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Zeitschrift für Ethnologie, 67/68.1935/36

Zugriffsbeschränkung

Für diesen Datensatz liegt keine Zugriffsbeschränkung vor.

Nutzungslizenz

Der Status des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte für diesen Datensatz wurde nicht geprüft oder ist unklar. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen an die Organisation, die das Objekt zur Verfügung gestellt hat.

Bibliographische Daten

Volltext: Globus, 44.1883

Zeitschrift

Strukturtyp:
Zeitschrift
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-714789
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-714789
Persistenter Identifier:
BV041701500
Titel:
Anthropos
Untertitel:
internationale Zeitschrift für Völker- u. Sprachenkunde
Weitere Titel:
Anthropos
Erscheinungsort:
Fribourg
Verlag:
Ed. St. Paul, Anthropos-Institut
Erscheinungsjahr:
1906
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Allgemeines

Zeitschriftenband

Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Werks-URN (URL):
https://digi.evifa.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:11-709447
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-709447
Persistenter Identifier:
DE-11-001852164
Titel:
Anthropos, 2.1907
Erscheinungsjahr:
1907
Signatur:
LA 1118-2
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Vorsatzblatt

Strukturtyp:
Vorsatzblatt
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Globus
  • Globus, 44.1883
  • Vorderer Einband
  • Vorderer Buchspiegel
  • Vorsatzblatt
  • Vorblatt
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis: Inhaltsverzeichniß
  • Zeitschriftenheft: No. 1. 1883
  • Zeitschriftenheft: No. 2. 1883
  • Zeitschriftenheft: No. 3. 1883
  • Zeitschriftenheft: No. 4. 1883
  • Zeitschriftenheft: No. 5. 1883
  • Zeitschriftenheft: No. 6. 1883
  • Zeitschriftenheft: No. 7. 1883
  • Zeitschriftenheft: No. 8. 1883
  • Dieulafoy's Reise in Westpersien und Babylonien. VI. (Die Abbildungen nach Photographien der Madame Jane Dieulafoy)
  • Lortsch, Alfred: Neu-Caledonien. III.
  • Audebert, J.: Bei den Valavé auf Madagaskar. (Nach meinem Tagebuche.) I.
  • Die Nord-Borneo-Gesellschaft
  • Kürzere Mittheilungen
  • Aus allen Erdtheilen
  • Zeitschriftenheft: No. 9. 1883
  • Zeitschriftenheft: No. 10. 1883
  • Zeitschriftenheft: No. 11. 1883
  • Zeitschriftenheft: No. 12. 1883
  • Zeitschriftenheft: No. 13. 1883
  • Zeitschriftenheft: No. 14. 1883
  • Zeitschriftenheft: No. 15. 1883
  • Zeitschriftenheft: No. 16. 1883
  • Zeitschriftenheft: No. 17. 1883
  • Zeitschriftenheft: No. 18. 1883
  • Zeitschriftenheft: No. 19. 1883
  • Zeitschriftenheft: No. 20. 1883
  • Zeitschriftenheft: No. 21. 1883
  • Zeitschriftenheft: No. 22. 1883
  • Zeitschriftenheft: No. 23. 1883
  • Zeitschriftenheft: No. 24. 1883
  • Nachsatzblatt
  • Hinterer Buchspiegel
  • Hinterer Einband
  • Farbkeil

