskopisch kleine Eisslocken herbeibringt , die 
in Sibirien . 
l Albin Kohn . 
Horde " abzuschütteln und über verschiedene ihr angehören - den Volksstämme , wie z . B . über die Mordwinen , Sy - rianen , Wotjaken , Permjaken , ja selbst über die mäch - tigen K a s a n e r T a t a r e u die Oberherrschast zu gewinnen und bis tief in den Ural hinein wenn auch schwache Colonen vor - zuschieben , welche überall mittelst des obwohl höchst unge - schickten Pfluges , der monströsen „ Socha " , die nomadisiren - den Hirten - und Jägerstämmchen bekämpften und besiegten . Hand in Hand mit dem Ackerbau , der ja , selbst wenn er noch auf der niedrigsten Stufe steht , eine Arbeit st Heilung bedingt , ging auch die Industrie , vorzüglich aber die Elsenindu - strie , zu deren großartigen Entwickelnng besonders der an Mineralien reiche Ural die Mittel lieferte . Schon um 1580 begegnet man im Uralgebirge den Strogonow's , einer rei - chen Schmiedefamilie , welche einige Städtchen und meh - rere Dörfer und Bergwerke besaß , und ihre Fabrikate auf der Kama und Wolga ins Innere Rußlands sendete . Diese Strogonow's müssen schon damals sehr reich gewesen sein , da sie , wie wir aus dem Chronisten Sibiriens , Müller , sehen , im Gebirge zum Schutze ihrer Besitzungen Blockhäuser errich - tet hatten und eine nicht unbeträchtliche Anzahl bewaffneten Volkes , „ Kasaken " , unterhielten . Diese Borsichtsmaß - regeln waren nöthig , weil die Besitzungen der Strogonow's beständig von den östlich des Urals hausenden Tatarenstäm - meu angegriffen und beunruhigt wurden . 
Wie immer nach großen , langwierigen Kriegen , so blie - ben auch nach den mit der Abschüttelnng des Barbarenjochs endenden Kriegen der Moskauer Großfürsten große Räuber - banden zurück , welche sich die Wolga zum Schauplatz ihrer Thateu auserwählt hatten . Die bewaldeten User und In - seln dieses riesigen Stromes boten gleichzeitig Schlupfwinkel für die Verbrecher und Baumaterial zu den leichten Kähnen , auf denen die Räuber ihre Ausflüge machten , Handel und Industrie brandschatzten und den armen Ackerbauer schädigten . 
Iwan der Grausame machte diesem Räuberunwesen ein Ende . Die Kasaken wurden aus ihren Schlupfwinkeln der - trieben , viele von ihnen getödtet oder gefangen , während es einer Abtheiluug von einigen Hundert Mann unter der rung Jermak Timofjejew's gelaug , auf der Wolga und Kama stromaufwärts zu entfliehen , nach Penn und von dort in die Besitzungen der Strogonow's zu gelan - gen , denen sie anfangs erwünschte Gäste waren , da sie die Besatzungen ihrer Blockhäuser vermehrten , ja sogar die Er - bauung neuer Befestigungen ermöglichten . 
Mit der Zeit jedoch wurde die Jermak'sche Bande auch den Strogonow's eine Last und Plage . Sie begnügte sich nicht mit dem , was ihr Gastfreund ihr gab , sondern raubte und plünderte , wie es eben die Umstände erlaubten , und machte 
trocken sind wie der Sand der Sahara nnd der dermaßen durch Mark und Bein dringt , daß man unter seinem Einflüsse jeglichen Humor verliert und fast melancholisch wird . 
12 *
	        

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