Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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B. Referate. Anthropologie. 
Ehen handelte es sich — wie immer — vorzugsweise um „interessante“ 
Fälle, sodass sich dieselben statistisch nicht verwenden Hessen. 
Um die Frage mit Aussicht auf Erfolg studieren und ihrer Lösung 
näher bringen zu können, ist es notwendig, die Grundlagen zu sichern, eine 
Beantwortung der nötigen Fragen in die Zählblätter der Krankenanstalten 
wie der statistischen Bureaux in erschöpfender Form zu sichern und auch 
eine wissenschaftliche Benutzung der standesamtlichen Register zu ermöglichen. 
Bis dahin ermangeln die Behauptungen der Nichtkonsanguinisten, wie dies 
auch Peipers Forschungen darthun, des strikten Beweises. Übrigens ist bei 
der Taubstummenfrage dem Yerf. die Arbeit von Huth „Consanguineous 
marriage and deaf-mutism, The Lancet, 1900, 10. Februar“ entgangen. 
Oberazt Dr. Kellner-Untergöltzsch. 
107. P. Penta: Nuove anomalie degli arti nei delinquenti e nei 
normali. Riv. mens, di psicliiatria forense. (Napoli) 1901, 
Anno IY, S. 169—189. 
P. fasst die Resultate einer früheren Arbeit, die sich auf die Unter 
suchung der Finger und Zehen von mehr als 4500 Sträflingen der italienischen 
Strafhäuser bezieht, zusammen. Er versucht die verschiedenen Formen 
anomalien derselben auf mitogenetischem und phylogenetischem Wege zu 
analysieren, z. B. Oppositions- und Greiffähigkeit der grossen Zehe, Ver 
minderung und Vermehrung der Zahl an Zehen, Syndaktylie, Brachydaktylie, 
Makrodaktylie, Polydaktylie etc. Indem er Vergleiche mit den fossilen 
Tieren anstellt, erklärt er für den Typus der menschlicheu Hand, sowie 
aller Säuge- und anderen Wirbeltiere nicht die Pentadaktylie, sondern die 
Heptadaktylie, welche Ansicht er auch durch Beispiele aus der Embryologie 
zu stützen versucht. Die Finger- und Zehenanomalien führt er nun auf 
die Reste jenes sechsten und siebenten Fingers, beziehungsweise Zehe zurück, 
und findet sie bei den Verbrechern unverhältnismässig häufig. Als Ursache 
dieser Formanomalien führt er die recenten hygienischen und socialen Ver 
hältnisse, verschiedene chronische Intoxikationen (Alkoholismus), sowie eine 
krankhafte Vererbung der von ihnen betroffenen niederen Volksschichten an. 
Dr. O. Hovorka, Edl. v. Zderas-Wien. 
108. Tancredi Bertini: II contorno faciale e sue anomalie negli 
epilettici, nei paranoici e negli idioti. Archivio di psichiatria. 
Vol. XXIII, S. 456-463. 
V. fand grössere Häufigkeit des pentagonalen Gesichtstypus bei den 
Epileptikern (unter 28 E. 35,7 °/ 0 ) gegenüber den Normalen (unter 100 N. 
8°/ 0 ), der die Folge der stärkeren Entwicklung der Massetermuskeln und 
der grösseren Breite des Unterkiefers ist, wie sie Lombroso bei den Ver 
brechern häufig beobachtet hat. Eine andere Anomalie fand V. in der soge 
nannten Plagioprosopia peripherica. Diese ist charakterisiert durch Ver-
        

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