Volltext

120 
Alfred Lortsch : Neu - Caledonien . 
zu vertreiben ; die Atmosphäre ist alsdann so stark mit Rauch geschwängert , daß es ein Europäer nicht lange in derselben aushalten kann . 
Ihre Anpflanzungen bewässern sie durch Kanäle , welche sie oft in Querzügen durch das bebaute Land leiten . Diese Kanäle sind oft viele Meilen lang und nehmen ihren sprung meistens an Bergströmen . Gegraben werden sie mit starken , spitzen Stöcken , wobei gewöhnlich drei borene zu gleicher Zeit beschäftigt sind , um ein Loch stellen . Ein jeder von ihnen stößt seinen Stock tief in die Erde und zwar so , daß die Stöcke oben breit auseinander stehen , während sich unten die Spitzen nähern . Auf ein gegebenes Zeichen drückt ein Jeder seinen Stock flach auf die Erde , wodurch dieselbe in einer großen Scholle gehoben wird . Welche Zeit und welche Anstrengungen es kostet , auf diese Weise meilenlange Kanäle herznstellen , kann man sich denken . 
Ihre Canoes werden aus ausgehöhlten Baumstämmen verfertigt , die größeren aus dem Holz der Säulenfichte . Die einfachen sind 4 bis 6 m lang und mit Auslegern versehen , die größeren , welche aus zwei getrennten , höhlten Baumstämmen bestehen , bis zu 14 m lang . Bei diesen sind die beiden Fahrzeuge in 1 bis I V4 nr Entfernung durch starke , nebeneinander liegende Stangen mit einander verbunden , nur in seltenen Fällen aber über die ganze Länge . In der Mitte befindet sich eine , von Stäben richtete , mit Graswänden und Dach versehene kleine Hütte , in welcher sich eine niedrige Oeffnung als Thür an der Seite befindet und Platz für 4 bis 6 Personen gewährt ; die Hütte ist indessen so niedrig , daß die Menschen darin nur liegen oder sitzen können . Diese Canoes werden gewöhnlich zum Segeln gebraucht ; zum Rudern sind sie etwas schwerfällig . Sie fassen eine Menge Menschen und werden zu längeren Reisen , sogar übers Meer bis zu den Loyality - Jnseln , nutzt . Die Segel haben die Form eines länglichen ecks und sind aus Bast oder Stroh verfertigt . Will man das Canoe wenden , so dreht man das Segel nach dem gegengesetzten Thcil des Fahrzeuges , so daß der Hintere Theil desselben nun zum vordern wird . Es befindet sich nicht ein Stück Eisen an demselben , denn alles ist mit Schnüren und Sehnen auf das Festeste mit einander bunden . 
Aus der Rinde einer Urticee schlagen die Neu - Caledo - nier eine Art Zeug , das sie denjenigen Fremden , welchen sie ihre Achtung zu bezeugen wünschen , als Geschenk reichen . Ein ähnlicher Stofs wird zu ihrem sonderbaren Kopfschmuck verwandt . Aus Binsen verfertigen sie recht gute Matten zum Sitzen und Liegen , auch haben sie ein sonderes Geschick im Flechten von Körben , wozu sie die Binsen spalten . Aus den Fasern der Bananen werden Gürtel gearbeitet , ebenso aus langen , schmalen Blättern . Die Brnstwolle des fliegenden Hundes liefert ihnen das Material zum Verfertigen von Schnüren . Außerdem fertigen sie Fischnetze , Kämme ans Bamburohr , Armbänder von kleinen Muscheln , eine Art Flöte aus gebogenem Rohr it . s . w . Ihre Waffen , welche sie hin und wieder mit großer Sauberkeit ausführen , bestehen aus einer kurzen Lanze , einer Keule , beides aus hartem Holz gearbeitet , einer Schleuder , wozu sie die steinernen Projektile in Form eines länglichen Taubeneies schleifen , und einer Axt , aus einem fein und scharf geschliffenen Stück Serpentin - Stein bestehend . Diese Axt ist in jüngster Zeit durch den kurzen , nischen Tomahawk , welchen die Eingeborenen sich von den Europäern erhandeln , fast ganz verdrängt worden und wird nur noch als Kuriosität angefertigt . Sie beschäftigen sich endlich mit der Bereitung von Kokosöl , für welches sie 
