Volltext: Original-Mittheilungen aus der Ethnologischen Abtheilung der Königlichen Museen zu Berlin, 1.1885/86

Schlusswort* 
Die ethnologische Abtheilung, aus welcher diese „Original-Mittheilungen” hervorgegangen 
sind, hat gegenwärtig ihre Räumung erhalten, und die Verwaltung ist nach dem Museum für 
Völkerkunde verlegt. 
Betreffs des Bauplanes waren die Berathungen darüber auf eigene Initiative hingewiesen 
(unter den Bedingnissen der Platzverhältnisse), indem die hier, in Errichtung eines selbst 
ständigen Museums für ethnologische Sammlungen gestellte Aufgabe, mit dem diesmaligen 
Falle zuerst herangetreten war. Aehnlicherweis lag es in Betreff der hinsichtlich des Umzugs 
zu treffenden Massnahmen, da bei dem eigenartigen Charakter dieser für ein neues Forschungs 
gebiet in Bildung begriffenen Material-Ansammlungen Präcedenzfälle fehlten, aus denen frühere 
Erfahrungen hätten in Verwerthung gezogen werden können. Unter den erörterungsfähig 
gebotenen Ueberlegungen musste für die Art der Ausführungsweise der darin bewährt 
erfundenen Probe die Entscheidung anheimgestellt bleiben und solcher, im Uebrigen, mit 
zunehmender Aengstlichkeit entgegengesehen werden, als die Complicationen der Massen- 
Anhäufungen mit accumulirenden Steigerungen anwuchsen, mit dem Dahinfliessen der Jahre, 
ohne dass der mit jedem derselben dringenderen Verwirklichung des Neubaus, entgegenstehender 
Hindernisse wegen, diejenige Beschleunigung ertheilt werden konnte, wie von den Bedürf 
nissen deutlichst, und immer dringender, gefordert. 
In Beengung der überfüllten Räumlichkeiten, wie ursprünglich zugemessen, hatte auf 
Uebersichtlichkeit der Anordnung, auf eine Aufstellung überhaupt, längst bereits verzichtet 
werden müssen; für den Bestand der älteren Verzeichnisse, deren Anlegung vor die, bei einem 
methodischen Studium leitenden, Gesichtspunkte zurückfielen, waren in Folge durchgreifend 
benöthigter Rectificationen zuverlässige Anhalte mehr und mehr verloren gegangen, während 
andererseits die neu hereingeströmten Vermehrungen, nach kaum flüchtiger Durchsicht beim 
Empfang, der Zugänglichkeit sich entzogen, weil theils in den Kellerräumen aufgespeichert, 
theils untergebracht in zerstreuten Magazine-Aushülfen, um dort wieder, je nach temporärer 
Benutzbarkeit derselben, Umherschiebungen und Versetzungen zu erleiden, der Controle 
grossentheils entzogen. Jede Nachprüfung hatte aufgehört, soweit nicht durch unerlässlichste 
Anforderung der Conservirung erzwungen, (falls die Ausführbarkeit dies zuliess). 
Wenn unter solchen Schwierigkeiten, deren bedenkliche Tragweite einem in Museums- 
Angelegenheiten praktisch geübten Auge keiner besonderen Hervorhebung bedarf, die Ueber- 
führung der Sammlungen vorgenommen werden sollte, durfte vorerst nur eine rein provisorische x ) 
p In der prähistorischen Abtheilung dagegen, welche dem Directorial - Assistenten Dr. Voss 
unterstellt ist, wird die Einordnung sogleich einen definitiven Charakter tragen und in erster Linie 
die Alterthümer der Mark Brandenburg umfassen (im Erdgeschoss, wo ausserdem die ebenfalls 
bereits geordneten Sammlungen aus Dr. H. Schliemann’s Schenkung localisirt sind). Bei den ethno 
logischen Sammlungen des ersten und zweiten Stockwerks finden sich die Directorial-Assistenten 
Dr. Grünwedel und Dr. Grube beschäftigt, sowie Dr. von Luschan, der zugleich im dritten Stockwerk 
die anthropologischen Sammlungen anordnen wird (nach beabsichtigter Anlage derselben).
        

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