Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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B. Referate. Urgeschichte. 
die Platyknemie der Tibien erwähnt. Verf. vergleicht sein Material mit 
anderem aus prähistorischen Stätten Siciliens und ' findet stets dieselbe 
Erscheinung einer starken Ungleichheit des Gesichts — bei geringer 
Variabilität des Gehirnschädels. Er glaubt, dass, da man diese Erscheinung 
auch bei anderen mediterranen Stämmen findet (Iberern, Italern), diese 
starke Variabilität des Gesichtsschädels eine den dolicho-mesocephalen 
Mediterraneern zukommende und typische Eigenschaft sei (im Gegensatz zur 
Annahme von [drei] verschiedenen ethnischen Grundelementen, Jacques 
u. a.), die man überall wieder finde, nicht nur in Europa, sondern auch 
in Nordafrika. Zu dieser Rasse, mit denselben Eigenschaften ausgestattet, 
gehöre nun auch die sog. Cro-Magnonrasse, wie ja schon andere Autoren 
auf dieselben Beziehungen hingedeutet haben. Dass auch unter der heute 
lebenden sicilischen Bevölkerung solche Typen gefunden werden, ist ebenso 
natürlich, wie man in Frankreich heute Menschen vom Cro-Magnon-Typus 
findet. 
Schliesslich werden ganz kurz die Kulturreste beschrieben und Ab 
bildungen von ihnen beigefügt: Es fanden sich zwei kleine münzenförmige 
Kupferstückchen, sechzehn Schaber oder Messerchen aus Obsidian, acht 
Thonurnen, ohne jede Verzierung, ohne Farbreste, z. T. mit rohen Henkeln; 
einige Peilen aus Stein, durchbohrt, dann drei grössere durchbohrte Stein 
kugeln, vielleicht als Knopf, Keulen dienend, endlich ein Stück eines Arm 
bandes aus einem kohlenartigen Gestein. Dr. Eugen Fischer-Freiburg i. B. 
o. Balkanlialbinsel und seine Inseln. 
62. M. M. Vassits: La Nécropole de Klicevac (Serbie). Revue 
archéologique. Paris 1902. Bd. I, S. 172—190. Mit Abb. 
Klicevac an der Donau ist durch ein Thonidol in Glockenform, welches 
Hoernes beschrieb, als Fundort in weiteren Kreisen bekannt geworden. 
1901 grub daselbst Vassits einen Urnenfriedhof auf, der eine ausnehmend 
schöne Ausbeute an Gefässen mit reichen Kalkeinlage-Verzierungen bot. 
Der Einfluss auf die Ornamentik weist nach Süden, nach Griechenland hin. 
Die Analogien der Klicevacer Gefässe selbst wurden jedoch am linken Ufer 
der Donau gefunden. Schon 1899 fand Referent die Glockenfigur in Temes- 
Kubin, 1901 aber entdeckte derselbe in Dubovacz einen Urnenfriedhof mit 
den gleich reichverzierten Gefässen. Wie überall, wo die Keramik hoch 
entwickelt ist, das Metall fehlt, so wurde auch weder in Klicevac, noch in 
Dubovacz solches gefunden, und lässt sich auch nur auf Grund von Ver 
gleichungen bestimmen, dass Klicevac in die Hallstätter Periode einzu 
reihen ist. Felix Milleker-Werschetz.
        

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