jederzeit bei den europäischen Ansiedlern Käufer finden und wofür sie Callico , Pfeifen und Tabak einhandeln ; selten wird der Erlös in Branntwein vertrunken , den sie übrigens sonst wohl zu würdigen verstehen . 
Der gesetzgebende Körper wird bei den Neu - Caledoniern durch deren Häuptling vertreten . Zu wichtigen Beschlüssen werden die Reichsten aus einem Stamme zur Berathung berufen , allein nur des Häuptlings Ausspruch ist für das Resultat derselben bestimmend . Wie aus den übrigen seeinseln , so herrscht auch in Neu - Caledonien das gesetz , welches indessen wiederum nur von dem Häuptling ertheilt und aufgehoben werden kann . Der Tabu ist wissermaßen ein Unterlassungsgesetz , welches am besten durch Beispiele erklärt wird . Man nehme an , ein Häuptling sprach den Tabu über gewisse Kokosbäume , über rohr oder über irgend etwas anderes dieser Art aus , so ist es einem Jeden seiner Unterthanen verboten , diese Dinge zu berühren oder Früchte davon zu pflücken , was nur dann wieder geschehen kann , wenn der Häuptling den Tabu hebt . Dieses Gesetz wird in jeder möglichen Weise wandt , es kann z . B . auch ein Mädchen oder eine Frau mit Tabu belegt werden ; eine Uebertretung desselben , sie mag in unseren Augen noch so gering erscheinen , wird mal mit dem Tode bestraft und es ist daher erklärlich , daß in Folge dieser Strenge der Tabu nur äußerst selten brochen wird . 
Die Sprache der Neu - Caledonier ist reich an lauten , ist jedoch ans den einzelnen Theilen der Insel so sehr verschieden , daß man vielleicht zehn gänzlich scheidbaren Idiomen begegnet , von den vielen abweichenden Dialekten ganz abgesehen . Für einen Europäer sind gende Worte z . B . schwierig auszusprechen : Nji — Sonne , Mbo — Mond , Jii = Regen , Ngi — Tag , Mmi — Hand , Mmbe — Fisch , Nni — Kokosnuß , Dhni — Brotfrucht u . s . w . Ihr Zählen reicht eigentlich nur bis fünf — Tangarra , woraus sie 1 , 2 u . s . w . anhängen , Tangarra - Ta — sechs , Tangarra - Porru — sieben u . s . w . bis zehn , welche Zahl durch beide Hände ausgedrückt wird ; ein Mann , d . h . Hände und Füße zusammen , heißt zwanzig ; darüber hinaus sind uur Wenige im Stande zu zählen . Die für sie unberechenbaren Zahlen , 200 oder 300 , drücken sie durch ein Wort aus , welches ungefähr so viel bedeutet , als „ eine Menge Sandkörner " . Die Europäer digen sich mit den Eingeborenen am besten durch ein kor - rumpirtes Englisch . Verlangt man z . B . von einem geborenen etwas zu essen , so drückt man sich etwa mit genden Worten aus : „ Givin' kai - kai belonging you . " Ihre Zeitrechnung knüpfen sie an wichtige Begebenheiten an , wie z . B . an große Kriegszüge oder an den Tod eines flußreichen Häuptlings oder dergl . Der Neumond zeigt ihnen den Ablauf eines Monats an und die verschiedenen Tageszeiten entnehmen sie aus der Lage der Sonne . Wenn sie Mittag meinen , so zeigen sie mit der Hand nach dem Zenith , wenn Abend , nach dem westlichen Horizont . Auf diese Weise können sie mit großer Sicherheit jede Zeit des Tages angeben . Wie ihnen am Tage die Sonne , so dienen ihnen in der Nacht die Sterne als Wegweiser bei ihren Wanderungen zu Lande und zu Wasser . 
In möglichst gedrängter Weise habe ich hier ein Bild von den äußeren und inneren Zuständen Neu - Caledoniens gegeben und in Nachfolgendem bringe ich noch in Kürze eine Uebersicht der politischen Verhältnisse dieser Insel . 
Gegen Ende des Jahres 1843 ließen sich in Balade die ersten französischen Missionare d'Amata , Viard und Rongeyron nieder , nachdem die protestantische Mission unter der eifrigen Leitung Milliams' bereits ihr Augenmerk auf
	        

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