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Objekt: Zeitschrift für Volkskunde, 71/72.1975/76

Mëghavijayas Auszug aus dem Pañcatantra . 
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9 . Der geprellte Brahmane ( Mègh . III , 5 ) . 
Irgendwo in einem Dorfe lebte ein das Feuer unterhaltender Brahmane Mitra - sarman . Einst zur Regenzeit machte er sich nach irgend einem Dorfe auf , um einen Bock fürs Opfer zu erbetteln , und erhielt auch von einem Opfernden einen Bock . Auf dem Rückweg , als er mit dem Bock auf der Schulter dahinschritt , wurde er von vier Gaunern gesehen . Einer von diesen kam auf einem anderen Wege auf ihn zu und sagte zu dem Brahmanen : „ Warum trägst du diesen Hund ? Er darf nicht berührt werden ! 1 ) Denn : 
41 . Hund , Hahn und Cándala sind als nicht zu Berührende verkündet , besonders aber Esel und Kamele . Darum soll man diese ja nicht berühren . " 
Ebenso sagte auch der zweite : „ Herr , warum trägst du dieses tote Kälbchen ? Dies ist von denen , die das Religionsgesetz kennen , verboten worden . Denn : 
42 . Der Tor , der ein Totes , sei es Mensch oder Tier , berührt , der muss sich mit den fünf Dingen entsühnen , die von der Kuh kommen , und kann es nicht einmal mit der C & ndräyana - Busse tun . " 2 ) 
Der Brahmane [ wurde ] zornig [ und rief ] : „ Seid ihr blind , oder hat das Schicksal euch der Vernunft beraubt , dass ihr so falsch seht ? Das ist ein Bock . " Da sagte auch der dritte : „ Warum trägst du diesen Esel auf der Schulter ? Denn : 
43 . Der Sterbliche , der einen Esel berühren sollte , ob unwissentlich oder wissentlich , für den ist Baden mit seinem Gewände angeordnet , um diese Sünde zu sühnen . " 
Der vierte sagte : „ Dieser Tiger auf eurem Rücken reisst den Rachen auf , um euch zu fressen . " Da dachte der Brahmane : „ Diese sind nicht böse , sondern der Bock ist irgend ein Kobold , der in immer neuen Gestalten die Leute [ erst ] trauensselig macht [ und sie dann frisst ] . Darum muss ich ihn wegwerfen , sonst könnte er mich , wenn ich ihn nach Hause gebracht habe , mit meiner Familie fressen . " So warf er ihn weg und lief davon . Sie aber nahmen den Bock , töteten und verzehrten ihn . 
Diese Erzählung gehört dem ältesten Pañcatantra an . Sie steht Sär . a III , 6 , Sär . ß III , 5 , Som . III , 4 ( LXII , 62 , Tawney II , S . 68 ) , Syr . VI , 3 ( S . 67 ) , SP III , 4 , Hit . IV , S . 143 ( IV , 8 FH ) , SP£ III , 11 , Simpl . III , 3 , Pürn . III , 4 , Tantr . 40 . Benfey § 146 . [ Oesterley zu Pauli , Schimpf und Ernst Nr . 632 . Gesta Romanorum cap . 132 . Chauvin 2 , 96 . Reuter , " Werke ed . Seelmann 1 , 397 zu Läuschen 1 , 34b . ] 
Interessant ist an unserer Fassung , dass in ihr vier Schwindler treten , wie in Syr . Mëgh . folgt hier vermutlich seiner metrischen Quelle . Im ursprünglichen Pañcatantra waren es sechs ; vgl . Sär . S . 139 , 19fi' . An dem verschiedenen Verlauf der Erzählung in den verschiedenen Fassungen trägt , wie es scheint , eine Lücke die Schuld , die sich in einer Fassung befand , auf welche die meisten Pañcatantra - Rezensionen 
1 ) Weil man sonst unrein wird . 
2 ) Die fünf Dinge sind : süsse Milch , saure Milch , Butter , Harn , Kot . Das Citndrä - jana ( Mondlaufsgelübde ) ist ein Pastengelübde , bei dem sich Verminderung und Vermehrung der Nahrung nach dem Abnehmen und Zunehmen des Mondes richtet . 
Zeitschr . d . Vereins f . Volkskunde . 1906 .
	        
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