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Volltext: Am Ur-Quell, 4/6.1893/96

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der das Geld an sich 'heranzieht. Seit dieser Zeit an gab es im 
Hause sehr viel Geld, und hatten sie zufällig auch den inklus aus 
gegeben, so kehrte er immer bald daraut zu ihnen zurück. 
Interessante Beiträge zum Inklusglauben hat Stephanie Ulanowska 
in ihrer Abhandlung unter dem Titel: „Wsröd ludu Krakowskiego," 
mitgeteilt. („Wisla" I. B. III. H. S. 99—100). Sie sagt : Zu den 
geheimnisvollen, doch durchaus keinen Verdacht erweckenden Ki 
scheinungen gehört der Beweis eines sogenannten inklus, das is ein 
Geldstück, das anderes Geld an sich heranziehen soll aut die 
Weise, dass es sich von selbst an einen inklus anklebt. Wie oft nn 
auch der glückliche Eigentümer beim Geldwechseln ausgibt, er kommt 
jedesmal nach einer Weile von selbst in seine lasche zurück un 
bringt ihm noch etliche ähnliche Geldstücke oder Banknoten, welche 
sich an ihn angeklebt hatten. Es will z. B. auf dem Jahrmarkt em 
Bauer zwanzig Gulden wechseln und irgend ein Mann hat zufällig 
einzelne Papiergulden. Das Geld wird gewechselt. Der Unbekannte 
zählt die Gulden und legt sie dem Bauer einen nach dem andern aul 
die Hand — wirklich und unbestritten legt er zwanzig papierene 
Gulden hin. Der Bauer schliesst die Hand zu und nachdem er einen 
Gulden für kleinere Ausgaben davon genommen, steckt er das iibnge 
in seinen Ledergürtel hinein. Und nach Hause zurückgekehrt, finde 
er im Lederbeutel statt 19 nur 14 Gulden. Er zählt sie zu wiedei- 
holten Malen — vierzehn! Und andere fünf sind wie ins Wasser ge 
sunken. Zuletzt, obwohl schon zu spät, kommt er zu dieser lesten L ebei- 
zeugung, dass der Unbekannte ohne Zweifel einen inklus hatte, an welchen 
auch seine fünf Gulden sich angeklebt haben. Geschehen ist geschehen, 
das Geld ist weg; denn gegen einen inklus gibt es kein Gericht. 
Grösstenteils hält er sich bei den Juden auf, aber es kann ihn 
auch ein Katholik erwerben; denn er ist immer in Krakau im Juden 
viertel Kazmierz zu kaufen. Doch ist er schwer zu finden unc voi 
allem muss man sich für seinen Empfang entsprechend vorbei eiten. 
Man darf nämlich sieben Jahre lang die Nägel nicht abschnei en, 
man darf sich nicht waschen und kämmen und weder beten noch in. 
die Kirche gehen. Erst dann kommt ein Jude und sagt, wo c ei 
inklus zu finden ist und wie man ihn suchen soll. 
Wenn der inklus ein Papiergulden ist, so zieht er nur Papiergeld 
an sich heran, ist es eine Silbermünze, so pickt sie Silbergeld au , nn 
ein kupferner inclus kupfernes. Es ist merkwürdig, dass dei >esi z 
eines solchen inklus keinen Verdacht bei anderen erregt, wecei 1 
einen Betrüger noch für einen Dieb gehalten wird, im Gegen ei 
ein kluger Mann gilt, welchem übrigens nur dieser eine kleme r em 
anhaftet, dass er nach dem Tode von dem Teufel geholt wer e . ' 
In derselben Wisla (IV. B. I. H. 8. 101-102) gibt Kasumra 
^krzyriska in ihrer ethnographischen Arbeit unter dem • ’7 
Knynice w Tomaszowskiem“ folgenden Beitrag: n ^ 
„Manchmal gibt der Teufel Einem einen in us.. nieht 
ei nes solchen sonderbaren Geldstückes kann sicher sein, dass ei let 
*ur alles herausgegebene Geld zurückbekommt, sondern auch das^
	        
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