Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

B. Referate. Anthropologie. 
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Lehre E. Rosenbergs auf, wonach der Brustkorb nicht allein während seiner 
Ontogenese, sondern auch im Verlaufe der Phylogenie eine Verkürzung an 
beiden Enden erfährt. A. glaubt und behauptet, obere und untere Grenze 
des Thorax variieren nicht in entgegengesetzter Richtung, wie Rosenberg 
annimmt, sondern in gleicher Richtung, so zwar, dass, wenn der Thorax 
n &ch oben hin verlängert ist, er unten sich verkürzt und umgekehrt. Freilich, 
gesteht der Vf., ist die Frage nach der Zukunft des menschlichen Thorax 
n icht endgiltig gelöst. Vielleicht sind alle Variationen nur Abweichungen 
v om typischen Zustande; vielleicht ändert der Thorax in der That seine 
Zusammensetzung, in welchem Falle beide Enden dem Kopfe entweder sich 
nähern oder von ihm sich entfernen. Letztere Bewegung indessen hält Vf. 
bür die wahrscheinlichere und nimmt an, es sei mit der Möglichkeit zu 
rechnen, dass die Rippen des siebenten Wirbels noch einmal zu voller Ent 
wicklung kommen. _Dr. Richard Weinberg-Dorpat. 
91. W. A. Evans and M. G. McHugh: The shape of the ehest 
in some thoracic conditions, and especially in tuberculosis. 
The Medical Examiner and Practitioner (New York) 1902. 
Bd. XII, Heft 10, S. 641—643. 
Nach den Untersuchungen von Woods Hutchinson (Brit. med. Journ. 
1899, II) i s t der Thorax beim Fötus tiefer als breit, bei der Geburt sind 
Hefen- und Breitendurchmesser einander ziemlich gleich, mit den Jahren 
über wird der Brustkorb breiter und relativ flacher, sodass der Tiefen- 
Lreiten-Index (Tiefe: Breite =100 gesetzt), während er bei der Geburt 
heilig über 100 beträgt, progressiv abnimmt, mit 15 Jahren sich nur noch 
ail f 80, zur Pubertätszeit auf 71 (nach Seaves an 3000 Studenten von 
Jahren 68,5) beläuft. Die Verf. haben an 107 erwachsenen Tuber- 
fl osen und 38 anderen Kranken mit schlecht entwickeltem Thorax die 
^^bezüglichen Maasse genommen. Der Index der Tuberkulösen (bei Nor 
malen 70) stellte sich hiernach auf 80,8 (Hutchinson fand für 82 Tuber- 
u öse 79,5), d. h. er stimmte mit dem Index von 12—15jähr. Kindern 
erein. Der tuberkulöse Brustkorb ist somit relativ tief und relativ schmal; 
Wahrscheinlich ist dieser Typus das Primäre und die Tuberkulose das Sekundäre. 
Dr. Buschan-Stettin. 
92 - E. K. Fischer: Über die Furchen und Windungen des kindlichen 
Gehirns im ersten Halbjahr des Lebens. (Russisch.) Dissert. 
Mit 2 Tafeln. 90 S. in 8°. St. Petersburg 1902. 
^ Da die vorliegenden Untersuchungen unter unmittelbarer Anleitung 
es Referenten ausgeführt wurden, so sei hier nur das allerwesentlichste 
flervorgehoben. 
^ " s Dt bekanntlich noch immer eine offene Frage, wann beim Menschen 
Dntwicklung der Furchen und Windungen und somit der ganzen Aussen-
        

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